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Privat unterwegs mit dem Dienstwagen?

| Autor: Heidemarie Schuster

Arbeitgeber sollten nicht leichtfertig Dienstautos vergeben.
Arbeitgeber sollten nicht leichtfertig Dienstautos vergeben. (Bild: © nito - Fotolia)

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Eine aktuelle Rechtsprechung besagt, dass die private Nutzung eines Dienstautos als geldwerter Vorteil zu versteuern ist. Aber was sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer nun beachten?

Wird ein Dienstwagen privat genutzt, ist dies grundsätzlich als geldwerter Vorteil zu versteuern. Bislang griff die Besteuerung nur in Fällen, in denen die private Nutzung des Fahrzeugs vermutet wurde. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun in mehreren Urteilen entschieden (zum Beispiel Az. VI R 39/13), dass die Vermutung einer Privatnutzung dafür nicht mehr erforderlich ist. Das bedeutet: Ein lohnsteuerpflichtiger geldwerter Vorteil kann selbst dann vorliegen, wenn der Dienstwagen gar nicht privat genutzt wird. Die theoretische Möglichkeit zur privaten Nutzung reicht schon aus.

Zwei Methoden zur Berechnung

Für die Berechnung des privaten Nutzungsanteils kann der Arbeitnehmer pauschal ein Prozent des Brutto-Neulistenpreises pro Monat versteuern oder ein Fahrtenbuch führen, das alle Reisen zeitnah und lückenlos dokumentiert. Letztere Methode ist bei wenigen Privatfahrten steuerlich günstiger. Allerdings stellt die Finanzverwaltung hohe Anforderungen an Fahrtenbücher, weiß der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC). So müsse für jede Dienstfahrt fortlaufend das Datum, das Reiseziel, die besuchte Firma oder Person, die gefahrenen Kilometer und der Kilometerstand am Ende des Tages aufgezeichnet werden. Zwar würden die Finanzbeamten in der Regel über kleinere Mängel hinweg sehen, doch kommt es wiederholt zu fehlerhaften Angaben, wird das Fahrtenbuch nicht als ordnungsgemäß anerkannt und die Versteuerung im Rahmen der Ein-Prozent-Regelung erfolgt.

Steuerpflicht verhindern

Die Steuerpflicht lässt sich nur unter strengen Bedingungen verhindern. Zunächst muss laut BVBC die Privatnutzung des betrieblichen Pkw im Arbeitsvertrag ausdrücklich verboten sein. Zudem muss der Steuerzahler nachweisen, dass er den Dienstwagen nur für Geschäftsfahrten nutzt. Dies erfordert das Führen eines Fahrtenbuches, aus dem alle Strecken und Anlässe eindeutig hervorgehen. Andernfalls mutmaßen die Finanzbehörden, dass das Privatnutzungsverbot nur auf dem Papier existiert, insbesondere bei Gesellschafter-Geschäftsführern. Enthält der Anstellungsvertrag des Gesellschafter-Geschäftsführers keine Regelung zur Privatnutzung des Dienstwagens, droht auch hier Ärger.

„Fehlt eine entsprechende Nutzungsvereinbarung, gehen die Finanzbehörden von einer verdeckten Gewinnausschüttung aus“, warnt BVBC-Präsidentin Fries. „Erstreckt sich der Prüfungszeitraum über mehrere Jahre, drohen ganz erhebliche Nachforderungen.“

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Arbeitgeber sollten die von ihren Arbeitnehmern geführten Fahrtenbücher regelmäßig auf Plausibilität prüfen, erklärt Fries. So ließen sich viele Fehler erkennen, was die Gefahr hoher steuerlicher Nachforderungen reduziere. Zudem sollten Arbeitnehmer die Versteuerung von Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte prüfen. Werde die Dienstwagennutzung für diese Strecke vom Arbeitgeber nicht pauschal versteuert, ließen sich die Fahrtkosten in der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten mit der Entfernungspauschale in Höhe von 30 Cent pro gefahrenen Kilometer absetzen.

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