Unternehmensstrategie Nfon: Wachstumskurs beibehalten trotz stürmischer Zeiten

Autor: Ann-Marie Struck

Erst bei Sturm zeigt sich bekanntlich der wahre Kapitän. Nfon hat sich im letzten Jahr mit Dr. Klaus von Rottkay einen neuen CEO an Bord geholt, der trotz erschwerter Pandemiebedingungen den Wachstumskurs des Unternehmens aktiv weiterführen will.

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Bei Unwetter Kurs zu halten, ist eine Kunst.
Bei Unwetter Kurs zu halten, ist eine Kunst.
(Bild: muratart - stock.adobe.com)

Unter Abwettern versteht man beim Segeln strategische und taktische Maßnahmen, um Schäden sowie Gefahren zu vermeiden. Dazu zählt auch die Entscheidung des Kapitäns, den sicheren Hafen bei Unwetter nicht zu verlassen oder gar nicht anzufahren. Eine gängige Taktik bei Sturm für leichtere Yachten ist, möglichst lange aktiv zu segeln.

Die Coronapandemie brach wie ein Sturm auf die weltweite Wirtschaft und viele Unternehmen ein. Nfon hat hingegen im vergangenen Jahr eine halbe Millionen Nebenstellen verkündet. Ein freudiges Ergebnis für den Cloud-PBX-Anbieter, jedoch ist die Nachfrage nach Cloud-Telefonie pandemiebedingt auch deutlich gestiegen. Damit der Wachstumskurs auch die nächsten Jahre weiter geht, hat Nfon mit Dr. Klaus von Rottkay frischen Wind in die Vorstandsebene gebracht. Der langjährige COO bei Microsoft Deutschland hat im Dezember das Ruder übernommen, und seine Expertise „aus der Software-Ecke“, wie der CEO selbst betont, zeigt sich schon jetzt.

Dr. Klaus von Rottkay, CEO bei Nfon
Dr. Klaus von Rottkay, CEO bei Nfon
(Bild: Nfon)

Entwicklung jetzt für später stärken

„Es gilt natürlich weiterhin den Wachstumskurs beizubehalten“, betont Rottkay seine Ziele. Jedoch habe man in der Vergangenheit nur die Nebenstellen gezählt. Das wird in Zukunft nun anders sein. „Nur Nebenstellen einzukaufen, reicht mir nicht. Man muss es mit Technologien kombinieren“, verdeutlicht der Manager seinen Kurs. „Bisher hatten wir einen quantitativen Wachstumskurs, doch die Gegenwart zeigt schon, dass der Trend zu mehr Intelligenz geht. Daher liegt der Fokus jetzt vermehrt auf der Qualität des Wachstums.

Nur Nebenstellen einzukaufen, reicht mir nicht!

Dr. Klaus von Rottkay, CEO bei Nfon

Priorität Nummer eins auf der Agenda hat die Produktentwicklung. Rottkay zufolge müsse man zunächst liefern, was man versprochen habe, und gleichzeitig die Entwicklung für später mit qualitativ hochwertigen Ressourcen stärken. Schon letztes Jahr hat Nfon in Produkte investiert, um die Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt weiter zu erhöhen. Dazu wurde ein neues Research & Development Center in Portugal gegründet. Entschluss für die Wahl des Standorts: die Fachkräfte. Lissabon habe einen hohen Anteil an Absolventen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Dadurch sei das Angebot an Entwicklern im Frontend, Backend, in PHP und generell im Coding hoch. Auch in der derzeitigen Situation plant der Cloud-Telefonie-Anbieter aktiv neue Mitarbeiter einzustellen. Ferner habe die Coronapandemie die Cloud-Skeptiker zum Schweigen gebracht, und das Marktpotenzial sei in Deutschland durchaus noch vorhanden, vor allem da die Telefonanlagen meist nicht als erstes in die Cloud gewandert sind.

Partner stärken

Die Marschrichtung von Nfon ist also weiterhin klassisch: auf der einen Seite die Weiterentwicklung der Produkte und Technologien und auf der anderen Seite die Stärkung des Channels. Mit dem Fokus auf den indirekten Vertrieb will Nfon nur mit den Partnern wachsen. Um diese zu stärken, plant Rottkay neben der Investition in die Entwicklung der Produkte auch mehr Marketingunterstützung.

UCC und Microsoft

Mit der zunehmenden Relevanz von UCC plant auch Nfon die Sparte bis zum Ende des Jahres weiter auszubauen und eine eigene UCC-Lösung auf den Markt zu bringen. Die bereits bestehende Lösung Nvoice for Microsoft Teams wird somit komplementär zur eigenen Lösung unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Natürlich sei man nicht abgeneigt, auch mit anderen Lösungsanbietern zusammenzuarbeiten, betont Rottkay. Man möchte aber den Kunden eine zentrale Lösung anbieten. Bedenken, dass die großen Player, nun vermehrt eigenständig Telefonie in ihre UCC-Lösungen einbauen und damit der reinen Cloud-Telefonie Konkurrenz machen, hat der CEO nicht.

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Redakteurin