Channel Fokus: Managed Security Managed Security startet voll durch

Von Dr. Dietmar Müller 6 min Lesedauer

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Managed Security Services Provider können die Nachfrage kaum bedienen, die Branche boomt, weil der Mittelstand massiv Nachholbedarf in Sachen Sicherheit hat. Neue Entwicklungen sorgen aber für Verwerfungen.

Die Branche Managed Sercurity Service startet voll durch. Der Mittelstand hat massiven Nachholbedarf in Sachen Sicherheit.(Bild:  midjourney/ KI-generiert)
Die Branche Managed Sercurity Service startet voll durch. Der Mittelstand hat massiven Nachholbedarf in Sachen Sicherheit.
(Bild: midjourney/ KI-generiert)

Die gute Nachricht vorweg: Für den Markt für Managed Security Service Provider (MSSP) geht es weiter steil nach oben. „Managed Services haben in den letzten Jahren ein stetiges Wachstum erfahren, dabei ist auch die Nachfrage nach Managed Security Services gestiegen ist“, erläutert Mathias von Bescherer, Geschäftsführer von Arrow Enterprise Computing Solutions Deutschland. „Der Hauptgrund dafür liegt in der zunehmenden Komplexität von IT-Infrastrukturen und den steigenden Cyberbedrohungen.“

Wenn es um Managed Security geht, benötigen Unternehmen vertrauenswürdige Channel Partner, auf die sie sich verlassen können.

Mathias von Bescherer, Geschäftsführer bei Arrow ECS Deutschland

Mathias von Bescherer, Geschäftsführer von Arrow ECS Deutschland(Bild:  Arrow ECS Deutschland)
Mathias von Bescherer, Geschäftsführer von Arrow ECS Deutschland
(Bild: Arrow ECS Deutschland)

Auf der Suche

Ein weiteres wichtiges Zugpferd für Managed Security Services macht Stefan Fritz, Director Channel Sales EMEA Central bei Sophos, im allgegenwärtigen Fachkräftemangel aus. „Organisationen jeder Größenordnung sind auf der Suche nach flexiblen Alternativen, um trotz fehlender IT-Mitarbeiter auf die immer professionelleren und besser getarnten Cyberattacken reagieren zu können. Dabei steht nicht nur die zur Verfügungsstellung eines externen Expertenteams im Fokus, sondern auch ein individuelles Managed-Service-Modell, das vorhandene, interne IT-Kräfte einbindet und maßgeschneiderte Arbeitsteilung mit externen Experten ermöglicht.“

„Unsere Partner verlangen zunehmend nach einer einfachen, zentralen Verwaltung mit vollständiger Transparenz und der Möglichkeit, ihr Serviceportfolio schnell zu erweitern“, berichtet Shahar Divon, Head of MSSP & SMB Business bei Check Point Software Technologies. „Sie wünschen sich Lösungen, die sich in ihre bestehenden Plattformen integrieren lassen, den betrieblichen Aufwand minimieren und eine proaktive Über­wachung bieten, um die Sicherheit ihrer Kunden zu gewährleisten. Darüber hinaus suchen sie nach einem flexiblen Geschäftsmodell ohne Vorabinvestitionen, nach Möglichkeiten, höhere Gewinnspannen zu erzielen, und nach Möglichkeiten, neue Einnahmequellen zu erschließen.“

MSSP werden einheitliche Platt- formen bevorzugen, die verschiedene Sicherheitslösungen integrieren, um die Komplexität zu reduzieren und die Effizienz zu steigern.

Shahar Divon, Head of MSSP & SMB Business Check Point Software Technologies

Shahar Divon, Head of MSSP & SMB Business(Bild:  Check Point Software Technologies)
Shahar Divon, Head of MSSP & SMB Business
(Bild: Check Point Software Technologies)

Langsame Transformation

Volker Bentz, Gründer und Gesellschafter von Brandmauer IT, hat aber auch eine kritische Anmerkung. Ja, der Markt für MSSP wachse beständig, trotzdem ließen sich zu viele Anwender noch zu viel Zeit mit der Transformation: „Viele Unternehmen verlassen sich auf veraltete Lösungen, die sie seit Jahren einsetzen, und sind oft investitionsscheu – trotz der allseits bekannten Gefahrenlage und der Tatsache, dass Cyberangriffe mittlerweile das größte Unternehmensrisiko darstellen.“ Wie beispielsweise von Techconsult vor fünf Jahren vorausgesagt, kennt der Markt für Managed Security Services kein Halten – einfach wegen seiner Größe: In Deutschland gibt es Millionen von Unternehmen, von denen bei weitem noch nicht alle dem Thema IT-Security die Bedeutung zumessen, die es verdient oder besser gesagt unbedingt erfordert. Wo genau drückt diesen Unternehmen jetzt und heute der Schuh?

