Partnerprogramm in der Entwicklung Systemhäuser stehen für die Mail-Migration von Audriga Schlange
Der Karlsruher Service-Provider Audriga stellt einen Dienst für die Migration von E-Mails bereit. Die ersten Partner des Start-ups sind Hoster. Mittlerweile kommen zunehmend Systemhäuser auf Audriga zu, die den Service für Kundenprojekte nutzen wollen. Deshalb entwickelt der Anbieter gerade ein Partnerprogramm.
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Normalerweise müssen Start-ups mit mehr oder weniger Aufwand um Vertriebspartner für ihre Technologien werben. Beim Karlsruher Service-Provider Audriga ist es umgekehrt, wie Thomas King, einer der drei Geschäftsführer des Unternehmens, berichtet: „Bei uns stehen die Systemhäuser derzeit Schlange.“
Wofür sich Fachhändler so brennend interessieren, ist ein Cloud-Service für den E-Mail-Umzug. Damit können Unternehmen ihre Postfächer von selbstbetriebenen Mail-Servern in die Cloud oder bei Bedarf wieder aus der Cloud heraus migrieren. „Dass Kunden ihre Mails zurück ins Unternehmen holen, beobachten wir seit einiger Zeit“, sagt Hans-Jörg Happel, ebenfalls Audriga-Geschäftsführer. Solche Umzüge machen einen Anteil von etwa zehn Prozent aus. Vier Mal so häufig ziehen Anwender allerdings in die Cloud um. Und die Hälfte der Migrationen findet bereits zwischen verschiedenen Cloud-Service-Providern statt. Im Schnitt wickelt Audriga pro Tag eine dreistellige Zahl an Transaktionen ab.
Zu den ersten Partnern des Start-ups zählen Hosting-Anbieter wie Host Europe, Hostpoint, Jimdo, Netcup und Webspace-Verkauf.de, die ihren Kunden den E-Mail-Umzug als zusätzlichen Service anbieten. Bei Host Europe etwa kostet die Migration eines Postfachs 9,99 Euro. Die Karlsruher haben mit den Providern ein Revenue-Sharing-Modell vereinbart.
Vertrieb über Distribution
Mittlerweile kommen zunehmend Systemhäuser auf Audriga zu, die den Service für Migrationsprojekte bei ihren Kunden nutzen möchten. Die Nachfrage steigt sogar noch an, seit der Anbieter zur Cebit im März einen Service für Microsoft Exchange auf den Markt gebracht hat. Das wachsende Interesse der Systemhäuser hat das Unternehmen nach Kings Worten dazu veranlasst, mit der Entwicklung eines Channel-Programms zu beginnen.
Aktuell spricht das Start-up mit ersten Partnern, zu denen Dogado aus Dortmund gehört. „Migration aus Alt-Systemen ist bei fast jedem zweiten unserer Kunden ein Thema“, erläutert Dogado-Geschäftsführer Timo Mankartz. Langfristig plant Audriga, den Vertrieb zweistufig über die Distribution abzuwickeln. Denn das Potenzial für den Channel beziffert King immerhin auf etwa 3.000 Systemhäuser in Deutschland.
Unterstützung von Groupware
Über die Software-Plattform der Karlsruher lassen sich nicht nur Mails migrieren, sondern auch Kontakte und Kalendereinträge aus Groupware-Systemen. Neben Microsoft Exchange unterstützt Audriga unter anderem Open-Xchange, Zarafa und Zimbra. Auch die Cross-Migration zwischen verschiedenen Systemen ist auf Projektbasis möglich.
Der Umzug lässt sich mit wenigen Mausklicks initialisieren. Anschließend läuft der Migrationsprozess automatisch ab. „Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Komplexität einer Migration für den Anwender zu minimieren“, betont King. Audriga betreibt den Service auf den Infrastrukturen von Amazon Web Services (AWS) in Dublin und Domainfactory in Ismaning bei München.
Für die Zukunft plant der Anbieter vergleichbare Migrations-Services für Online-Storage-Dienste wie Dropbox oder Strato Hidrive sowie für Websites. Für beide Services hat das Unternehmen bereits Prototypen entwickelt. Mit der Storage-Migration geht Audriga voraussichtlich schon im Sommer an den Markt. □
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