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Schlankheitskur für den Z14

Mini-Mainframes von IBM

| Redakteur: Wilfried Platten

IBM verpasst dem Mainframe ein schlankes 19-Zoll-Format.
IBM verpasst dem Mainframe ein schlankes 19-Zoll-Format. (Bild: Kaarle - stock.adobe.com)

Auch der Mainframe kann sich der grassierenden Slim-Diät nicht entziehen. Unterhalb der etablierten 24-Zoll-Boliden senkt jetzt das 19-Zoll-Modell ZR1 die Einstiegsschwelle.

Wir wissen nicht, ob Heidi Klum Modell gestanden hat. Und der Mainframe ist ja schon weit über die Fünfzig hinaus. Aber auf seine alten Tage speckt er radikal ab – genau genommen von 24-Zoll Rackbreite auf 19 Zoll. Der neue ZR1 ist also so eine Art Mini-Mainframe. Steht ihm gut.

Viel wichtiger als Äußerlichkeiten sind jedoch die inneren Werte – und was diese kosten. Im Falle des ZR1 kann man diese jedenfalls exakt beziffern. Die Differenz zu den „großen“ Z14-Systemen ist beachtlich: „Während sich eine typische Z14-Installation im sieben- bis achtstelligen Bereich bewegt, ist sie bei ZR1 sechsstellig“, nennt Andreas Thomasch, bei IBM Platform Leader & Manager für die Mainframes, die monetären Rahmenbedingungen.

Nahe dran am großen Bruder

Dafür bekommen die Kunden ein System, dessen Ausstattung unterhalb der Einstiegskonfiguration eines „normalen“ Z14 M01 angesiedelt ist: Während dieser mit 33 CPUs und maximal 8 TB aufwartet, startet der ZR1 mit vier CPUs und zwei Terabyte. In der höchsten Ausbaustufe mit 30 PUs (Processing Units) und ebenfalls 8 TB, rückt er allerdings nahe an den 24-Zoll-Bruder heran.

Auf einem Prozessor-Chip lassen sich bis zu zehn PUs (Processing Units) unterbringen.
Auf einem Prozessor-Chip lassen sich bis zu zehn PUs (Processing Units) unterbringen. (Bild: IBM)

Auf einem Prozessor-Chip lassen sich bis zu zehn dieser PUs unterbringen, sie arbeiten aber im Gegensatz zu den großen Modellen nicht mit 5,2 sondern „nur“ mit 4,5 GHz Taktfrequenz. Trotzdem sollen damit auf dem ZR1 rund 850 Millionen verschlüsselte Transaktionen pro Tag möglich sein – das sind annähernd 10.000 pro Sekunde.

Rockhopper, die Zweite

Neben dem Z14 ZR1 ist mit dem LinuxOne Rockhopper II ein zweites 19-Zoll-Modell neu auf der Mainframe-Piste. Es ist speziell für den Einsatz in VMware-Umgebungen konzipiert.

Die Mainframe-Nesthäkchen von IBM: ZR1 und Rockhopper II
Die Mainframe-Nesthäkchen von IBM: ZR1 und Rockhopper II (Bild: IBM)

Der Bedarf nach Mainframe-Power ist jedenfalls ungebrochen: „Wir verzeichnen sowohl weltweit als auch für DACH das stärkste MIPS-Wachstum seit über 50 Jahren.“ Innerhalb der letzten zehn Jahre ist das MIPS-Volumen um das dreieinhalbfache gestiegen. Der Channel hat davon allerdings weniger profitiert als das Direktgeschäft.

Dem grassierenden Mangel an Z-Administratoren und Legacy-Experten arbeitet IBM mit einfacher zu bedienenden Benutzeroberflächen und automatisierten Funktionalitäten im Z OS MF entgegen: „Ease of use steht bei der Entwicklung ganz oben auf der Prioritätenliste“, so Thomasch. Dazu kommt die weltweite Initiative „Master of the mainframe“, die insbesondere Informatik-Studenten für die Boliden begeistern, und deren Skill-Potenzial fördern soll.

Ein erster Kontrakt für den ZR1 wurde bereits vor der offiziellen Ankündigung abgeschlossen. Das erste Referenzsystem geht an das kirchliche Rechenzentrum KRZ Südwestdeutschland. Und die Verantwortlichen dort lassen sich von einer Klum-Figur ganz sicher nicht blenden.

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