Andy Felbinger, Head of Sales Deutschland bei G Data CyberDefense, hat darauf eine klare Antwort: „Unsere Kunden fragen uns gezielt nach gemanagten Sicherheitslösungen, die durch Fachleute administriert werden. Dabei sind die Aspekte ‚Made in Germany‘ und ein deutschsprachiger Kundenservice sehr wichtig. Kunden bevorzugen einen vertrauensvollen Anbieter aus der Region.“

Schutz, Schutz, Schutz

Neben Augenhöhe und Regionalität wollen sich Kunden zudem vor Auswirkungen der geopolitischen Entwicklungen schützen, so Kim Finck, Regional Sales Manager Cybersecurity bei Cisco.

Kim Finck, Regional Sales Manager, Cisco(Bild:  Cisco)
Kim Finck, Regional Sales Manager, Cisco
(Bild: Cisco)

Dies geschehe in Form einer schnellen Angriffserkennung und der damit verbundenen Reaktionsfähigkeit. Diese Erfahrung hat auch Arnd Gille, Director Solutions ­Consulting, Palo Alto Networks, gemacht. Im Bereich der Zero-Trust-Lösungen gehe es um die effiziente Kombination von einheitlichen Lösungen für mobile Benutzer und feste Standorte, um einen reibungslosen Übergang zwischen SASE­-Lösungen und Hard- und Software-Firewalls zu ermöglichen.

Praktisch alle Befragten, so auch Marcel Siefers, Business Development Partner bei Pco, bestätigen die starke Nachfrage nach Incident-Response-Plänen unter den Kunden. „Digital Forensics and Incident Response (DFIR) werden von Anwendern deswegen aktuell stark nachgefragt, weil Detektionssysteme einen Angriff oftmals in frühen Stadien erkennen und bei passender und zeitnaher Reaktion einen flächendeckenden Schaden verhindern können“, so Siefers. Neben DFIR seien insbesondere die Themen SOC, Table-Top-Simulationen und Log-Management ganz heiße Eisen.

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Wir sind zuversichtlich, dass auch 2025 weiteres Wachstum für Cybersecurity und Managed Services mit sich bringen wird.

Nicholas Pook Director Partner Ecosystems DACH bei Trend Micro

Nicholas Pook, Head of Partner Management & Cloud Alliances DACH bei Trend Micro (Bild:  Denis Pernath Photography)
Nicholas Pook, Head of Partner Management & Cloud Alliances DACH bei Trend Micro
(Bild: Denis Pernath Photography)

„Eine wichtige Rolle spielen dabei für viele die Anforderungen der NIS2-Richtlinie“, erläutert Nicholas Pook, Director Partner Ecosystems DACH bei Trend Micro. Unternehmen benötigen Unterstützung bei der Umsetzung der verpflichtenden Maßnahmen bezüglich Cyber-Risikomanagement und Lieferkettensicherheit.

Das alles bestätigt Hannes Reichel, Product Marketing Manager bei Eset Deutschland. Interessant dabei sei, dass Firmen nur einen Teil ihrer Sicherheitsstrategie in die Hände von Spezialisten legen: „Die dadurch freigewordenen Ressourcen nutzen sie vermehrt, um präventive Maßnahmen zu implementieren. So ist die starke Nachfrage nach unseren Lösungen für das Vulnerability and Patch Management und die Multi-Faktor-Authentifizierung zu erklären.“

Wir sehen ein beschleunigtes Wachstum des MSP-Marktes, da immer mehr Unternehmen ihre IT-Sicherheit auslagern oder sich variabel den Marktgegebenheiten beziehungsweise Ressourcen anpassen müssen, um mit der sich schnell entwickelnden Bedrohungslandschaft Schritt zu halten. Letzteres lässt sich am besten mit einem MSP-Modell realisieren.

