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Vier Wege zum Schweinepreis
Der Begriff „Schweinepreise“ steht für Verkaufspreise, die sich regulär nicht kalkulieren lassen. Schweinepreise entstehen insbesondere im Online-Bereich. Die Gründe sind vielfältig:
- 1. Beispielsweise werden „Schweinepreise“ von windschiefen Online-Shops kalkuliert. Hier werden mitunter keine Rückstellungen für Service-Fälle gebildet und keine nennenswerten Personalkosten gezahlt, weil die Shops inhabergeführt sind. Kosten für ein Firmengebäude fallen im Unternehmenssitz „heimisches Wohnzimmer“ auch nicht an. Das Problem für die Kunden: Ist das Gerät defekt, kann der Service unprofessionell und schlecht ausfallen. Das Folgeproblem für den Hersteller: Imageverlust.
- 2. Schweinepreise entstehen aber auch dann, wenn „Schweine-Deals“ vereinbart werden. Oft geschieht dies zwischen (Sub-)Distributor und Online-Händler. Falls eine Palette mit IT-Ware im Lager versauert, wird gerne auf E-Tailer zurückgegriffen, die die Ware schnell an den Mann bringen. Im Zuge von Lagerabwertungen können die Preise hier weit unter den regulären Händlereinkaufspreisen liegen. Seltener wenden sich Hersteller direkt an Online-Händler, denn diese müssen um ihre Preisstabilität fürchten und scheuen daher – zumindest in offiziellen Stellungnahmen – solche „Schweine-Deals“.
- 3. Auch der Einfluss von Quartalsbonifizierungen und anderen Backend-Margen kann zu Schweinepreisen führen. In solchen Fällen setzt der Online-Händler verstärkt auf Volumen und geht folgende Wette auf die Zukunft ein: Zu diesem günstigen Preis werde ich erfahrungsgemäß jene Anzahl von Geräten los. Da diese Stückmengen mit Bonis verknüpft sind, werden diese bei der Verkaufspreiskalkulation gleich eingerechnet, um die entsprechende Stückzahl überhaupt erst verkaufen zu können.
- 4. Schweinepreise können schließlich durch den Verkauf von Grauware entstehen. Hierbei werden Geräte aus anderen, günstigeren Märkten nach Deutschland geschafft, was für die Nutzer teilweise mit Einschränkungen der Garantie oder des Funktionsumfanges verbunden ist. Eine andere Gelegenheit ist es, Projekte „hochzudimensionieren“. Im Rahmen von Projektgeschäften werden mitunter sehr geringe Stückpreise kalkuliert. Bleiben hier Geräte übrig, war der Einkaufspreis herstellersubventioniert, was an den Kunden weitergereicht werden kann.
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