Ranger und NeuVector Keine Containerknappheit bei Suse in Sicht

Von Dr. Stefan Riedl

Mit zwei aktuellen Übernahmen und Umbaumaßnahmen im Partnerprogramm stellt sich Suse im Kubernetes- beziehungsweise Containerumfeld stärker auf. Der Cheftechnologe des Linux-Konzerns erläutert die strategische Marschroute.

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Die Kubernetes-Technologie wurde ursprünglich von Google entworfen und an die Cloud Native Computing Foundation gespendet.
Die Kubernetes-Technologie wurde ursprünglich von Google entworfen und an die Cloud Native Computing Foundation gespendet.
(Bild: Ralf Gosch - stock.adobe.com)

Mit der Übernahme von Rancher will Suse im Kubernetes-Segment das Profil schärfen. Der Linux-Konzern hat damit das ­Angebot für Container-Management erweitert. Rancher ist eine weit verbreitete Lösung für die Verwaltung zertifizierter Kubernetes-Distributionen.

Dr. Thomas Di Giacomo, Chief Technology & Product Officer, Suse
Dr. Thomas Di Giacomo, Chief Technology & Product Officer, Suse
(Bild: Suse)

Die Rancher-Produktfamilie soll es ermöglichen, cloudnative Workloads auf allen Geräten und in jeder IT-Landschaft zu standardisieren, indem es verschiedene ­Security-Problematiken löst, die bei der Verwaltung von Kubernetes-Cluster im ­Rechenzentrum, in der Cloud und an der Edge auftreten können. „Außerdem bietet es DevOps-Teams integrierte Tools für die Erstellung und Ausführung von containerisierten Workloads in großem Umfang“, sagt Dr. Thomas Di Giacomo, Chief Technology & Product Officer bei Suse.

Zero-Trust-Sicherheit bei Kubernetes

Auch die Akquisition von NeuVector ist im Lichte der Kubernetes-Technologie zu ­betrachten. So wurden die Tools aus dem Hause NeuVector als zentrale Säule einer Sicherheitsinitiative eingezogen, die auf Best Practices, Leitlinien und Referenz­architekturen für Zero-Trust-Sicherheit ­basiert, beschreibt der Suse-Manager.

Konkret geht es um die Absicherung von Kubernetes-Clustern, beziehungsweise um Netzwerktransparenz, -inspektion und -segmentierung, Schwachstellen-, Konfigurations- und Compliance-Management sowie Risikoprofilierung, das Erkennen von Bedrohungen und das Reagieren auf ­Sicherheitsvorfälle.

Container-Management

Die Container-Images von NeuVector auf Open-Source-Basis können auf jedem ­Kubernetes-Cluster installiert werden, stehen also auch für Rancher-Nutzer zur Verfügung. „Sie können es einfach über den Rancher-Anwendungskatalog installieren“, so der CTO. Auch als Lösung für cloud­native Anwender von anderen Container-Management-Plattformen im Enterprise-Umfeld wie Red Hat Openshift, VMware Tanzu oder Microsoft Azure AKS können die Tools von NeuVector-Lösung dienen.

Cloudnative Lösungen sind der Treiber

Der Suse-Cheftechnologe geht davon aus, dass Kubernetes in den kommenden Jahren eine zunehmend wichtige Rolle in der IT spielen wird. „Die Übernahme von Rancher unterstreicht unsere Einschätzung der wachsenden Relevanz für die IT.“ Kubernetes werde durch die zunehmende Migration hin zu cloudnativen Lösungen weiter an Relevanz gewinnen. Unternehmen setzen zunehmend auf cloudnative Technologien wie Kubernetes und Container, um Anwendungen in hybriden und Multi-Cloud-Infrastrukturen besser verwalten und bereitstellen zu können, so der CTO. „Da wir kontinuierlich in die Container-Verwaltungstechnologie investieren, sind wir für das schnelle Marktwachstum in diesem Bereich gut aufgestellt“, ist Di Giacomo überzeugt. Hinzu gesellen sich Open-Source-Projekte wie Harvester, eine Lösung für hyperkonvergente Infrastrukturen.

Umbauarbeiten im Channel

Im Channel-Umfeld hat man bei Suse bereits vor Monaten das Partnerprogramm überarbeitet. Um mit den modernisierten Lösungen Schritt zu halten, mussten Distributoren, VARs und MSPs ihre Modelle anpassen. Insbesondere die Zusammen­arbeit mit Service Providern rückt durch die jüngsten Übernahmen in den Fokus. Rancher-Angebote werden in Cloud-, Managed-Service-Provider- und in privaten, öffentlichen oder Hybrid-Cloud-Umgebung bereitgestellt. Die Partner dahinter sind Teil der „Manage“-Spezialisierung. „Unser MSP- und CSP-Programm wurde komplett überarbeitet“, so Di Giamoco.

Beispielsweise wurde der Bestellvorgang erheblich vereinfacht, die Verlängerung von Abonnements automatisiert, und der technische Premium-Support für die gesamte Cloud-Infrastruktur wird nun von Manage-Partnern bereitgestellt.

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