.Next in Barcelona Nutanix startet AI-Partnerprogramm

Von Dr. Dietmar Müller 5 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz treibt auch Nutanix und seine Partner auf der Next-Konferenz in Barcelona um. Ein entsprechendes Programm soll den Vertrieb im Channel befeuern. IT-BUSINESS hat mit dem CEO, dem CTO und mit dem Europachef gesprochen.

Nutanix kontentriert sich, wie viele andere Unternehmen, ebenfalls auf KI.(Bild:  ipopba - stock.adobe.com)
Nutanix kontentriert sich, wie viele andere Unternehmen, ebenfalls auf KI.
(Bild: ipopba - stock.adobe.com)

Auf der Next-Konferenz in Barcelona hat Nutanix den Startschuss für ein „ AI-Partnerprogramm“ gegeben. Durch eine enge Zusammenarbeit mit KI-Anbietern aller Art sollen Kunden mit entsprechenden Anwendungen und Funktionen versorgt werden, darunter Chatbots, Dokument-/Inhaltssuche, Codegenerierung, Erkennung von Modellhalluzinationen und MLOps. Peter Goldbrunner, Vice President und General Manager Central Europe, erwartete im Gespräch mit IT-Business bald viele weitere Partner aus diesem Bereich.

„Üblicherweise trainieren Unternehmen ihre KI-Modelle in der Cloud. Das wird aber schnell richtig teuer“, erläuterte der globale CTO von Nutanix, Manosiz Bhattacharyya, gegenüber IT-Business. „Neben den Kosten sind es zudem Bedenken hinsichtlich Compliance und Datenschutz, die insbesondere Behörden und Finanzdienstleister KI On-Premises implementieren lassen. Diesen Kunden kommt unser neues AI-Partnerprogramm ganz besonders zugute, denn es gibt kaum lokale Inferenzlösungen, die für sensible interne Datensätze geeignet sind.“

Peter Goldbrunner, Vice President und General Manager Central Europe bei Nutanix(Bild:  Nutanix)
Peter Goldbrunner, Vice President und General Manager Central Europe bei Nutanix
(Bild: Nutanix)

Damit sich das schnell ändert, erhalten KI-Partner von Nutanix vor allem Expertise – und können ihren Kunden mit validierten Full-Stack-Lösungen vergleichsweise einfach Zugriff auf KI gewähren. Etwa durch die vor einem Jahr erstmals vorgestellte GPT-in-a-Box-Lösung, deren Version 2.0 der Nutanix-CEO Rajiv Ramaswami für die zweite Jahreshälfte in Aussicht stellte.

GPT-in-a-Box ist ein Infrastruktur-Stack mit Services für die Erstellung und den Betrieb von KI-Anwendungen. Version 2.0 soll die KI mit einem entsprechenden Inferenzendpunkt implementieren, einschließlich Hardware-Lebenszyklusmanagement, GPU- und CPU-Zertifizierung, Hochleistungsspeicher, Kubernetes-Engine, Telemetrie und Einblicke in die Fehlerbehebung im gesamten Stack.

„Anwender von GenAI müssen die Kontrolle über ihre sensiblen Daten behalten“, erläuterte Dave Gwyn, SVP Worldwide Channels. „Nutanix gibt ihnen eine private und sichere KI-Plattform an die Hand, die mit entsprechenden Funktionen und Partnerschaften die Einführung von KI im Unternehmen beschleunigt.“

Auch mit der „Nutanix Cloud Clusters“ (NC2)-Lösung können Partner Kunden schnell in die hybride Multi-Cloud bringen. NC2 platziert Bare-Metal-Nodes in verschiedenen Cloud-Racks, sowohl bei der erstmaligen Erstellung des Clusters als auch bei der Erweiterung für ein hochverfügbares Rack-aware-Design.

Ab sofort erlaubt Nutanix seinen Partnern zudem die Nutzung von Cloud-Marktplätzen als zusätzlichen Marktzugang, einschließlich Integrationen zu den Microsoft-Azure- und AWS-Marktplätzen. Die Partner profitieren laut dem weltweiten Channel-Chef dabei von denselben Abschlägen wie bei traditionellen Transaktionen. Weitere Vorteile seien ein reibungsloser Ablauf der Kaufabschlüsse und verkürzte Verkaufszyklen bei Kunden, die Programme wie das „AWS Channel- Partner-Private Offer“ (CPPO) oder „Azure Multiparty Private Offers“ (MPO) nutzen.

KI-Partnernetzwerk steht noch am Anfang

Das AI-Partnerprogramm richtet sich laut Goldbrunner vor allem an folgende Unternehmen:

  • 1. Experten für Large Language Models (LLMs) und andere KI-Modelle für die Entwicklung von Geschäftsanwendungen wie Enterprise Search, Codegenerierung oder Bilderkennung.
  • 2. Spezialisten für die Operationalisierung und Verwaltung von KI-Modellen von der Entwicklung und Schulung bis hin zur Bereitstellung und Überwachung. Zumeist kommen dabei Tools und Plattformen zum Einsatz, die Versionskontrolle, automatisierte Tests, kontinuierliche Integration/kontinuierliche Bereitstellung (CI/CD) und Funktionen zur Leistungsoptimierung bieten.
  • 3. Anbieter von Hard- und Software-Infrastruktur für KI- und Machine Learning (ML)-Workloads wie High-Performance-Computing-Cluster (HPC), GPU-Server, Rechenoptimierungslösungen und Cloud-basierte KI-Dienste.
  • 4. KI-Beratungsfirmen und Datendienstleister mit Expertise in Datenaufbereitung und -transformation, Modellanpassung und -optimierung sowie Anwendungsentwicklung und -bereitstellung.

