Das Dauerproblem der IT-Branche Schweinepreis frisst Marge auf
Die Hardware-Preise und Margen kennen nur eine Richtung: „Süden“ – nach unten also. Systemhaus-Chef Markus Mildenberger schildert die Probleme im Tagesgeschäft, IT-BUSINESS beschreibt die Auswirkungen und Acer-Chef Stefan Engel sowie Tech-Data-Geschäftsführer Günter Schiessl handeln.
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Manchmal kann der Systemhaus-Geschäftsführer Markus Mildenberger in der Schweinepreis-Thematik nur noch den Kopf schütteln. Neulich sollte er beispielsweise für ein Projekt mit 17 PC-Arbeitsplätzen rund 640 Euro Netto-HEK pro Rechner beim Broadliner zahlen, während ein Internethändler für rund 580 Euro netto verkaufte. Der IHK-Prüfer für IT-Systemkaufleute musste nicht lange rechnen und kaufte per Vorkasse beim Internethändler. Zwei Tage später kam die Lieferung per Lastwagen. Erstaunlich: Laut Aufschrift kam dieser direkt aus dem Zentrallager des Broadline-Distris, der 17 mal 60 Euro mehr von ihm verlangte. Nach Rückfrage beim Distri konnte ihm dieser Vorgang nicht zufriedenstellend erklärt werden.
Preisdruck bei Druckern
Ein anderes Beispiel: Der DIN-A3-Drucker eines großen Herstellers kostete beim Broadliner rund 1.670 Euro (HEK), beim E-Tailer 1.300 Euro netto.
Wenn die Online-Konkurrenz zur Einkaufsquelle für den Fachhandel mutiert, läuft etwas grundlegend schief. Und zwar zu Lasten der Marge. Mildenberger beschreibt die angespannte Situation im regulären Fachhandel: „Die Spannen sind unterschiedlich, aber kontinuierlich schlecht. Gewährt ein Hersteller einem Händler zwei Prozent Bonus, behält ihn dieser meist nicht als zusätzliche Marge, sondern gibt sie nach unten an den Kunden durch.“
Rettungsaktion geplatzt
Auch gut gemeinte Margenrettungsaktionen verlaufen häufig im Sande: So gibt es beispielsweise bei den großen Drucker-Herstellern immer wieder Händler-Aktionen nach dem Motto „Zwei zum Preis von einem“. Doch anstatt dass hier rekordverdächtige Margen eingefahren werden oder wenigstens der Rabatt an gute Kunden weitergegeben wird, bedeutet das im Einkaufsalltag, dass bereits in der Distribution das Bundle entschnürt wird und halbierte HEKs pro Stück an alle Besteller weiter gegeben werden. Das seien nicht einmal Sub-Distributoren, sondern teilweise die regulären.
Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum „Systemfehler Schweinepreisbildung“ sowie zu Acers Umbauplänen bezüglich der Marke Gateway.
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