Qumulo: NAS-Filesystem für Datacenter und Cloud Sonnige Aussichten mit hybrider Cloud

Von Klaus Länger

Seit Anfang 2018 tummelt sich Qumulo als Storage-Anbieter auf dem deutschen Markt. Dabei setzt das Unternehmen mit seinem eigenen NAS-Filesystem vor allem auf die hybride Cloud. Von eigener Hardware hat sich das Unternehmen verabschiedet. Die hat Arrow übernommen.

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Cumulus-Wolken waren der Namensgeber für den Storage-Anbieter Qumulo. Damit sollte schon deutlich gemacht werden, dass es hier um Produkte für die hybride Cloud geht.
Cumulus-Wolken waren der Namensgeber für den Storage-Anbieter Qumulo. Damit sollte schon deutlich gemacht werden, dass es hier um Produkte für die hybride Cloud geht.
(Bild: Vera NewSib - stock.adobe.com)

Im Heimatland USA gilt der 2012 gegrün­dete Storage-Anbieter Qumulo immer noch als Startup-Unternehmen. Hierzulande würde das wohl anders gesehen werden. Auf dem deutschen Markt ist das Unternehmen allerdings tatsächlich ein Frischling: Anfang 2018 brachte die Firma ihr Kernprodukt Qumulo Core auf den EMEA-Markt. Die Storage-Plattform baut auf einem eignen File-System auf, das sich besonders gut für sehr große Mengen unstrukturierter Daten eignen soll. Laut Stefan Radtke, Field CTO EMEA bei dem Unternehmen, sind die gebräuchlichen Dateisysteme für NAS-Storage-Architekturen, er nennt als Beispiele WAFL von NetApp oder OneFS von Isilon, alle mindestens 15 Jahre alt und damit für die heutigen Anforderungen nicht gut gerüstet.

Bein Qumulo-File-System soll das anders sein: Es ist ein verteiltes System mit einem einheitlichen Namensraum, das von vier auf bis zu 100 Nodes skalieren kann. Es ­arbeitet mit Real-Time Queries sowie automatisch erzeugten Metadaten und kommt so ohne leistungsraubende Walks durch den Verzeichnisbaum aus. Darüber liegen Datendienste mit kontinuierlicher Replikation, Snapshots, Quotas und Shift für Amazon S3. Der Qumulo Scalable Block Store (SBS) arbeitet mit Erasure Coding und virtuellen, geschützen Blöcken. Die Software nutzt zwar Linux als Basis, läuft aber komplett im Userspace und kommt ohne Anpassungen im Kernel aus. Damit lässt sie sich besonders einfach auf unterschiedlichen Hardware-Plattformen und in der Cloud betreiben, betont Radtke. ­Dazu kommen noch die Möglichkeit, über alle gängigen Protokolle auf die Daten zuzugreifen und die Nutzung von LDAP und Active Directory für die Authentifizierung. Für das Management bietet der Hersteller eine REST API mit CLI und Web-GUI.

Von den Protokollen bis zur Basis: Die verschiedenen Schichten der Qumulo-Plattform im Überblick
Von den Protokollen bis zur Basis: Die verschiedenen Schichten der Qumulo-Plattform im Überblick
(Bild: Qumulo)

Hardware nur noch von Drittanbietern

Die Software stand bei Qumulo von Anfang an im Mittelpunkt. Das Unternehmen ­arbeitet primär mit Hardware-Partnern wie HPE und Fujitsu zusammen, die Quomolo Core auf ihren Systemen anbieten. Die eigenen Appliances hat der Hersteller Mitte des Jahres an Arrow abgegeben. Die Basissysteme stammen dabei von Supermicro. HPE als wichtigster Partner bietet die Software auch im Rahmen von Greenlake an. Bisher läuft die Qumolo-Plattform auf ­Bare-Metal-Servern. Allerdings arbeitet der Hersteller intensiv daran, VMware als ­Basis zu nutzen, wie Radtke erläutert. Bei Entwicklungsplattformen werde das bereits so gemacht.

Neben diesem Server Q für On-Premises-Systeme bietet der Hersteller Cloud Q für AWS und die Google Cloud als selbst verwaltete Infrastruktur an. Die Kunden nutzen dabei die selben Management-Tools wie in Server Q. Daten lassen sich problemlos zwischen privaten und öffentlichen Clouds bewegen. Noch einen Schritt weiter geht das in den USA im Sommer gestartete „Qumulo on Azure as a Service“, das über den Azure Marketplace in einem Pay-per-Use-Modell angeboten wird. In Deutschland ist der Service allerdings noch nicht verfügbar. Hier müssen noch einige Fragen zur DSGVO geklärt werden, so der EMEA-Filed-CTO. Zudem könne er sich Azure Stack als Plattform vorstellen.

Recover Q gegen Ransomware-Attacken

Gegen Unwetter in Form von Ransomware-Angriffen soll das jüngste Produkt des ­Herstellers schützen. Recover Q ist eine Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Lösung, deren Kernkomponente eine kostengünstige „Cloud Disaster Recovery as a Service“-Funktion ist. Die Partner ­können ihren Kunden so eine zusätzliche Verteidigung gegen Angriffe anbieten, mit der Daten und Snapshots Offsite replizieren werden, ohne dass redundante Rechenzentren notwendig sind.

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