Hannes Reichel, Product Marketing Manager bei Eset

Hannes Reichel, Product Marketing Manager, Eset Deutschland GmbH (Bild:  Eset Deutschland GmbH)
Hannes Reichel, Product Marketing Manager, Eset Deutschland GmbH
(Bild: Eset Deutschland GmbH)

Adrian Brandtner, Team Lead Security bei Elovade Deutschland, kann ein Lied vom Bedarf nach regelmäßigen Schulungen und Audits singen: „Security Awareness Trainings gehören weiterhin zu den besonders gefragten Bereichen. Die Sensibilisierung der Mitarbeiter bleibt essenziell – selbst bei einem mehrschichtigen Sicherheitskonzept.“ Ein weiteres stark wachsendes Segment sei Microsoft 365. Viele Kunden suchen nach ergänzenden Lösungen, beispielsweise für das Rechte-Management oder für ein umfassendes Tenant-­Management.

Künstliche Intelligenz

Neben der konkreten Nachfrage durch Kunden, wird die Branche gerade von der Künstlichen Intelligenz gehörig aufgemischt. Obwohl: „Die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Malware und Ransomware as a Service kann man eigentlich nicht mehr Trend nennen, sondern muss als ein langjähriges Ärgernis bezeichnet werden, das uns noch lange begleiten wird“, so Reichel von Eset.

KI-basierte Systeme ermöglichen effektiveres Arbeiten

Arnd Gile von Palo Alto Networks geht flankierend davon aus, dass sich die Cyber-Infrastruktur auf einer Plattform mit einer gemeinsamen Datenbasis konsolidieren wird: „KI nimmt im Jahr 2025 eine integrierte Rolle ein: KI-basierte Systeme werden die Bedrohungserkennung und -abwehr autonom ausführen, während menschliche Analysten sich auf hochkomplexe Aufgaben konzentrieren, die fortgeschrittene Analysen und strategisches Denken erfordern.“

Olaf Niemeitz, Managing Director Managementbereich IT, Axians Deutschland  (Bild:  Axians Deutschland)
Olaf Niemeitz, Managing Director Managementbereich IT, Axians Deutschland
(Bild: Axians Deutschland)

Autonome KI-Systeme werden üblicherweise als „Agenten“ tituliert. Für diese wird nach Meinung von Olaf Niemeitz, ­Managing Director Managementbereich IT bei Axians Deutschland, der Markt enorm wachsen: „Immer mehr Module in bestehenden Security-Frameworks integrieren KI-Agenten, die sowohl die Erkennung von Angriffen erleichtern als auch eine fundierte Risikoanalyse ermöglichen. Durch die Nutzung von Daten über Angriffe auf andere Unternehmen können diese KI-gestützten Systeme potenzielle Schwachstellen identifizieren und präven­tive Maßnahmen ergreifen.“

„Die Nachfrage nach proaktiver, KI-­gesteuerter Bedrohungserkennung und Compliance-Management wird aufgrund der Komplexität von Cyber-Bedrohungen und des zunehmenden regulatorischen Drucks steigen“, so die zusammenfassende Prognose von Check-Point-Manager Divon.

KI ist natürlich das Über-Thema in diesem Jahr, dennoch tut sich auch an anderen Fronten jede Menge: Divon geht beispielsweise weiter davon aus, dass sich MSSP auch darauf konzentrieren werden, durch maßgeschneiderte, skalierbare Sicherheitsdienste wiederkehrende Umsätze zu generieren. Das hört sich vielversprechend für die Marktteilnehmer an, die jedoch nach Meinung von Andy Felbinger in diesem Jahr weniger werden: „Gemanagte Sicherheitslösungen werden im Markt noch mehr in den Fokus rücken. Daher werden sowohl Hersteller als auch Systemhäuser ihre Services weiter ausbauen. Momentan gibt es eine Vielzahl an Anbietern auf dem Markt. Ich gehe daher davon aus, dass sich 2025 eine Konsolidierung der Branche, aber auch viele neue Partnerschaften ergeben werden.“

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