Der heutige Hardware-Markt ist schnelllebig. Da scheint es nur sinnvoll, sich keine Geräte fürs Leben anzuschaffen, wenn doch ständig etwas Innovativeres an den Start geht. Der perfekte Nährboden für Subskriptionsmodelle? Heino Deubner, Gründer und CEO von Miete24, ist davon überzeugt.
So einfach und unkompliziert wie das Online-Shopping soll das Mietmodell von Miete24 funktionieren.
(Bild: KI-generiert / Copilot)
Die Bitkom-Marktzahlen bestätigen eine Nachfrage nach ITK-Hardware. Zwar sagen sie ein gleichbleibendes Niveau für den Umsatz mit TK-Endgeräten für 2024 voraus, bei IT-Hardware wird jedoch ein Anstieg prognostiziert – von 52 Milliarden Euro Umsatz in 2023 auf 54,4 Milliarden Euro in 2024. Woran das liegt? Sicherlich spielen Unternehmen, die ihre Mitarbeiterarbeitsplätze auf dem neusten Stand wissen wollen, eine Rolle. Dabei ist der Gerätekauf nicht die einzige Option. Da gibt es noch Leasing- und Mietmodelle. Ein solches Mietmodell hat auch Heino Deubner mit Miete24 hervorgebracht.
Wer Deubner kennt, weiß, er ist ein Channel-Mensch. Mit Miete24 bleibt er dieser Richtung treu. Das Portal offeriert zwar auch Home- und Office-Hardware für Privatkunden, doch nun folgt die Ausrichtung auf das indirekte Partner-Geschäftsmodell. Hier hat der Geschäftsführer Channel-Programme entwickelt, die durch Unterstützung eines Investors nun ausgereift sind. „Die Gedanken damals waren die gleichen, wir waren zu Beginn aber nicht in der Lage, die Channel-Programme kraftvoll umzusetzen“, so Deubner. Seit Mai letzten Jahres hat Miete24 daher Grenke an seiner Seite, wodurch sich mehr finanzielle Möglichkeiten ergeben. Miete24 gibt Resellern die Möglichkeit der Produktbeschaffung, ohne dafür in Vorleistung zu gehen. So können sie Endkunden jeder Größenordnung durch Untervermietung der Geräte versorgen. Das Ganze soll unkompliziert und schnell ablaufen – so einfach wie beim Online-Shopping. „Dank Grenke können wir Geräte so vermieten, dass sie bei der Laufzeit von 36 Monaten nicht teurer als ein Kauf sind“, klärt der CEO auf.
Heino Deubner, Geschäftsführer Miete24
(Bild: Miete24)
Außerdem setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Denn nach Ablauf eines Mietvertrags, der 12, 24 oder 36 Monate beträgt, können die Geräte weiter gemietet, gekauft oder zurückgegeben werden. Bei Letzterem landen sie bei einem Refurbisher, der die Produkte aufbereitet und weitervermarktet. Wer sich für die Weitermietung entscheidet, kann auch während der Vertragslaufzeit Anpassungen, wie eine vorzeitige Rückgabe, vornehmen. „Mit dieser Flexibilität wollen wir uns vom Leasing abheben“, begründet Deubner.
Programme für Partner
Neben den Preisen und dem Nachhaltigkeitsaspekt, sollen die drei Programme überzeugen. Da wäre das für den Wiederverkäufer: Reseller können unkompliziert die von Miete24 in Anspruch genommene Hardware an ihre Kunden weitervermieten. Sie haben die Möglichkeit, Hardware mit ihren eigenen Services zu kombinieren und Kunden ein vollständiges Paket aus einer Hand zu liefern.
Weiter gibt es das Vermittler-Programm, geeignet für Channel-Partner, die nicht selbst mieten und sich aus dem Risiko einer Zahlungsunfähigkeit ausnehmen möchten. Diese können Kunden an Miete24 vermitteln und erhalten dafür eine Provision. Der Partner kann Kunden dann dazugehörige Services separat direkt in Rechnung stellen.
Anpassungen sind mit uns möglich, auch während der Vertragslaufzeit. Mit dieser Flexibilität wollen wir uns vom Leasing abheben.
