Schuldspruch gegen Vatas am ersten Verhandlungstag Kurzer Prozess für Lars Windhorst

Redakteur: Harald Jacob

Da staunte Lars Windhorst, das ehemalige Wunderkind der deutschen Internet-Wirtschaft, nicht schlecht. Statt der in Wirtschaftsprozessen üblichen juristischen Geplänkel, die den Prozessverlauf in die Länge ziehen, kam das Landgericht Berlin gleich am Eröffnungstag zum Urteil: Seine Firma Vatas muss zahlen.

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Lars Windhorst, von Kanzler Kohl bereits als 16-jähriger zum Nachwuchs-Unternehmer hochgelobt, ist derzeit nur noch mit Pleiten und Rechtsstreitigkeiten in den Schlagzeilen. Als Statthalter der Investmentfirma Vatas hat er die Millionenverluste der vergangenen Monate zu verantworten. Doch nicht nur die eigene Firma, auch Geschäftspartner verlieren durch seine Transaktionen viel Geld.

Einer davon, der Hedge-Fonds Audley Capital, soll nach dem Urteil aus Berlin nun sein Geld erhalten: 29,4 Millionen Euro muss Vatas zahlen, wenn das Urteil rechtskräftig wird. Eigentlich eine banale Geschichte: Vatas und Audley hatten insgesamt 25 Prozent an einem Altenheim-Betreiber gekauft, die Aktie zu 8,50 Euro, wobei Vatas sich gegenüber Audley verpflichtete, dessen Aktienpaket für 9,80 Euro je Anteil zu übernehmen. Als die Aktien nicht wie erhofft auf 12 Euro stiegen, sondern sogar fielen, wollte Audley die Option einlösen.

Bedauerlich

Doch der deutsche Vatas-Statthalter Lars Windhorst wies dies zurück. Per eMail habe er sein Bedauern ausgedrückt, dass er nicht zahlen könne, aber alle Vatas-Konten seien verpfändet, trug Audley vor Gericht vor. Ein daraufhin von Audley beim Amtsgericht Charlottenburg beantragtes Insolvenzverfahren wurde abgelehnt. So dürfte dem Richter das Urteil nicht schwergefallen sein: wenn Vatas nicht zahlungsunfähig ist, dann muss der Investor das Geld eben herausrücken.

Doch das ist nur eine Schlacht in einer ganzen Reihe von Prozessen. Audley ist auch bei Balda engagiert, einem Hersteller von Handy-Gehäusen und Ähnlichem. Auch hier haben Vatas beziehungsweise Windhorst die Hände im Spiel: Sie beauftragten die Norddeusche Landesbank (NordLB) über zwischengeschaltete Großbanken, 15,5 Prozent der Balda-Anteile zu besorgen. Denn NordLB macht angeblich mit Windhorst direkt keine Geschäfte.

Lesen Sie auf Seite 2, wie Lars Windhorst eine Viertel Milliarde Euro verspekuliert hat.

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