Aktueller Channel Fokus:

IT-Security

Lünendonk-Studie

IT-Dienstleister treiben die Digitalisierung

| Autor: Heidemarie Schuster

Für die IT-Dienstleistungsbranche sieht die Zukunft laut den Lünendonk-Prognosen rosig aus.
Für die IT-Dienstleistungsbranche sieht die Zukunft laut den Lünendonk-Prognosen rosig aus. (Bild: Pixabay)

Für IT-Dienstleister brechen laut einer Lünendonk-Studie rosige Zeiten an. Durch den Fachkräftemangel in Bereichen wie KI, Cloud-Migration, Cyber Security oder die fehlende Einführung agiler Zusammenarbeitsmodelle, ist der Bedarf an externer Unterstützung bei Digitalisierungsprojekten enorm hoch.

Da viele Unternehmen kein geeignetes Personal finden, wurden IT-Dienstleister in den letzten Jahren zu einem Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Digitale Transformation. Dementsprechend positiv sieht somit die Zukunft von Dienstleistern aus. Sowohl für 2018 als auch für 2019 rechnen die im Rahmen der Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland“ befragten 78 IT-Dienstleistungsunternehmen mit einem durchschnittlich zweistelligen Umsatzwachstum (2018: 11,6 %; 2019: 11,0 %).

„Die Mehrheit der befragten IT-Dienstleister geht davon aus, stärker zu wachsen als der Gesamtmarkt und damit Marktanteile hinzuzugewinnen“, sagt Mario Zillmann, Studienautor und Partner bei Lünendonk & Hossenfelder. „Ein Grund dafür ist beispielsweise der erhöhte Unterstützungsbedarf bei der Automatisierung von Prozessen, aber auch bei der Migration von Legacy-Anwendungen in die Cloud sowie die Einführung neuer Business-Software.“ Ebenso steigt die Nachfrage der Kunden nach externer Expertise bei Projekten zur Digitalisierung der Kundenschnittstellen beispielsweise in Form von neuen, benutzerfreundlichen Frontends für Webportale und Apps, der Automatisierung der Kundeninteraktion mittels KI (zum Beispiel Chat Bots) oder bei digitalen Marketingthemen wie Programmatic Advertising. „Hierfür fehlt es nach wie vor an internen Experten, sodass die Nachfrage nach diesem Thema aus Sicht der Anbieter mit 84 Prozent am stärksten bleibt“, so Zillmann weiter.

Der Studie zufolge erwarten die befragten Dienstleister – darunter die 25 führenden IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen – eine verstärkte Nachfrage ihrer Leistungen rund um IT-Security und Datensicherheit (81 %). Dass die Kundenunternehmen mehr Unterstützung bei der Einführung neuer Cloud-Services durch Beratung hinsichtlich ihrer Cloud-Strategie, der Sourcing-Optionen und bei der Implementierung und Orchestrierung sowie Vernetzung der verschiedenen Cloud-Lösungen benötigen, davon gehen mehr als drei Viertel (79 %) der untersuchten Anbieter aus. Technologien rund um Big Data Analytics sowie Leistungen für das Internet of Things (IoT) sind weitere Unterstützungsbereiche, auf die sich die IT-Dienstleister verstärkt einstellen. Aber auch neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain, deren Reifegrade rasant zunehmen, spielen eine zunehmend wichtigere Rolle.

„Allerdings können führende IT-Dienstleister aufgrund ihrer vollen Auftragsbücher immer häufiger Aufträge nicht mehr annehmen“, weiß Mario Zillmann. „Gewinner dieses Umstands sind die mittelständischen IT-Dienstleister, die beispielsweise stärkere Nachfragen im Bereich der Prozessautomatisierung erwarten als der Gesamtmarkt.“

Am Anfang der Digitalen Transformation

Die Planungen der untersuchten IT-Dienstleister decken sich zu großen Teilen mit denen von 137 großen Anwenderunternehmen, die für die aktuelle Lünendonk-Studie parallel befragt wurden. So bildet die Einführung neuer Business-Anwendungen für nahezu drei Viertel von ihnen (71 %) einen Schwerpunkt.

