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Wettbewerb verschärft sich Trotz Corona: Kampf um Mitarbeiter geht weiter

| Autor: Heidemarie Schuster

Führt die Corona-Pandemie dazu, dass Arbeitgeber künftig leichter passende Mitarbeiter finden? Angesichts der gestiegenen Arbeitslosenquote erscheint eine solche These zwar nicht abwegig, eine StepStone-Umfrage zeigt aber ein anderes Bild.

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Das Tauziehen um Mitarbeiter wird durch die Coronakrise nicht entschärft.
Das Tauziehen um Mitarbeiter wird durch die Coronakrise nicht entschärft.
(Bild: © Peter Atkins - stock.adobe.com)

Im Januar gab es laut der Arbeitsagentur 2.426.000 Arbeitslose in Deutschland. Im August waren es 2.955.000. Diese Zahlen lassen vermuten, dass es für Unternehmen nun einfacher ist, passende Mitarbeiter zu finden. Allerdings kommt die internationale Employer-Branding-Beratung Universum, die zur Online-Jobplattform StepStone gehört, in einer weltweiten Umfrage unter 1.130 HR- und Recruiting-Experten zu einem anderen Ergebnis: Von den 90 attraktivsten Arbeitgebern der Welt (WMAE), die laut StepStone als Vorreiter im Bereich Personalmarketing gelten, erwarten 56 Prozent in den nächsten Monaten einen verschärften Mitarbeiter-Wettbewerb. In Deutschland erwarten dies sogar mehr als Zweidrittel aller Arbeitgeber.

Ein Einstellungsstopp oder ein passives Rekrutieren ist für die überwiegende Mehrheit daher kein Thema: Weltweit rechnen 86 Prozent aller Unternehmen damit, dass der Bedarf an neuen Mitarbeitern im kommenden Jahr gleich hoch bleibt oder sogar noch steigen wird – in Deutschland sind ebenfalls acht von zehn Unternehmen dieser Auffassung.

Wie wird man ein attraktiver Arbeitgeber?

Was zeichnet ein Unternehmen aus und warum sollten Menschen ausgerechnet bei diesem Unternehmen arbeiten? Manager können es sich auch in einer Wirtschaftskrise kaum erlauben, diese Fragen zu ignorieren und damit die Entwicklung der eigenen Arbeitgebermarke zu vernachlässigen. Von den 90 attraktivsten Arbeitgebern der Welt geben 97 Prozent an, dass Employer Branding bei ihnen oberste Priorität habe. Auch in Deutschland legen 95 Prozent aller Unternehmen einen besonderen Fokus auf ihre Arbeitgebermarke.

„Die Coronakrise kann für Unternehmen auch eine Chance sein, ihre Arbeitgebermarke kritisch zu hinterfragen und entsprechend weiterzuentwickeln“, sagt Tina Smetana, Country Manager Germany bei Universum. „Wer jetzt in seine Arbeitgebermarke investiert, kann sich für den Aufschwung der Wirtschaft in Stellung bringen und für den Wettbewerb um die richtigen Mitarbeiter einen entscheidenden Vorsprung erarbeiten.“

Attraktiv sein und bleiben

Attraktiv zu sein für Jobsuchende, ist eine Herausforderung – attraktiv für Mitarbeiter zu bleiben, ist für Arbeitgeber allerdings ebenso wichtig. Weltweit jedes zweite Unternehmen sieht die Bindung der Mitarbeiter als Schlüsselfaktor, in Zukunft erfolgreich sein zu können. Auch die Online-Jobplattform StepStone kommt zu einer ähnlichen Analyse: Bei einer Befragung von 8.500 Menschen haben 89 Prozent aller Unternehmen in Deutschland zuletzt unterstrichen, dass die Mitarbeiterbindung für einen erfolgreichen Re-Start nach dem Lockdown oberste Priorität habe.

Datengestütztes Employer Branding

Auf welcher Basis treffen Unternehmen Entscheidungen hinsichtlich ihrer Arbeitgebermarke? Woher wissen sie, wie ihr Unternehmen in der Öffentlichkeit gesehen wird? Und wie erkennen sie, inwiefern sie sich vom Wettbewerb abgrenzen? Viele CEOs und Geschäftsführer stellen sich diese Fragen. Die 90 beliebtesten Arbeitgeber der Welt haben darauf eine klare Antwort – und die heißt: Daten. 80 Prozent von ihnen geben an, dass sie bei Employer-Branding-Entscheidungen inzwischen häufig oder sogar immer einen datengesteuerten Ansatz verfolgen. In Deutschland sind es mit 42 Prozent noch deutlich weniger. „Das wird sich ändern“, sagt Stefanie Müller, Senior Director HR bei StepStone. „Sowohl bei der Messung und Entwicklung der eigenen Arbeitgebermarke als auch bei klassischen Recruiting-Prozessen spielen datengestützte Analysen und digitale Tools eine immer wichtigere Rolle.“

Über die WMAE

Die weltweit attraktivsten Arbeitgeber (World’s Most Attractive Employers, kurz: WMAE) umfassen die 90 attraktivsten Arbeitgeber in den zwölf führenden globalen Volkswirtschaften: Frankreich, Italien, Deutschland, Kanada, Russland, Japan, China, Indien, Südkorea, Brasilien, Großbritannien und die USA. Dazu zählen unter anderem Adidas, die BMW Group, Volkswagen, IBM und L’Oreal.

Um sich für die WMAE-Liste zu qualifizieren, müssen Arbeitgeber in mindestens sechs dieser führenden Volkswirtschaften zu den Top-Arbeitgebern gehören, die in dem weltweiten Student Survey von Universum ermittelt wurden.

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