Auf der IFA 2024 hat Intel die Core-Ultra-Prozessoren der Serie 200V offiziell vorgestellt. Sie sind laut Intel die effizientesten x86-Prozessoren aller Zeiten. Damit und mit ihrer schnellen NPU sollen sie die perfekte Plattform für Copilot+-Notebooks sein.
Michelle Johnston Holthaus, Chefin der Client Computing Group von Intel, stellt die Core-Ultra-200V-Prozessoren, bislang besser bekannt als Lunar Lake, auf der IFA offiziell vor. Die neuen Prozessoren sollen Maßstäbe bei der Effizienz setzen, dabei aber trotzdem schnell sein.
(Bild: Intel Corporation)
Intel hat zuletzt primär durch Verluste, Entlassungen und Probleme bei der Fertigung Schlagzeilen gemacht. Mit Core Ultra 200V, so der offizielle Name der Lunar-Lake-Prozessoren, will der Hersteller wieder für gute Nachrichten sorgen. Die für dünne und leichte Notebooks, Convertibles und Detachable bestimmten Prozessoren sollen bei der Effizienz die Konkurrenzprodukte Snadragon X von Qualcomm sowie Ryzen AI 300 (Strix Point) von AMD deutlich schlagen und trotzdem eine sehr hohe Performance liefern. Zudem hat Intel durch die Integration einer schnellen NPU endlich einen Prozessor im Portfolio, der die Copilot+-PC-Anforderung seitens Microsoft erfüllt.
Die Architektur von Lunar Lake wurde in einem Artikel zur Computex bereits ausführlich vorgestellt, daher folgt nur eine Zusammenfassung mit einigen Ergänzungen und Informationen über die nun vorgestellte Modellpalette.
Lunar Lake, also die Core-Ultra-200V-Prozessoren, gibt es nur als Ultra 5, Ultra 7 und Ultra 9. Alle Prozessoren verfügen über insgesamt acht Kerne. Vier davon sind schnelle P-Cores der neuen Lion-Cove-Generation mit verbesserter Architektur aber ohne Hyperthreading. Der Verzicht auf das Multithreading in einem Core soll laut Intel der Effizienz des Prozessors zugute kommen und auch ein Stück weit durch die gestiegene Single-Core-Performance kompensiert werden. Lunar Lake kann mit seinen P-Cores also weniger Threads gleichzeitig verarbeiten, dass aber dafür schneller erledigen. Zu den vier P-Cores kommen noch vier E-Cores der ebenfalls neuen Skymont-Generation. Sie sollen die Effizienz der bisherigen E-Cores mit einer Performance verbinden, die auf dem Niveau früherer P-Cores liegt. Zudem soll ohne Hyperthreading die sinnvolle Zuweisung von Tasks an die P- und E-Cores einfacher werden. Der dafür zuständige Intel Thread Director arbeitet laut Intel mit KI-Hilfe, die von einem eigenen Microcontroller auf der CPU geleistet wird. Die NPU ist daran nicht beteiligt. Die von Intel versprochene hohe Effizient von Lunar Lake kommt auch dadurch zustande, dass die E-Cores hier die Hauptarbeit übernehmen und die P-Cores nur aktiv werden, wenn viel Leistung nötig ist. Der Last-Level-Cache ist bei Core 7 Ultra und Core 9 Ultra 12 MB groß, die Core-Ultra-6-Modelle müssen mit 8 MB auskommen.
Ergänzt werden die Compute-Kerne duch eine im Vergleich zu Meteor Lake deutlich schnellere NPU mit bis zu 48 TOPS und eine neue GPU mit schnelleren Xe-2-Cores, verbessertem Raytracing und neuen XMX-KI-Engines. Die KI-gestützte Upscaling-Technologie XeSS wird ebenfalls unterstützt. In den Core-Ultra-7-Modellen und im Core Ultra 9 kommt eine Arc-140V-GPU mit acht Xe2-Cores zum Einsatz, bei Core Ultra 5 eine Arc-130V-GPU mit sieben Cores. Für Arc 140V verspricht Intel eine im Vergleich zur Arc-GPI von Meteor Lake um bis zu 31 Prozent höhere Gaming-Performance, die auch die Radeon-Grafik in AMDs Ryzen AI schlagen soll. Dazu kommt noch eine neue Media Engine mit schnellerem Video-Transcoding.
Der Arbeitsspeicher sitzt bei Notebooks mit Lunar Lake nicht mehr auf dem Mainboard, sondern ist Teil des Prozessors. Auf dem Prozessor-Package sind zwei LPDDR5X-8533-Chips mit insgesamt 16 oder 32 GB Kapazität untergebracht. Dieser Weg, den Apple bei seinen ARM-SoCs schon vor einiger Zeit gegangen ist, verkürzt die Signalwege, was den höheren Takt und eine niedrigere Latenz ermöglicht. Intel spricht hier von etwa 90 ns, 30 Prozent weniger als bei Meteor Lake.