Zum Start sind folgende Partner in Sachen KI unterwegs:

Bereich Anwendungen:

  • Accuknox: Sicherung von KI/ML-Workloads vor Advanced Persistent Threats und anderen Angriffen.
  • Codeium: Toolkit für eine beschleunigte Entwicklung.
  • Instabase: Erkennt Inhalte in unstrukturierten Dateien.
  • Pryon: Bietet Enterprise Search mit Richtlinien, Support und technischer Dokumentation.
  • DKube: Schulung und Feinabstimmung von LLMs mithilfe interner Unternehmensdaten.

Bereich MLOps:

  • DataRobot: KI-Plattform zum Erstellen, Betreiben und Verwalten von KI-Lösungen.
  • Lamini: LLM-Plattform zur schnellen Anpassung von Modellen
  • Robust Intelligence: Erkennt und behebt automatisch Schwachstellen in ML-Systemen.
  • UbiOps: Bereitstellung, Verwaltung und Skalierung von ML-Modellen in Produktionsumgebungen.

Bereich KI/ML-Infrastruktur:

  • Neural Magic: Bereitstellung von Deep-Learning-Modellen auf Standardhardware (GPUs und CPUs).

Darüber hinaus arbeitet Nutanix technisch und produktseitig mit KI-Akteuren zusammen, wobei mit

Hugging Face einer der vielversprechendsten Start-ups der Szene gewonnen werden konnte. Die Kombination aus Open-Source-Bibliotheken und Open-Source-Plattform könnte es zu einer Art GitHub für ML und KI machen. Und mit Nvidia weiß man sowieso den KI-Klassenprimus an seiner Seite.

Flankierende Partnerprogramme

Das AI-Partnerprogramm werde von bereits bestehenden Partnerprogrammen begleitet, so Gwyn, allen voran das aus dem „Elevate Partner Program“ bekannte „Channel-led Selling“, das den Partnern „das Steuer des Verkaufszyklus‘“ überlasse. Das bedeute, dass die Partner prinzipiell autonom agieren, aber mit Hilfe durch sogenannte „Field-Teams“ rechnen dürfen, von denen es auch eines für die Region EMEA gebe.

Seit Oktober vergangenen Jahres erhalten Partner auch Schulungen auf der Nutanix-University-Plattform, mit denen sie ihre Vertriebs-, Technik- und Servicefähigkeiten verbessern können. Ebenfalls seit Herbst haben sie darüber hinaus Zugang zu Annual-Team-Renewals (ATR)-Daten, um etwaige Probleme (pro)aktiv anzugehen.

Auch hat Nutanix seine Programmanreize mit „New Business Individual Incentives” nicht mehr nur auf Unternehmen, sondern auch auf einzelne Verkäufer und Systemingenieure von Partnern zugeschnitten. Diese werden nun ebenfalls für eine Neukundenakquise belohnt.

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Gerade wurde zudem ein Pilotprogramm gestartet, das ausgewählte Partner für verlässliche und pünktliche Erneuerungsquoten von Nutanix-Abonnements unter ihren Kunden belohnen soll. Dafür werden ihnen neue Toolsets wie das kürzlich umgestaltete Planungstool „Sizer 6.0“ und Erweiterungen des „Performance + Deal Registration Program“ an die Hand gegeben.

Neue Anreize in alten Programmen

Ganz neu sei das „Performance+ Deal Registration Program“ um einige Anreize erweitert worden:

  • Für Abschlüsse bei ausgewählten Kunden werden die Partner künftig mit Rabatten und Boni belohnt. Verkäufer haben seit neustem einen Anspruch auf zwei Prozent des Umsatzes pro Kaufabschluss (bis maximal 7500 Dollar), wenn sie eine neue Verkaufsgelegenheit für Nutanix identifizieren, registrieren und gewinnen. Dieser Anreiz ergänzt den bestehenden „New Business Rebate“ für Nutanix- Reseller aus dem letzten Finanzjahr. Dieser wird laut Gwyn in diesem Geschäftsjahr unverändert fortgeführt.
  • Partner, die einen Deal anmelden und das seit 2022 vereinfachte Nutanix-Produktportfolio („PnP 2.0“) nach dem aktuellen Lizenzmodell anbieten, erhalten einen mehr als vierzig Prozent höheren Abschlag im Vergleich zum Rabatt ohne Registrierung.
  • Partner mit Top-Leistungen erhalten durch das Programm „Outperformance Rebate“ die Chance auf noch mehr Gewinn.
  • Für alle Partnerstufen gilt nun die „Sizing Associate“-Akkreditierungsanforderung: Mittels zügige Kapazitätsplanung, Angebotserstellung und Auftragsabwicklung mittels Nutanix Sizer sollen die Partner Verkaufszyklen beschleunigen.

„Unsere Neuerungen im Partnerprogramm adressieren die vielen Herausforderungen unserer Partner in der Zusammenarbeit mit ihren Kunden während der gesamten Dauer der Geschäftsbeziehung“, so der SVP Worldwide Channels. „Zu dieser Beziehung gehört nicht nur der Verkauf von Technologie, sondern nicht zuletzt die Kunden zu befähigen, modernste Technologie einzuführen, einzusetzen, zu erweitern und gegebenenfalls zu erneuern. Zu diesem Zweck unterstützt Elevate unsere Partner mit Vorteilen und Anreizen in allen Phasen ihrer Kundenbeziehung.“

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