Heino Deubner, Geschäftsführer Miete24
Dann wäre da noch die Variante für den Online-Shop-Partner, welcher einen Miet-Button in seinem Online-Shop integriert. „Wenn ein Endkunde über diesen Button mietet, erhält der Partner ebenfalls eine Provision.“ Wenn ein Vertrag endet, werden Reseller darüber informiert und können mit ihren Kunden über die nächsten Schritte sprechen. „Dabei wollen wir den Kunden nicht übernehmen. Wir sehen uns nur für diesen einen Mietvertrag als deren Partner“, versichert Deubner.
Bei diesem Subskriptionsmodell verhält es sich so, dass Reseller keine Umsätze bei den Distributoren generieren. Die Lösung: Das Sales-and-Lease-Back-Programm. „Reseller, die zwar bei Miete24 mieten möchten, aber auch Umsätze bei Distributoren und Herstellern generieren wollen, können Hardware vom Distributor beziehen, an uns weiterverkaufen und dann von uns mieten“, erläutert der CEO das Prinzip.
Vom Druckergeschäft zu Miete24
2022 kündigte Heino Deubner den Start von Miete24 an. Bereits zuvor war er mit Printer4you in der Hardware-Vermietung tätig – damals nur im Druckergeschäft. „Wir haben einen Weg hinter uns, mit einem sich mehrmals veränderten Geschäftsmodell. Das ist nicht untypisch bei Startups“, erklärt Deubner. Zur All-inclusive-Druckervermietung kamen auf Anfrage einiger Hersteller weitere Produktkategorien hinzu – zunächst Notebooks. Die wurden aber so gut angenommen, dass weitere Geräte für Home und Office folgten. Der Name Printer4you wurde dieser Palette mit über 10.000 Produkten nicht mehr gerecht. So wurde aus Printer4you Miete24.
Ergänzung oder Konkurrenz?
„Wir sind stark vernetzt mit Distributoren und beziehen unser Sortiment über sie“, betont der Miete24-Chef zudem. Dass das Mietmodell ebenso als Konkurrenz zur Distribution gesehen werden kann, ist Deubner klar. „Ich sehe uns aber nicht als Wettbewerber zu Distributoren, sondern als Ergänzung. Wir haben Partner wie Siewert & Kau, die unseren Miet-Button in ihrem Online-Shop integriert haben. Sie sehen uns als Partner“, kontert Deubner. Und gleichzeitig würden Distributoren mit dem Mietmodell das gleiche Geschäft machen. Der Miete24-Chef konkretisiert: „Wenn jemand über den Button mietet, kaufen wir das Produkt vom Distributor und vermieten es an den Reseller bzw. dessen Kunden. Zusätzlich erhält der Distributor eine Vertriebsprovision.“
Partnerstimme
Es gibt bereits einige Distributoren wie auch Reseller, Systemhäuser und MSPs, die auf das Angebot von Miete24 setzen. Einer davon ist Mosaic IT. Über Miete24 könne der MSP Kunden einen ganzen Managed Endpoint Service inklusive Asset Management und Lifecycle Management zur Verfügung stellen, erklärt der Geschäftsführende Gesellschafter Michael Bölk. „Wir erweitern die Miete der Hardware um unsere Endpoint Managed Services.“ Dabei greift der Service Provider auf die verschiedenen Programme von Miete24 zurück beispielsweise als Weitervermieter.
Stand: 08.12.2025
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Einen Vorzug des Modells sieht Bölk in den kalkulierbaren Kosten für jedes Gerät und jeden User. „Die Investition beim Kunden wandelt sich von CAPEX zu OPEX. Der Kunde muss sich nicht um die Beschaffung von Hardware kümmern und erhält einen ‚fertigen Arbeitsplatz‘ inklusive aller Managed Services von uns.“ Und auch für Mosaic IT selbst bringe das Mietmodell Vorteile mit sich: „Wir brauchen uns keine Gedanken über Leasingverträge etc. machen. Dies übernimmt Miete24 für uns. Von daher sind wir sehr schnell in der Abwicklung und können schnell die Kundenbedürfnisse befriedigen“, führt er aus.
Bei den Kunden käme das Angebot an. Immer mehr würden erkennen, dass das Subskriptionsmodell gemeinsam mit den Managed Services von Mosaic IT eine flexible Möglichkeit bietet, ihr Endpunkt Management zu erledigen. „Oft fangen sie mit ein paar Geräten an und erweitern nach Abschreibung der alten Geräte mit den neuen Geräten auf das Mietmodell“, so Bölk.