Neun Lunar-Lake-Prozessoren
Auf der IFA hat Intel insgesamt neun neue Lunar-Lake-Prozessoren vorgestellt: Jeweils Vier Core-Ultra-5- und Ultra-7-Modelle mit unterschiedlichem Takt und 16 oder 32 B Arbeitsspeicher, sowie dem Ultra 9 288V als Spitzenmodell mit 32 GB RAM. Er unterscheidet sich vom Ultra 7 durch einen etwas höheren Takt und vor allem durch die höhere Base Power von 30 statt 17 Watt. Dadurch kann er seine Leistung längere Zeit auf einem höheren Niveau halten, als die 17-Watt-CPUs, benötigt dafür aber eine bessere Kühlung und mehr Strom. Der maximale Turbo-Takt liegt bei allen CPUs bei maximal 37 Watt und damit deutlich unter dem von AMDs Strix Point mit bis zu 54 Watt TDP. Allerdings bietet die AMD-CPU auch vier Zen-5- und acht Zen-5c-Cores und bis zu 24 Threads.
Intel bringt neun verschiedene Lunar-Lake-Modelle auf den Markt, die alle über vier P- und vier E-Cores verfügen. Die Unterschiede liegen in der Speicherbestückung, der Taktfrequenz und in der Zahl der GPU-Cores. Der Core Ultra 9 arbeitet mit einer höheren Base Power von 30 statt 17 Watt.
(Bild: Intel Corporation)
KI-Leistung und Anwendungen
Neben der NPU lassen sich bei Lunar Lake natürlich auch GPU und die CPU-Cores für KI-Anwendungen nutzen. Die NPU erledigt das nur besonders effizient und ist so für im Hintergrund laufende Anwendungen wie die Windows Studio Effekte für Videokonferenzen, das automatische Transkribieren mit Übersetzung oder Security-Funktionen ideal. Für die Bildgenerierung mit Stable Diffusion ist dagegen die GPU viel besser geeignet, während das Inferencing mit durch die CPU-Cores erledigt werden kann. Für den gesamten Prozessor gibt der Hersteller eine KI-Performance von bis zu 120 TOPS an, davon 67 für die GPU und fünf für die CPU-Cores. Zudem sollen die bessere KI-Ökosystem den Herstellern von Anwendungsprogrammen die Integration von KI-Funktionen deutlich erleichtern. Bei der Vorstellung der CPU nannte Intel jedenfalls eine breite Palette von Anwendungen mit KI-Funktionen, die auf Lunar Lake besser arbeiten sollen, als auf den CPUs von AMD und Qualcomm.
Stand: 08.12.2025
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Fertigung größtenteils bei TSMC
Intels strauchelnde Prozessorfertigung wird von Lunar Lake aber kaum profitieren. Aus den eigenen Fabs kommt nur das Foveros Base Tile, ein passiver Interposer, der als Basis für den Prozessor und die Speicherchips dient. Der Compute Tile und der SoC Tile werden beide bei TSMC im N3B- beziehungsweise N6-Verfahren hergestellt. Das SoC- oder Platform-Controller-Tile enthält unter anderem den PCIe-Controller mit vier PCIe-Gen5- und vier PCIe-Gen4-Lanes, den Thunderbolt-4-Controller für bis zu drei Ports und dem WLAN-Controller. Der unterstützt Wi-Fi 7 sowie Bluetooth 5.4 und benötigt auf dem Mainboard des Notebooks nur einen kleinen Companion-Chip mit den Funk-Komponenten.
Erste Notebooks auf der IFA
Auf der IFA werden bereits etliche Notebooks mit Core-Ultra-200V-Prozessor zu sehen sein. Für sie verspricht Intel deutlich längere Akku-Laufzeiten von bis zu 20 Stunden bei normaler Office-Nutzung, eine hohe sehr 3D-Performance für den Formfaktor und eine hohe Sicherheit durch die in der CPU integrierten Security-Funktionen. Vergleichbare Geräte mit Qualcomm Snapdragon X laufen ebenfalls sehr lange, wie auch unsere Hands-on-Tests gezeigt haben, leiden aber unter einer geringeren Software-Kompatibilität durch ihre ARM-Architektur. AMD hat Strix Point schon auf der Computex gestartet, allerdings gibt es bislang kaum Notebooks mit Ryzen AI 300 auf dem Markt. Intel hat also mit Lunar Lake eine gute Ausgangsposition, sofern die neuen CPUs das halten, was der Hersteller verspricht.