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Infrastruktur, Rechenzentren, Netze und Applikationen

NTT: Vom Geheimtipp zum Marktführer

| Autor: Sylvia Lösel

Lokaler Player mit globaler Reichweite – NTT will vom Geheimtipp zum Marktführer avancieren.
Lokaler Player mit globaler Reichweite – NTT will vom Geheimtipp zum Marktführer avancieren. (Bild: vegefox.com - stock.adobe.com)

Aus 28 mach eines: Im vergangenen Jahr führte NTT seine 28 Tochtergesellschaften zusammen. Die Leitung von NTT Ltd. in Deutschland übernahm Kai Grunwitz. Er erläutert, welche Ziele das Unternehmen verfolgt, welche Schwerpunkte es setzt und wie NTT sich im Marktumfeld positioniert.

„Die Zusammenführung hat sich für uns äußerst positiv ausgewirkt“, freut sich Kai Grunwitz, Geschäftsführer für den deutschen Markt bei NTT. „Wir werden nun als Komplettanbieter wahrgenommen, der von der Basisinfrastruktur über agile Netze, Cloud-Lösungen Cybersecurity und Applikationen alles im Portfolio hat.“ Somit hat sich die Verschmelzung der drei großen Töchter Dimension Data, NTT Communications und NTT Security bereits ausgezahlt. Im neu entstandenen Konzern vereinen sich aber nicht nur aus technologischer Sicht unterschiedliche Welten wie Infrastruktur, Workplace, Applikationen und Cybersecurity, unter dem NTT-Dach finden ebenfalls unterschiedliche Unternehmensformen zusammen: nämlich die eines Systemhauses, Netzbetreibers, Colocation-Anbieters, Managed Service Providers und Beratungshauses. Dass es so ganz einfach nicht ist, gibt Grunwitz unumwunden zu: „Veränderungen in dieser Größe sind immer komplex und man muss kontinuierlich Anpassungen vornehmen, weil sich Rahmenbedingungen verändern. Das eine Thema ist die „Unternehmenskultur“, das andere die Go-to-Market-Strategie.“ Während letztere wie bereits erwähnt auf positive Resonanz stößt, dauert die Anpassung bei der Unternehmenskultur deutlich länger. „Das ist ein Marathon, und kein Sprint.“

Die Digitalisierung schweißt die NTT-Familie zusammen

Neuer Service Provider entsteht

Die Digitalisierung schweißt die NTT-Familie zusammen

14.11.19 - Der ITK-Konzern NTT führt 28 Dienstleistungstöchter unter einer Marke zusammen. Der Prozess wurde im Oktober auch in Deutschland eingeleitet. Ziel ist, einen Service Provider zu formen, der Kunden bei ihrer Digitalen Transformation ganzheitlich unterstützen kann. lesen

Von der Applikation bis zur Infrastruktur

Im Januar wurde dann der Geschäftsbereich Global Data Center gegründet, der zahlreiche Marken wie E-Shelter, Gyron und Netmagic umfasst, die früher unter „NTT Communications“ firmierten. Mit dem neuen Geschäftsbereich betreibt NTT eine der größten Rechenzentrumsplattformen der Welt, mit über 160 Rechenzentren in mehr als 20 Ländern und Regionen. Die globale Präsenz unterstützt und ermöglicht dabei durchgängige Lösungen. Das bietet für Kunden die Möglichkeit, auch kritische IT-Last über verschiedene Standorte hinweg zu verteilen. Wie Grunwitz kommentiert: „Global Data Center ist ein wichtiger Baustein in unserer Strategie. Denn mit dem Rechenzentrum setzen sie auch gewisse Grundlagen für die Kunden und die Zukunft. Für uns ist in Deutschland wichtig, als lokaler Player mit einer globalen Reichweite wahrgenommen zu werden. Viele Kunden schätzen die lokale Nähe, möchten aber auch die Möglichkeit haben, in gleicher Art, Services für ihre Töchter im internationalen Markt zu nutzen.“

Grunwitz sieht NTT vor allem beim Thema Durchgängigkeit gut aufgestellt und zieht hier die Abgrenzung zum Mitbewerb. „Wir können Kunden von der Infrastruktur bis zur Applikation durchgängig bedienen, und wir tun das auch noch mit eigener Konnektivität und eigenen Netzen. Und das weltweit mit einer Abdeckung, die aus meiner Sicht im Moment sonst kein anderer bieten kann.“

In die Karten spielt dem Konzern dabei die Digitalisierung. „Kunden müssen sich umstellen und an die Herausforderungen, die die Digitale Transformation mit sich bringt, anpassen. All das lebt davon, dass man vertrauensvolle Infrastrukturen aufsetzt und hier verstehen wir uns als strategischen Partner.“ Es gelte, die Übersetzungsleistung für Geschäftsanforderungen der Kunden zu leisten. „Dies im Anschluss in eine technische Lösung zu überführen, ist mittlerweile ein Standardthema in unserem Geschäft.“

Oberer Mittelstand denkt um

In Bezug auf die Nachfrage nach Managed Security Services, die bei NTT bereits eine große Rolle spielen, aber dennoch weiterhin ausgebaut werden sollen, sieht Grunwitz vor allem im oberen Mittelstand Veränderungen. „Hier ist man inzwischen auch bereit, Dinge nicht mehr komplett inhouse zu machen, sondern so manches outzusourcen. Denn globale Bedrohungen sind einfach nicht mehr lokal zu lösen, und immer mehr Unternehmen greifen auf ein Security Operation Center (SOC) eines Dienstleisters zurück. Security ist über alle Bereiche hinweg inzwischen ein wichtiges Thema und aus keinem Projekt mehr wirklich wegzudenken. Diese Veränderung der Einstellung ist spürbar, auch getrieben durch einen gewaltigen Fachkräftemangel.“

Und noch eine weitere Veränderung bei der Einstellung wünscht sich Grunwitz: „Hierzulande steht oft die Kritik an neuen Dingen im Vordergrund, und weniger der Nutzen. Keiner möchte seine persönlichen Gesundheitsdaten gespeichert wissen, aber ein Heilmittel gegen Krebs wünschen wir uns alle. Oder nehmen sie das Thema Pflegeroboter. Da ist die Empörung oft groß, aber die Alternative sieht doch so aus, dass dann gar niemand mehr mit den alten Leuten redet. In Japan ist das anders. Dort redet man von Society 5.0 – hier von Industrie 4.0 – daran erkennt man sehr gut die Unterschiede in der Herangehensweise und Prioritäten.“

Abschließend formuliert Grunwitz dann noch ganz klare Ziele. „Wir wollen wachsen, schneller als der Markt. Wir wollen hin zu stärkeren Anteilen im Bereich Services. Ich möchte NTT als Partner für die Digitale Transformation in Deutschland etablieren und die Entwicklung von einem Geheimtipp zu einem Marktführer vorantreiben.“

NTT Security: Ein SOC muss stets abwehrbereit sein

Kai Grunwitz im Interview

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04.06.19 - Ein Security Operations Center (SOC) erkennt nicht nur Bedrohungen. Im Angriffsfall muss es, wie Kai Grunwitz, EMEA-Chef von NTT Security betont, wirkungsvoll reagieren können. Systemhäusern empfiehlt der Experte, bei der Früherkennung und Abwehr von Cyber-Gefahren mit etablierten Dienstleistern zu kooperieren. lesen

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