Partner Roadshow 2023 Sophos richtet Fokus auf Cybersecurity as a Service

Von Barbara Gribl 5 min Lesedauer

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MDR, MSP, Miteinander: Diese Themen standen auf der Sophos-Roadshow in der BMW Group Classic in München und den weiteren elf Stationen im Mittelpunkt. Wie Sophos die Partner bei Security as a Service genau unterstützt, erklärt Markus Muth.

An insgesamt zwölf Standorten findet die diesjährige Sophos-Partner-Roadshow statt. Am 23. Mai 2023 traf IT-BUSINESS den Hersteller in München. Sophos möchte mit einem neu aufgestellten Team Partnern bei Secuity as a Service unter die Arme greifen und erweiterte das Portfolio.(Bild:  Vogel IT Medien/bm)
An insgesamt zwölf Standorten findet die diesjährige Sophos-Partner-Roadshow statt. Am 23. Mai 2023 traf IT-BUSINESS den Hersteller in München. Sophos möchte mit einem neu aufgestellten Team Partnern bei Secuity as a Service unter die Arme greifen und erweiterte das Portfolio.
(Bild: Vogel IT Medien/bm)

Unter dem Motto „Gear up your business“ findet die Sophos-Roadshow – diesmal verbunden mit der Themenwelt Motorsport – noch bis Mitte Juni in Deutschland, Österreich und in der Schweiz statt. Eine gute Gelegenheit, sich mit Sophos-Kollegen und -Partnern auszutauschen. Daneben gibt es Updates über Produkt- und strategische Neuheiten bei Sophos.

Markus Muth ist seit Oktober 2021 bei Sophos. Anfang Mai 2023 folgte die Bekanntgabe seiner Nachfolge von René Claus und Übernahme der Leitung als Senior Channel Account Executive. Mit einem neuaufgestellten Team möchte Sophos die Weichen für den weiteren Ausbau des MSP-Geschäfts stellen. „Die Ressourcen sind gefüllt, die Aufgaben sind verteilt“, erzählt Markus Muth. Jetzt geht es klar Richtung Go-to-market-Strategie. „Und darum, den Partnern bei Cybersecurity as a Service Hilfestellung zu bieten“, führt Muth weiter fort.

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Sophos erweitert das Portfolio und machte seine MDR-Lösung (Managed Detection & Response) Ende 2022 mit Sicherheitstelemetrie von zahlreichen Anbietern kompatibel. Telemetriedaten können so automatisch konsolidiert, korreliert und – mit Erkenntnissen aus dem Adaptive Cybersecurity Ecosystem sowie der Sophos X-Ops Threat Intelligence Unit – priorisiert werden.

Sophos unterstützt Partner bei Managed Security

Wie sieht diese Hilfestellung genauer aus? „Zum einen so, dass wir bis zu einem vom Kunden bestimmten Punkt Experten haben, die remote im Falle eines Cyberangriffes einspringen und den Partner darüber informieren, dass sich einer seiner Kunden wohl unter Angriff befindet, was allein durch die Technologie in dem Moment nicht behoben werden kann. Hier kommt durch den Experten also eine ‚persönliche Ressource‘ ins Spiel, die sich einschaltet“, erläutert Muth. So kann schnell analysiert werden, ob und wo es sich um einen Angriff handelt und wie weit dieser bereits in das System eingedrungen ist.

Neu ist, dass im DACH-Bereich nun auch deutschsprachige Services – bisher waren es ausschließlich englischsprachige – angeboten werden. Zumindest zu den üblichen, deutschen Bürozeiten. Wird der Experte nachts um 2 Uhr wegen einer lauernden Cybergefahr wachgeklingelt, hilft ein englischsprachiges Teammitglied aus einem der 26 Standorte weltweit weiter. Anfang des Jahres 2023 wurde eben zusätzlich ein deutsches Team gegründet. Insgesamt gehören mehrere Hundert Mitarbeiter international zum Sophos-Experten-Team, das im Notfall – im Falle eines Angriffs – einspringt.

Die größten Schwachpunkte

„Der größte Angriffsvektor ist immer noch die E-Mail, auf die Nutzer klicken und dann eine Schadsoftware nachgeladen wird“, so Muth. Auch gäbe es oftmals Verzögerungen bei Patch-Zyklen, was Angreifer oft gezielt als Schwachstelle nutzen.

Anders als noch vor fünf Jahren wird nicht sofort Ransomware durchgeführt, Unternehmensdaten werden nicht sofort verschlüsselt. „Vielmehr sind die Angreifer low and slow auf der Suche innerhalb des Unternehmens, wo die Backups sind. Viele Unternehmen haben nämlich mit Backups nachgerüstet. Die Angreifer suchen gezielt nach diesen und wollen sie infiltrieren und löschen, sodass das Unternehmen sie nicht nutzen kann, um quasi wieder Herr der Lage zu werden“, führt Muth aus.

