Angetestet: Dell XPS 13 9310 Mehr Power durch Tiger Lake

Von Klaus Länger

Dell setzt bei der aktuellen Generation des 13,4-Zoll-Notebooks XPS 13 nun die neuen 10-Nanometer-Prozessoren von Intel aus der Tiger-Lake-Familie ein. Wir haben uns in einem Hands-on-Test das Modell 9310 mit Core i7-1165G7 angesehen.

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Mit dem Intel Core i7-1165G7 sitzt im aktuellen Dell XPS 13 die CPU mit der derzeit schnellsten integrierten Grafikeinheit.
Mit dem Intel Core i7-1165G7 sitzt im aktuellen Dell XPS 13 die CPU mit der derzeit schnellsten integrierten Grafikeinheit.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Das XPS 13 9310 in unserem Hands-on-Test ist im Prinzip „nur” ein Prozessor-Upgrade des zu Beginn des Jahres präsentierten XPX 13 mit der Modellnummer 9300. Allerdings eines, das es in sich hat. Denn im Vergleich zu der dort verwendeten Ice-Lake-CPU hat Tiger Lake, also die mittlerweile 11. Generation von Intels Core-Prozessoren, in der Rechenleistung und vor allem bei der Grafikperformance ordentlich zugelegt.

Vier Kerne und schnelle Iris-Xe-Grafik

Im Testgerät ist ein Core i7-1165G7 eingebaut. Der Quadcore-Prozessor mit Hyperthreading arbeitet mit einer Taktfrequenz von bis zu 4,7 GHz beim kurzzeitigen Turbo-Boost. Dem Prozessor steht ein 16 GB großer und nicht erweiterbarer Arbeitsspeicher zur Seite, bestehend aus schnellen LPDDR4x-Chips mit 4.267 MHz. In der reinen Rechenleistung kann der XPS 13 mit Tiger Lake damit Geräten mit Ryzen-4000-Hexacore- oder gar Octacore-CPUs nicht das Wasser reichen. So kommt der Dell im Cinebench R11.5 auf 8,84 Punkte beim Multi-CPU-Rendering, während der Acer Swift 3 mit AMD Ryzen 4500U in ­unserem letzten Test 9,62 Punkte erzielt. Dafür erzielt der XPS 13 im für den Alltagsbetrieb relevanteren Anwendungsbenchmark PCMark 10 mit 4.869 Zählern einen etwas höheren Wert als das AMD-Notebook mit 4.666 Punkten.

Die höhere Leistung hängt zu einem guten Teil mit der im Prozessor integrierten Iris-Xe-Grafikeinheit zusammen. Mit 15.989 Punkten im Night-Raid-Lauf des 3DMark ist sie nicht nur mehr als dreimal so schnell wie die Intel-UHD-Grafik in einem Intel Core i5-102010U aus der Comet-Lake-­Generation, sondern übertrifft auch die ­integrierte Radeon-GPU in einem AMD ­Ryzen 4500U deutlich. Für die haben wir knapp 10.500 Zähler gemessen. Insgesamt liegt die 3D-Performance der Xe-Grafik damit etwa auf dem Niveau einer Nvidia Geforce MX350. Ebenfalls flott zeigte sich die im XPS 13 verwendete 512-GB-Kioxia-SSD vom Typ XG6 mit 2.250 MB/s beim sequenziellen Lesen. Die Akkulaufzeit ist mit knapp über vier Stunden unter Last und bei ­hoher Displayhelligkeit befriedigend. Im Alltag sollten etwa sieben bis acht Stunden möglich sein. Damit erfüllt das Gerät die Anforderungen von Intels Evo-Zertifizierung. Die Schnellladefunktion für den 52-Wh-Akku muss allerdings in der Dell-Power-Manager-Applikation noch aktiviert werden. Als Standard ist adaptives Laden gesetzt.

