Pax8-Studie zeigt Schatten-KI und Kostenrisiken Deutscher Mittelstand zwischen KI-Boom und Schatten-KI

Von Mihriban Dincel 3 min Lesedauer

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Deutsche KMU entwickeln KI schneller, als sie deren Einsatz kontrollieren: Laut einem Pax8-Report nutzen 52 Prozent eigene Lösungen, doch nur 32 Prozent prüfen intern entwickelte KI nach formalen Verfahren. Zudem melden 19 Prozent nicht autorisierte KI-Nutzung.

Viele deutsche KMU entwickeln eigene KI-Agenten und Workflows, doch ein Teil der Tools agiert außerhalb formeller Governance-Raster und Kontrollprozesse.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Viele deutsche KMU entwickeln eigene KI-Agenten und Workflows, doch ein Teil der Tools agiert außerhalb formeller Governance-Raster und Kontrollprozesse.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Deutsche KMU beschränken sich beim Thema KI nicht auf kommerzielle Standardtools. 52 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen haben mindestens eine eigene KI-Lösung entwickelt, die regelmäßig eingesetzt wird. Weitere 23 Prozent arbeiten an Prototypen. Nur 22 Prozent setzen ausschließlich auf bestehende kommerzielle Angebote.

Für den Bericht „Q3 2026 Pax8 SMB AI Pulse“ wurden 1.150 Führungskräfte aus KMU in Deutschland, Großbritannien, Schweden und den USA befragt, darunter 200 in Deutschland.

Besonders verbreitet sind automatisierte Workflows: 53 Prozent der Unternehmen, die eigene KI entwickeln, verbinden damit KI und andere Business-Systeme. 43 Prozent bauen oder testen KI-Agenten für mehrstufige Aufgaben. 29 Prozent nutzen eigene Integrationen auf Basis von APIs eines KI-Anbieters.

Governance und Sicherheitskontrolle bleiben zurück

Mit dem wachsenden Eigenentwicklungsanteil steigen die Anforderungen an Verwaltung, Absicherung und Kostenkontrolle. Nur 32 Prozent der deutschen Unternehmen überprüfen intern entwickelte KI über ein formelles, dokumentiertes Verfahren.

19 Prozent der KI-nutzenden KMU stellten in den vergangenen sechs Monaten den Einsatz nicht autorisierter Tools, Workflows oder Agenten fest. Damit wird Schatten-KI zum relevanten Thema für IT-Dienstleister und MSPs, die Kunden bei Governance, Security und Transparenz unterstützen können.

Unerwartete KI-Kosten und Kontrollaufwand

Ein weiteres Problem sind schwer kalkulierbare Nutzungsgebühren. 33 Prozent der deutschen Unternehmen, die im vergangenen Jahr für KI bezahlt haben, berichten von mindestens einer unerwartet hohen Rechnung oder Nutzungsgebühr.

Zwar sehen 68 Prozent der KMU, die KI nutzen, Zeitgewinne durch die Technologie. Gleichzeitig verbringen 41 Prozent der Entscheider mindestens drei Stunden pro Woche damit, KI-generierte Ergebnisse zu prüfen, zu korrigieren oder auf Fakten zu kontrollieren. Acht Prozent investieren dafür sogar mindestens zehn Stunden pro Woche.

Datensicherheit und der Schutz der Privatsphäre gelten mit Werten zwischen 30 und 35 Prozent in allen untersuchten Märkten als größtes Risiko selbst entwickelter KI-Lösungen. 70 Prozent der deutschen KMU wären laut Studie bereit, mindestens sechs Prozent mehr für größere Kontrolle über Speicherung und Nutzung ihrer Daten zu zahlen.

Channel als Governance-Partner gefragt

57 Prozent der deutschen Befragten gehen davon aus, dass ihr Unternehmen ohne KI in drei Jahren nicht mehr wettbewerbsfähig sein wird. 46 Prozent sehen unmittelbaren oder innerhalb von sechs Monaten entstehenden Handlungsbedarf.

„KMU in ganz Europa gehen von der bloßen Nutzung von KI-Tools dazu über, KI fest in ihre Geschäftsabläufe zu integrieren“, sagt Harald Nuij, CEO EMEA bei Pax8. „Mit zunehmender Verbreitung wächst auch die Notwendigkeit, Fragen der Governance, Sicherheit, Kosten und Rechenschaftspflicht zu klären. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung vertrauenswürdiger Unternehmen, die KMU dabei unterstützen können, Agenten, Arbeitsabläufe, Daten und Tools zu einer vernetzten Intelligenzebene zusammenzuführen. Der Channel wird dabei eine zentrale Rolle spielen, um dies überschaubar zu gestalten.“

Zur Methodik

Der Pax8 SMB AI Pulse Report erscheint quartalsweise und untersucht KI-Nutzung, Technologieinvestitionen sowie die Stimmung von Entscheiderinnen und Entscheidern in kleinen und mittleren Unternehmen. Für die Ausgabe zum dritten Quartal 2026 wurden online 1.150 Geschäftsführende, Führungskräfte, Fachbereichsleitungen sowie Technologieentscheider aus Unternehmen mit 5 bis 499 Mitarbeitenden befragt: USA: n=400, Vereinigtes Königreich: n=350, Deutschland: n=200, Schweden: n=200 Einzelne Fragen richteten sich ausschließlich an Unternehmen, die KI nutzen, entwickeln oder dafür bezahlen. Ergebnisse kleinerer Untergruppen innerhalb einzelner Märkte sind als Richtwerte zu verstehen. Aufgrund von Rundungen oder Mehrfachauswahl können Prozentwerte von 100 Prozent abweichen oder diese überschreiten. Da die Befragung erstmals vier Märkte umfasst, sind die Ergebnisse nicht unmittelbar mit früheren, ausschließlich auf die USA ausgerichteten Ausgaben vergleichbar.

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