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Studie des EHI Retail Institute zum Online-Handel

Mehr E-Commerce aber weniger Umsatz

| Autor: Sarah Gandorfer

Stationäre Händler drängen vermehrt ins Internet.
Stationäre Händler drängen vermehrt ins Internet. (Bild: Pixabay / CC0)

Kleine Online-Händler haben es immer schwerer im hart umkämpften Online-Markt. Dafür können sich die Top-3-Onlinehändler über einen gemeinsamen Umsatz von 13,1 Milliarden Euro freuen. Die Nutzung von On- und Offline-Vertriebskanälen zahlt sich aus: bestes Beispiel sind Media-Saturn und Ikea.

Statista und das EHI Retail Institute (EHI) haben den Online-Handel hierzulande unter die Lupe genommen. Das Fazit: Der deutsche E-Commerce-Umsatz hat 2017 zugelegt, wenn auch nicht mehr so stark wie in den Vorjahren. Allerdings sind es vor allem die großen Shops, die das stärkste Wachstum verzeichnen, während das Umsatzwachstum der kleineren Online-Händler der zweiten Hälfte des Rankings der Top-1.000-Onlineshops eher rückläufig ist. Gleichzeitig nehmen die Aktivitäten der Händler auf Marktplätzen wie Marketplace Amazon oder eBay zu.

2017 haben die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops 42,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Verglichen mit dem Vorjahr (39,6 Mrd. Euro) entspricht das einem Umsatzwachstum von 8,1 Prozent. Damit befindet sich der hiesige E-Commerce-Markt weiterhin auf konstantem Wachstumskurs, bleibt aber unter dem zweistelligen Umsatzwachstum aus dem Vorjahr (11,4 Prozent). Bereits in den vergangenen Jahren zeichnete sich ab, dass es für die kleinen Online-Händler im stark umkämpften E-Commerce-Markt immer schwieriger wird und sich das Wachstum zunehmend auf die Großen verlagert. Alleine die 10 umsatzstärksten Shops erzielten mit 17,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 15,7 Mrd. Euro) einen Umsatzanteil von mehr als 40 Prozent.

Die Ränge 101 bis 500 erzielten noch einen Anteil von knapp 20 Prozent beziehungsweise einen Gesamtumsatz von 8,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,3 Mrd. Euro). Die übrigen Shops auf den Plätzen 501 bis 1.000 erwirtschafteten zusammen noch 3,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,8 Mrd. Euro), also einen Umsatzanteil von knapp neun Prozent.

Auf der Spitzenposition hält sich mit 8,8 Milliarden Euro eigenem Retail-Umsatz weiterhin Amazon.de. Mit weitem Abstand – und einem Umsatz von knapp drei Milliarden Euro – folgt der Otto-Versandhandel. Auf dem dritten Platz befindet sich Zalando.de mit 1,3 Milliarden Euro. Zusammen erzielten die Top-3-Onlinehändler einen Umsatz von 13,1 Milliarden Euro und machen 43 Prozent des Umsatzes des gesamten Rankings der führenden 100 Onlinehändler aus (siehe Bildergalerie).

Zweigleisig: stationär und online

„Unumstritten ist der Trend im Handel, sowohl online als auch stationär Geschäfte zu betreiben“, bemerkt Christoph Langenberg, E-Commerce-Experte beim EHI, „aber offensichtlich macht man häufiger den Schritt von stationär zu online als andersherum.“

Insgesamt sind 68 Unternehmen der Top-100-Onlinehändler auch stationär aktiv. Von diesen haben allerdings die meisten (57) ihre Wurzeln im stationären Handel oder im Versandhandel. Nur elf sind ehemalige Online-Pureplayer, die also zuerst im E-Commerce tätig waren. Unter diesen wiederum gibt es nur drei Händler, die mehr als fünf stationäre Stores haben, Misterspex.de (10), Cyberport.de (13) und Mytoys.de (17). Weitere wie Zalando.de und Home24.de betreiben stationär ausschließlich Outlet-Formate mit Sonderabverkäufen.

Der Trend fällt bei genauerer Analyse also sehr deutlich zugunsten des Online-Handels aus und bezieht sich auf stationäre Händler, die vermehrt ins Netz drängen – Onlinehändler mit Ursprung im Netz zieht es sehr viel weniger in die Einkaufsstraßen der Städte.

Bei Mediamarkt.de, Saturn.de und Ikea.de zahlt sich die Nutzung der zweigleisigen Vertriebswege aus. Sie profitieren mit über 30 Prozent von einem überdurchschnittlich großen relativen Umsatzwachstum beim E-Commerce im Vergleich zum Vorjahr aus. Damit liegen sie beim Umsatzwachstum sogar noch vor Amazon (9 %). Wobei der amerikanische Internethändler mit einem absolut gesehenen Wachstum von 700 Millionen Euro seinen Wettbewerber dann doch mit Riesenschritten voraus ist.

Wieder mehr Marktplätze

Die Studie stellt zudem fest, dass nach einem Rückgang in den Vorjahren wieder mehr Online-Händler Marktplätze als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen. 35 Prozent der Top-1.000-Online-Shops sind zusätzlich auf eBay aktiv. Bei Amazon sind es bereits 43 Prozent der Online-Händler. Das ist eine Steigerung von sieben Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

„Das Marktwachstum wird überproportional von den umsatzstärksten Händlern getrieben. Wir beobachten außerdem, dass Marktplatzaktivitäten insgesamt zunehmen. Immer mehr große Online-Händler betreiben selbst Marktplätze, die wiederum von anderen vermehrt genutzt werden, um von der größeren Reichweite zu profitieren“, so das Fazit von Langenberg.

Methodik der Studien

Die EHI-Studie beruht auf sowohl auf einer Händler-Befragung (EHI) wie auch auf Statista-Hochrechnungen auf Basis einer Regressionsanalyse sowie Unternehmensangaben aus Geschäftsberichten, Pressemitteilungen und Unternehmenswebsites. Schwerpunkt der Untersuchung waren B2C-Onlineshops mit Ausnahme von Marktplätzen. Berücksichtigt wurde der Umsatz mit physischen Gütern. Der Umsatz mit digitalen Gütern wie Apps und Streaming-Diensten von Shops, wie beispielsweise Apple iTunes und Spotify, wurde nicht berücksichtigt. Betreibt ein Unternehmen mehrere Onlineshops, so wurde jeder Shop separat betrachtet.

2017 wurde jeder dritte Online-Händler abgemahnt

Studie vom Händlerbund

2017 wurde jeder dritte Online-Händler abgemahnt

05.04.18 - Der Wettbewerbsdruck nimmt zu, infolgedessen steigen auch die Abmahnungen. Der Händlerbund hat unter anderem untersucht, was die häufigsten Abmahngründe sind und wie hoch die Kosten für den Betroffenen ausfallen. lesen

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