GfK-Konsumklimastudie für November 2020 Lockdown light trifft Konsumklima schwer

Autor: Heidemarie Schuster

Der Lockdown light hat der GfK-Konsumklimastudie zufolge die Stimmung der Verbraucher im November spürbar gedämpft. Die Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung müssen, wie schon im Vormonat, Einbußen hinnehmen.

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Die Konsumlaune der deutschen Verbraucher ist durch den zweiten Lockdown deutlich gesunken.
Die Konsumlaune der deutschen Verbraucher ist durch den zweiten Lockdown deutlich gesunken.
(Bild: Feydzhet Shabanov – stock.adobe.com)

Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen hat die Regierung die deutsche Wirtschaft in einen weiteren Lockdown geschickt, wenn dieser auch weniger strikt ausfällt, als der im Frühjahr dieses Jahres.

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“, erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Diese Verunsicherung zeigen auch die Ergebnisse aus einer aktuellen GfK eBUS-Umfrage. Demnach sind 75 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass Covid-19 für Deutschland eine große oder sogar sehr große Bedrohung darstellt. 18 Prozent gehen von einer eher geringen Bedrohung aus und nur noch 4 Prozent zeigen sich völlig unbeeindruckt. Bei der Beurteilung der persönlichen Zukunft im Zusammenhang mit Covid-19 sind die Verbraucher weniger kritisch. Hier halten sich Pessimisten und Optimisten derzeit in etwa die Waage: Knapp 50 Prozent machen sich eher wenig bis keine Sorgen, wenn es um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise auf ihre persönliche Zukunft geht. Dagegen haben etwa 48 Prozent sehr große oder eher große Sorgen.

„Der weitere Verlauf des Infektionsgeschehens in den kommenden Wochen wird maßgeblich darüber bestimmen, ob sich das Konsumklima wieder stabilisieren kann. Nur ein spürbares Sinken der Infektionszahlen und eine Lockerung der Beschränkungen wird wieder für mehr Optimismus sorgen“, sagt Bürkl.

Konjunkturerwartung

Der Indikator Konjunkturerwartung der GfK Konsumklimastudie verliert 7,3 Zähler und rutscht damit auf -0,2 Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt im Mai dieses Jahres mit -10,4 Punkten gemessen.

Mit dem Lockdown light, der Anfang November in Kraft trat, schwindet offenbar bei den Konsumenten die Hoffnung auf einen nachhaltigen Aufschwung der deutschen Wirtschaft. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geht in seinem kürzlich veröffentlichten Jahresgutachten davon aus, dass durch die erneuten pandemiebedingten Einschränkungen die Erholung der deutschen Wirtschaft eine Pause einlegen wird.

Die Exporte werden in den kommenden Monaten ebenfalls keine spürbaren Impulse für die deutsche Konjunktur geben können, da einige der wichtigsten deutschen Handelspartner, wie Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien weitaus heftiger durch Corona getroffen werden und schärfere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergriffen haben.

Einkommenserwartung

Mit den sinkenden Konjunkturaussichten müssen auch die Einkommenserwartungen im November einen weiteren Dämpfer hinnehmen. Der Indikator fällt nach einem Minus von 5,2 Zählern auf 4,6 Punkte. Zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres fehlen damit knapp 41 Punkte.

Der zweite Lockdown in diesem Jahr bedeutet für Unternehmen aus der Gastronomie, dem Hotel- und Veranstaltungsgewerbe sowie dem Tourismus einen herben Rückschlag. Trotz erheblicher finanzieller Unterstützung durch die Regierung werden es vermutlich eine Reihe von Unternehmen aus diesen Bereichen nicht überleben und in die Insolvenz gehen müssen, schätzt die GfK. Dies schürt die Angst vor Jobverlust bei einer Reihe von Beschäftigten und belastet damit die Einkommensaussichten.

Anschaffungsneigung

Die Anschaffungsneigung bleibt von sinkenden Konjunktur- und Einkommenserwartungen nicht verschont. Der Indikator verliert 6,5 Zähler und weist nun 30,5 Punkte auf. Im Vergleich zu den beiden anderen Indikatoren ist das Niveau der Konsumneigung jedoch laut den Marktforschern noch immer als zufriedenstellend zu bezeichnen.

Die Furcht vor Jobverlust als Folge möglicher steigender Insolvenzzahlen beeinträchtigt ebenfalls die Konsumneigung.

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 5. bis 16. November 2020. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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