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Helles 16:10-Display

Verpackt sind die CPU und die anderen Komponenten in ein schlankes und sehr kompaktes Aluminiumgehäuse. Mit einem Gewicht von 1,2 kg ist es etwas schwerer als erwartet, ist dafür aber auch sehr solide und verwindungssteif. Im Testgerät sitzt ein mattes 13,4-Zoll-IPS-Panel ohne Touchfunktion. Mit 1.920 x 1.200 Pixel ist die ­vertikale Auflösung etwas höher, als bei gewohnten Full-HD-Displays. Zudem gefällt das Panel durch brillante Farben und eine hohe Helligkeit von 500 Nits, was das Arbeiten im Freien erleichtert. Zudem verfügt es laut Hersteller über einen Blaulichtfilter, der die Farbdarstellung nicht beeinträchtigt. Das Panel ist in einen rundum extrem schmalen Rahmen gefasst. Die HD-Webcam mit zusätzlichem IR-Modul für Windows Hello hat trotzdem Platz über dem Panel gefunden. Der Hersteller setzt ein sehr kompaktes Kameramodul ein, das allerdings kein besonders gutes Bild liefert.

Nur USB-C – aber mit Thunderbolt 4

Externe Schnittstellen gibt es bedingt durch die flache Bauform nur wenige: Zwei Thunderbolt-4-Ports, eine Audiobuchse und ­einen MicroSD-Steckplatz. Einer der Thunderbolt-Anschlüsse im USB-C-Format dient zudem als Ladebuchse für das win­zige Netzteil. Die Thunderbolt-4-Ports können nicht nur Daten zu anderen Thunderbolt-Geräten mit bis zu 40 Gbps übertragen, sondern sie unterstützen zudem USB 4 mit bis zu 20 Gbps, erlauben den Anschluss von zwei 4K-Displays in Reihe und die Anbindung externer Grafikkarten über vier PCIe-3.0-Lanes. Zudem sollen sie im Gegensatz zu Thunderbolt 3 vor physischen DMA-Angriffen geschützt sein. Für den Anschluss herkömmlicher USB-Geräte liegt dem XPS 13 ein Adapter von USB-C auf USB Typ-A bei. Als drahtlose Schnittstelle ist ein Killer-AX1650-WLAN-Modul eingebaut, das WiFi 6 und Bluetooth 5.1 unterstützt. Eine LTE- oder gar 5G-Option bietet Dell nicht an.

Trotz der kompakten Bauform bietet das XPS 13 ein Keyboard mit normal großen Tasten, das die Breite des Chassis fast komplett ausfüllt. Lediglich die Cursortasten für Aufwärts und Abwärts sind sehr klein und müssen zudem noch für den Bildlauf herhalten, sobald gleichzeitig die FN-Taste gedrückt wird. In der oberen rechten Ecke des Tastenfelds ist der Powerbutton mit integriertem Fingerabdruckleser angeordnet. Unter der zweistufig beleuchteten Tastatur sitzt ein ­relativ großes Touchpad mit Glasoberfläche und Gestenerkennung. Die Handballenauflage des Notebooks besteht aus ­beschichtetem Carbonfasergewebe.

Fazit: Kompaktes Premium-Notebook mit hoher Leistung

Mit einem Preis von etwa 1.700 Euro gehört das kompakte XPS 13 zu den hochpreisigen Thin-und-Light-Notebooks. Es ist etwa 200 Euro teurer als der direkte Vorgänger 9300 mit Ice-Lake-Prozessor. Den Mehrpreis ist das XPS 13 9310 auf ­jeden Fall wert. Denn die Tiger-Lake-CPU im Modell 9310 liefert nicht nur eine höhere Anwendungsperformance, sondern vor allem eine deutlich höhere 3D-Performance auf dem Niveau des separaten Grafikchips MX350 von Nvidia.

Weitere Pluspunkte sind das helle und matte 16:10-Display, das solide Alugehäuse und das hochwertige Keyboard. Weniger gut gefallen haben uns die sparsame Schnittstellenausstattung und die Akkulaufzeit.

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