„Dadurch wird deutlich, dass die meisten Großunternehmen und Konzerne noch am Anfang ihrer Digitalen Transformation stehen, da sie sich erst jetzt verstärkt der Digitalisierung der Geschäftsprozesse durch moderne Software-Lösungen widmen“, so Zillmann. „Jedoch werden die Fortschritte und die Umsetzung der Digitalisierungsziele nun durch den Anstieg der Investitionen in neue Business-Software sichtbar.“

Dabei entscheiden sich immer mehr Unternehmen für cloudbasierte Anwendungen, die entweder in den eigenen Rechenzentren in einer Private-Cloud-Umgebung oder in der Public Cloud gehostet werden, wie zum Beispiel Digital-Marketing-Lösungen. Weitere Gründe für die Nutzung der Infrastrukturen von Cloud-Providern sind Lünendonk zufolge die vollständige digitale Abbildung von Prozessen, die Ergänzung von Standardlösungen um weitere Komponenten wie Künstliche Intelligenz oder Security-Tools, um deutlich schnellere Deployment-Zeiten und damit eine schnellere Time-to-Market zu erreichen.

Immer mehr businessgetriebene IT-Projekte

Die Zahl der businessgetriebenen IT-Projekte hat sich in den vergangenen zwei Jahren in jedem zweiten der befragten Unternehmen um etwa ein Drittel erhöht. Allerdings hat die Mehrheit Schwierigkeiten, alle businessbezogenen Projekte auch umzusetzen. Mit 68 Prozent wurde als häufigster Grund dafür die nicht ausreichende Ausstattung mit qualifiziertem Personal in der IT-Abteilung für die Umsetzung genannt. Fehlendes Fach- und Technologie-Knowhow für neue Themen ist für 52 Prozent ein Problem. Beispielsweise mangelt es an Experten im Umfeld von KI, Blockchain, Cloud-Migration oder agilen Prozessen wie SAFE, LesS, DevOps und KanBan. Die Folgen sind ein weiter zunehmender Projektstau bei geplanten Digitalisierungsinitiativen und damit verbunden ungenutzte Wachstumschancen mit digitalen Produkten und Services.

„Kennzeichnend für den deutschen IT-Markt ist das Spannungsfeld aus der enorm gestiegenen Zahl der IT-Projekte in den Anwenderunternehmen und einem gleichzeitigen hohen Bedarf an IT-Experten, die sich in neuen Themen auskennen. Für die Dienstleister eröffnen sich damit gute Möglichkeiten, sich mit angepassten Geschäftsmodellen und Strukturen als Partner der Digitalen Transformation zu positionieren“, bilanziert Zillmann.

Zur Studie

Die Lünendonk-Studie 2018 „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland“ enthält aktuelle Zahlen zur Digitalen Transformation. Neben 78 Anbieterunternehmen wurden 137 große Anwenderunternehmen befragt.

10 Tipps für die Digitalisierung in Unternehmen

Bitkom-Leitfaden zur Digitalisierung

10 Tipps für die Digitalisierung in Unternehmen

14.03.18 - Immer mehr Unternehmen suchen externe Unterstützung von Digital-Beratern, um die Digitalisierung in Angriff zu nehmen. Laut Bitkom haben allerdings gerade kleine Unternehmen noch wenig Beratungsbedarf. lesen

Dedizierte Teams treiben Digitalisierung im Unternehmen voran

Eden-Studie zur Digitalisierung

Dedizierte Teams treiben Digitalisierung im Unternehmen voran

09.04.18 - Digitalisierung über Nacht? Geht nicht! Das haben knapp die Hälfte der befragten Unternehmen der Eden-Studie bereits erkannt. Erfolgreich kann das Unternehmen nur digitalisiert werden, wenn interdisziplinäre und abteilungsübergreifende Teams gebildet werden. lesen

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45506715 / Studien)