Channel Fokus: KI KI im Zentrum des digitalen Umbruchs

Von Alexander Siegert 5 min Lesedauer

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KI hat Einzug in operative Prozesse und Geschäftsentscheidungen gehalten. Vom automatisierten Support über Predictive Maintenance bis hin zu GenAI in der Softwareentwicklung. Der Channel muss jetzt aufklären und als ­Technologielotse liefern.

Das KI-Enablement der Partner spielt eine entscheidende Rolle bei der Modernisierung der IT-Infrastrukturen.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Das KI-Enablement der Partner spielt eine entscheidende Rolle bei der Modernisierung der IT-Infrastrukturen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Der digitale Umbruch ist längst Realität und Künstliche ­Intelligenz sein Motor. Für Unternehmen ist die KI-Transformation kein Zukunftsthema mehr. Sie ist tiefgreifend, komplex und unumkehrbar. Wer mithalten will, muss investieren: in Rechenzentrumsinfrastruktur, Knowhow und neue Denkweisen. Doch der Weg zur produktiven Nutzung von KI ist oft steinig – unstrukturierte Daten, fehlende Schnittstellen und mangelndes Anwenderverständnis bremsen den Fortschritt.

Bewegung im Mittelstand?

Wie weit der KI-Megatrend fortgeschritten ist, zeigt der aktuelle „KI-Index Mittelstand“, den der Deutsche Mittelstands-Bund gemeinsam mit Salesforce im Frühjahr veröffentlicht hat. Ein Drittel (33,1  %) der mittelständischen Unternehmen in Deutschland setzt bereits KI produktiv ein. Weitere 24,9 Prozent planen, innerhalb der nächsten zwölf Monate ihre Aktivitäten auszubauen oder neu zu starten. „Zwar gehört der Mittelstand in puncto KI-Investitionen nicht zu den ‚first movern‘, aber wenn man bedenkt, wie lange es in der Vergangenheit Vorbehalte gegen Techno­logien wie die Cloud gab, sind ein Drittel aktive KI-Nutzer ein guter Ausgangspunkt“, sagt Alexander Wallner, Deutschland-Chef und CEO Central Europe bei Salesforce.

Datenstrategie fehlt oft

Eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiche KI-Projekte ist eine belastbare Datenstrategie.

David Schwendemann, Head of Solutions Architecture, AWS(Bild:  AWS)
David Schwendemann, Head of Solutions Architecture, AWS
(Bild: AWS)

Das bestätigt auch AWS. „Wir sehen, dass generative KI im Markt angekommen ist“, sagt David Schwendemann, Head of Technology bei AWS. Besonders großes Potenzial sieht er in der Verwendung von GenAI im industriellen Umfeld. Ein Beispiel: die ansonsten sehr zeitaufwändige Bildverarbeitung, etwa zur Erkennung von Lackkratzern: „Mit GenAI-Lösungen ist es möglich, synthetische Testdaten zu produzieren. So kann ich kosteneffizient und schnell ein Modell trainieren, das die Visual Inspection ausführen kann.“ Gerade in der Qualitätsprüfung bedeute das enorme Effizienzgewinne. Gleichzeitig warnt Schwendemann: „Nur 30 Prozent der Kunden haben eine Datenstrategie. Die Datenmengen sind aufgrund der vielen Einzelsensoren da, aber die übergreifende Integration und das Verständnis der Abhängigkeiten sind es oft nicht.“ Deshalb setzt AWS auf die strukturierte Aufarbeitung der Datenbasis als essenziellen ersten Schritt.

Distribution mit Schlüsselrolle

Unterstützung bei der Umsetzung von KI-Projekten gibt es auch beim Distributor Arrow. Mit dem ArrowSphere Assistant hat das Unternehmen eine KI-gestützte Lösung geschaffen, die Channel-Partnern hilft, operative Prozesse effizienter zu gestalten.

Mathias von Bescherer, Managing Director, Arrow ECS Germany(Bild:  Arrow)
Mathias von Bescherer, Managing Director, Arrow ECS Germany
(Bild: Arrow)

„Mit ihm können Unternehmen neue Geschäftschancen entdecken, Arbeitsabläufe optimieren und fundierte Entscheidungen schneller treffen“, erklärt Mathias von Bescherer, Geschäftsführer von Arrow ECS Deutschland. Die Lösung vereinfacht Aufgaben im Tagesgeschäft – von IT-Security bis zur Konsolidierung von Finanzdaten – und schafft eine fundierte Basis für datenbasierte Geschäftsentscheidungen. Ergänzend unterstützt Arrow seine Partner mit einem europäischen AI-Lab, technischem Support und zielgerichteten Schulungen, um ein umfassendes Enablement-Programm für das KI-Geschäft anzubieten.

Die Distribution wird eine sehr wichtige Rolle bei KI spielen, da wir eine Vielzahl an VAS bereits kreiert haben und noch entwickeln werden, und damit für Channel-Partner viel Komplexität aus dem Thema nehmen können.

Mathias von Bescherer, Managing Director Arrow ECS

Robert Laurim, Vice President & General Manager Channel bei Dell Technologies DACH(Bild:  Dell)
Robert Laurim, Vice President & General Manager Channel bei Dell Technologies DACH
(Bild: Dell)

KI-Komplettlösung

Auch Dell bietet mit der Dell AI Factory ein vollständiges Portfolio aus leistungsfähiger Infrastruktur, integrierten Partnerlösungen und professionellen Services. „Unsere Kunden schätzen vor allem, dass sie damit KI-Lösungen komplett und zugeschnitten auf ihre Bedürfnisse erhalten, diese aber jederzeit ausbauen können“, erklärt Robert Laurim, Vice President & General Manager Channel bei Dell. Besonders mittelständische Unternehmen profitieren: Sie erhalten Zugang zur gesamten Lösung über das Dell-Partnernetzwerk – von der Strategie über die Implementierung bis hin zum Betrieb. Dell bietet darüber hinaus ein spezielles Trainingsprogramm, bei dem sich Partner für die Kompetenz „Data Science & AI“ qualifizieren können. Auch wichtige Zukunftsthemen wie Datenschutz, Energieeffizienz und Ethik stehen im Fokus – etwa mit PowerCool zur Serverkühlung und Zero-Trust-Architekturen für eine sichere KI-Infrastruktur. „Kürzlich haben wir außerdem Concept Astro vorgestellt – ein intelligentes System, das Workloads automatisiert steuert und dabei Strompreise, CO2-Emissionen und Geschäftsprioritäten in Echtzeit berücksichtigt“, erzählt Laurim

Ohne Kontext wertlos

Wie entscheidend ein produktiver Umgang mit eigenem Wissen im Unternehmen ist, zeigen die KI-Experten von Mindbreeze. Der Hersteller hilft, unstrukturierte Daten nutzbar zu machen. „Wir erschließen Unternehmenswissen. Wir verknüpfen relevante Informationen aus allen Datenquellen – mit dem Ziel, entscheidendes Knowhow punktgenau bereitzustellen.

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Daniel Fellman, Gründer und CEO, Mindbreeze(Bild:  Mindbreeze)
Daniel Fellman, Gründer und CEO, Mindbreeze
(Bild: Mindbreeze)

Unsere KI versteht Zusammenhänge und Bedeutungsstrukturen. Statt isolierter Treffer liefert sie fundierte, nachvollziehbare Antworten – eingebettet in den jeweiligen fachlichen Kontext“, erläutert Daniel Fallmann, Gründer und CEO von ­Mindbreeze, den Ansatz. Besonders in wissensintensiven Organisationen ist das essenziell – etwa bei Knowhow-­Verlust durch Personalwechsel oder Silodenken. Fallmann mahnt jedoch zur Vorsicht beim Einsatz externer Modelle: „Wer sensible Daten aus der Hand gibt, verliert auch ein Stück Kontrolle.“ Deshalb kombiniert Mindbreeze große Sprach­modelle mit unternehmensinterner Datensicherheit – ein wichtiger Schritt hin zu digitaler Souveränität. Kernstück ist die Plattform Mindbreeze InSpire, die sich flexibel in bestehende IT-Landschaften integrieren lässt und Transparenz in die Nutzung unstrukturierter Daten bringt.

Qualifizierung des Channels

Ein zentraler Aspekt der KI-Transformation ist die Befähigung des Channels selbst. Der Distributor Climb setzt dabei auf praxis­nahe Ausbildung und strategisches Enablement. „Im Mittelstand sind zahlreiche Kunden beim Thema KI noch zögerlich, gleichzeitig sind Partner wegen der verschiedenartigen KI-Lösungen, den sehr kurzen Innovationszyklen und der Komplexität oft überfordert, ihnen die passenden Angebote in Sachen KI zu machen“, sagt Martin Bichler, Regional Country Manager DACH bei Climb. Die herstellerneutrale Climb AI Academy qualifiziert Partner dafür, ihre Kunden fundiert zu beraten, Use Cases zu entwickeln und konkrete ­Fahrpläne zu erarbeiten. Gerade MSP und lokale Cloud-Anbieter seien prädestiniert, regionale AI-as-a-Service-Lösungen anzubieten – insbesondere bei Entscheidern, denen Datenschutz und Kontrolle wichtig sind. Damit KI-Lösungen ihren vollen Nutzen entfalten können, braucht es jedoch ein unternehmensweites Verständnis. „Eine KI-Lösung kann nur dann den erwarteten ROI und Wettbewerbsvorteil liefern, wenn Mitarbeitende sie auch richtig nutzen“, betont Bichler. Die Qualifizierung müsse vom Management bis zum Endanwender reichen. Nur dann gelingt die tatsächliche Transformation.

Martin Bichler, Regional Country Manager DACH, Climb Channel Solutions(Bild:  Climb Channel Solutions)
Martin Bichler, Regional Country Manager DACH, Climb Channel Solutions
(Bild: Climb Channel Solutions)

Der digitale Umbruch ist umfassend – aber nicht beliebig. Er verlangt gezielte Strategien, konkrete Lösungen und kompetente Partner. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Software oder Hardware, sondern um ein neues Verständnis von Arbeit, Produktivität und Innovation. Unternehmen, die sich jetzt mit klarer Datenstrategie, passenden Technologien und geschulten Teams aufstellen, haben die besten Chancen, wettbewerbsfähig zu bleiben.

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