Auch suchen die Angreifer gezielt nach personenbezogenen Daten – so Muth. Bei einem Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung wird das Unternehmen mit einer Strafe geahndet. Das heißt, hier hat der Erpresser eine weitere Möglichkeit, Druck auszuüben.

Bei eigenen Untersuchungen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) fand Sophos heraus, dass Hacker bereits eine Zeit von etwa 30 bis 60 Tagen im Unternehmen verweilen und sich innerhalb der Systeme durcharbeiten, bis sie die Informationen finden, die sie gewinnbringend im Dark Web veröffentlichen können.

„Hier schauen wir, dass wir ebendieses ‚Lateral-Movement‘-Vorgehen sehr schnell aufbrechen. Kein Hacker kann sich so tarnen, dass er keine Spuren hinterlässt“, erklärt Muth. Allerdings könne es schnell mal passieren, dass die Systemhäuser (Sophos-Partner) bei der Flut an täglichen Meldungen kurz den Überblick verlieren. Sie helfen den Kunden dann aber insofern, indem sie die Info weitergeben: „An eurer Stelle würde ich hier nochmal genauer hinschauen“.

MDR-Plattform integriert auch Daten von Drittanbietern

„Wenn wir von Kunden sprechen, meinen wir die IT-Systemhäuser, mit denen wir gemeinschaftlich beim Kunden auftreten“, sagt Muth. Nach der Telemetriedaten-Integration von momentan rund 60 unterschiedlichen Herstellern lässt sich ein bedeutend effektiveres Threat Hunting betreiben, da der zugrunde liegende Data Lake entsprechend anwächst und der Schritt zudem ein weiteres Problem aus der Welt räumt:

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Wir können nicht mehr davon ausgehen, dass ein Kunde keine Sicherheitsprodukte im Einsatz hat – und womöglich sind es eben auch Wettbewerbsprodukte.

Ein Beispiel ist Okta, Spezialist für Identity Access Management. Versucht ein Nutzer mehrfach, sich aus verschiedenen Geolokationen auf einen Account anzumelden, liegt der Verdacht nahe, dass sich ein unerwünschter Gast Zugang zum Konto verschaffen möchte. Über den Drittanbieter bekommt Sophos diese Warnung zugeschickt und kann zeitig reagieren.

Zusammenarbeit wird – bestätigt Muth – auch von Kundenseite immer mehr nachgefragt: „Der Endkunde hat sich für einen Hersteller entschieden und ist auf diesen geschult. Da möchte man diesen Hersteller nicht gleich wieder aus der Sicherheitsstrategie rausnehmen. Der Kunde erwartet es sowohl vom Systemhaus als auch vom Hersteller, dass sie sich jeweils mit verschiedenen Produkten auskennen.“

MSP-Markt ist aktuell „stark wachsend“

Kunden möchten sich immer weniger für ein bis drei Jahre binden. Stattdessen sind flexible Modelle beliebt. „Was heute up to date ist, kann morgen wieder veraltet sein“, begründet er. Es gäbe Kunden, die befürchten, Geld für eine heute gute Technologie auszugeben, die nach einiger Zeit nicht mehr relevant ist und fühlen sich dann gefangen in diesem Modell. Es gäbe andere, die einmal bezahlen und für die nächsten Jahre ihre Ruhe möchten.

Ein Erfolgsgarant ist also Flexibilität. Sophos bietet den Partnern dabei ein zentrales Abrechnungsmodell, welches über die Distributoren (Infinigate, Also, TIM und Arrow) alle leistungsbasierten Tarife in einer gemeinsamen Monatsabrechnung zusammenfasst. Die Partner können bequem und zentral über das Sophos Central Partner Dashboard darauf zugreifen. So können die Distributoren flexibel auf unterschiedliche Kunden und unterschiedliche Veränderungen einwirken.

MSP-Geschäft ausbauen mit Sophos

Sophos bietet den Partnern das „MSP Flex Modell“. Der Partner hat die Möglichkeit, kostenfreie Zertifizierungskurse zu belegen, um für den Vertrieb der MSP-Produkte freigschaltet zu weden. Daraufhin folgt ein Onboarding. Der zertifizierte Partner wird dann beim Distributor gemeldet und kann ab dem kommenden Monat auf die monatliche Zahlweise umstellen.

Die Kunden können dabei ihren Service nach ihren Vorstellungen leisten. „Manche fahren einmal monatlich zum Kunden und machen ein Reporting. Andere schauen bei Problemen auf die Konsole und auf die Serverinfrastruktur mit drauf“, beschreibt Muth. „So können sie dem Kind einen eigenen Namen geben.“

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