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Telco-Cloud Telekommunikation der Zukunft

| Autor: Ann-Marie Struck

Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz und 5G bereichern nicht nur die Netzwerkwelt, sie stellen auch die ITK-Branche vor neue Herausforderungen. Um weiterhin erfolgreich zu sein, müssen TK-Unternehmen ihr Geschäftsmodell ändern. Ein mögliches Zukunftsszenario ist der Weg in die Cloud.

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Investitionen in Telco-Clouds bringen Service Provider einige Vorteile.
Investitionen in Telco-Clouds bringen Service Provider einige Vorteile.
(Bild: metamorworks - stock.adobe.com)

Innerhalb von wenigen Tagen zieht die gesamte ­Belegschaft ins Homeoffice, gleichzeitig analysiert eine Künstliche Intelligenz mehrere tausend MRT-Bilder – die Ansprüche an Netzwerke sind enorm. Zudem soll laut einer Studie von Seagate und IDC das weltweite Datenvolumen bis 2025 auf 175 Zettabyte anwachsen. Zum Vergleich: 2017 ­betrug es nur 23 Zettabyte. Das bedarf langfristig flexible und moderne Netzwerkinfrastrukturen.

NFV und SDN

Das Schlagwort ist hier Virtualisierung, die durch Technologien wie Network Function ­Virtualization (NFV) und Software Defined Networking (SDN) ermöglicht wird. NFV entkoppelt Netzwerkfunktionen wie Firewalls oder Verschlüsselungen von dezidierter Hardware und virtualisiert sie auf standardisierten Servern. Dadurch wird die Skalierbarkeit und die Agilität des Netzwerkes erhöht. NFV steht in enger Verbindung zu SDN. Bei diesem Prozess werden Hard- und Software logisch voneinander getrennt, was das Netzwerk flexibler und schneller macht. Zudem gelten beide Technologien als Schlüsselmerkmale von 5G.

Die Telco-Cloud

Zum Tragen kommen NFV und SDN in der Telco-Cloud. Dirk Wettig, Client Director Deutsche ­Telekom Account bei Cisco Deutschland, definiert sie wie folgt: „Die Telco-Cloud ist die Hard- und Software-Infrastruktur, die es erlaubt, unterschiedliche Applikationen flexibel und effizient bei Service Providern oder allgemein Hosting Providern zu deployen. Hierbei wird ein besonderer Fokus auf die Management- und Service-Delivery-Fähigkeiten gelegt, sprich, wie schnell und einfach man Applikationen ins Netz onboarden und wie effizient und skalierbar man diese dann ­managen kann.“ Um auf das Eingangsbeispiel zurück zu kommen, wenn Unternehmen plötzlich ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schicken, brauchen sie eine schnelle und agile Infrastruktur. Service Provider, die bereits auf die Telco-Cloud setzen, können hier Services anbieten.

Services aus der Cloud

Benedikt Kantus, Leiter Produktmanagement bei Starface, berichtete davon, dass in den letzten ­Monaten vor allem „Pay-as-you-go“ und monatsbasierte Subscription-Modelle gefragt wurden. Das sind nur zwei Beispiele für potenzielle ­Geschäftsmodelle aus der Telco-Cloud. Wettig ­ergänzt dazu: „Telco-Cloud-Dienste können vom Hosten der Applikationen selbst, dem Erbringen von bestimmten SLAs für die Infrastruktur bis hin zum XaaS gehen, in dem die Hosting Provider dann noch Konnektivität, Marktauftritt und ­Sales Portale mit anbieten und betreiben. Entscheidend bei Telco-Cloud-Angeboten von Service Providern ist deren Kundennetzzugang und die Vorteile, was Latency, Verkehrssteuerung und Policy ­angeht. Damit lassen sich in Zukunft neue Services basierend auf Telco-Clouds entwickeln.“

Laut Andreas Meisinger, SP Chief Architect bei Juniper Networks, haben bisher viele Betreiber nur ihre Kernfunktionen virtualisiert und container­isiert. Der nächste Schritt ist für Meisinger, die Implementierung ganzheitlicher Telco-Cloud-­Lösungen. „Denn erst dann erfolgt der Einsatz von Container-basierten Funktionen für den 5G-­Standalone-Kern und Open RAN sowie die Einführung von Edge-Cloud, das niedrigere ­Latenzzeiten und Distributed Services bietet.“

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin