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#ITfightsCorona Innovationsanspruch versus Krisenmanagement

Autor: Heidemarie Schuster

Eine Umfrage von Mendix zeigt den wachsenden Druck auf IT-Führungskräfte durch die Corona-Pandemie. Auf der einen Seite müssen digitale Transformationsprojekte beschleunigt werden, auf der anderen Seite sind Ressourcen zur Unterstützung für die Arbeit von zuhause gebunden.

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Viele IT-Abteilungen leisten einen Drahtseilakt, um Mitarbeiter im Homeoffice zu unterstützen und gleichzeitig innovative Lösungen zu entwickeln.
Viele IT-Abteilungen leisten einen Drahtseilakt, um Mitarbeiter im Homeoffice zu unterstützen und gleichzeitig innovative Lösungen zu entwickeln.
(Bild: © j-mel-stock.adobe.com)

Die Siemens-Tochter Mendix hat eine Studie durchgeführt, die auf die besonderen Herausforderungen von IT-Verantwortlichen während der Covid-19-Pandemie aufzeigt. Demnach sind IT-Abteilungen weltweit damit beschäftigt, die Unternehmen trotz Lockdowns am Laufen zu halten. Gleichzeitig treiben viele Unternehmen ihre Initiativen zur Digitalen Transformation jetzt verstärkt voran.

Die Umfrage vom Mai 2020 basiert auf den Antworten von 1.000 IT-Führungskräften in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und den USA. Dabei zeigt sich, dass viele IT-Abteilungen gut vorbereitet waren, den Geschäftsbetrieb der Unternehmen während der Pandemie aufrecht zu erhalten. So gaben 70 Prozent der Befragten an, dass ihre Business-Continuity-Pläne bereits vor der Coronakrise auch Vorkehrungen für Homeoffice enthielten. Dennoch sah sich fast die Hälfte der befragten IT-Führungskräfte (43 %) gezwungen, Ziele anzupassen, um die Arbeit der Belegschaften im Homeoffice zu ermöglichen. Die Etablierung der Remote-Arbeit hat bei 54 Prozent dazu geführt, dass sich ihre Digitalisierung beschleunigt hat. 62 Prozent der Befragten geben in der Studie an, dass die aktuelle Situation die Einführung der Cloud in ihrem Unternehmen vorantreibt. Der abrupte Wechsel ins Homeoffice hat für viele Unternehmen ein Testfeld für eine agilere und digital besser vernetzte Belegschaft geschaffen, mit der Digitalen Transformation als Basis.

Herausforderung für die Innovationskraft

Gleichzeitig stellt die Verschiebung der Prioritäten während der Pandemie eine Herausforderung für die Innovationskraft der Unternehmen dar. So geben 70 Prozent der Befragten an, IT-Projekte verschieben zu müssen, zum Teil aufgrund von Budgetbeschränkungen (32 %) oder wegen Personalengpässen (19 %). Bei 31 Prozent der Befragten waren die IT-Teams überwiegend mit der Lösung von Herausforderungen im Zusammenhang mit Remote-Arbeit beschäftigt.

Mit weniger Zeit und Ressourcen, die für Innovation zur Verfügung stehen, müssen Unternehmen alternative Wege finden, um die benötigten Anwendungen bereitzustellen. Während die Anwendungsentwicklung per Fernzugriff bei vielen Unternehmen im Mai noch höchste Priorität hatte (28 %), beschäftigen sich andere IT-Teams vorrangig mit Corona-relevanten Apps (21 %), Anwendungen für die digitale Zusammenarbeit (14 %) und digitalen Kundeninteraktionen (12 %). Dabei mussten aber auch 14 Prozent der Befragten alle ihre Innovationsprojekte auf Eis legen. Jede dieser Anwendungen würde traditionell mehrere Monate Entwicklungszeit, umfassende Programmierkenntnisse und ein ganzes Team an Entwicklern benötigen, bevor sie im Unternehmen zum Einsatz kommen könnte.

Drahtseilakt für IT-Abteilungen

Viele IT-Abteilungen leisten einen Drahtseilakt, um Mitarbeiter im Homeoffice zu unterstützen und gleichzeitig innovative Lösungen für die Bedürfnisse von Kunden und Unternehmen zu entwickeln. Die Notwendigkeit, beides aufeinander abzustimmen, hat der Umfrage zufolge die Verteilung der Last der Erstellung geschäftskritischer Anwendungen auf das gesamte Unternehmen zu einer strategischen Notwendigkeit gemacht. Für ein Drittel der Befragten steht die „bessere Technologie für eine effizientere und schnellere Anwendungsentwicklung" an erster Stelle, noch vor der Bereitschaft zur Fernarbeit und dem Ausbau der Kanäle zur Kundenbindung.

Low-Code ist in der Coronakrise zu einer Rettungsleine für IT-Abteilungen geworden. Eine Low-Code-Plattform ermöglicht eine schnelle und strukturierte Zusammenarbeit über mehrere Abteilungen hinweg. Mit einem visuellen Entwicklungsansatz und klassischen Drag-and-Drop-Komponenten ermöglicht diese Software-Entwicklungsumgebung Entwicklern mit unterschiedlichem Erfahrungsstand die Erstellung von Anwendungen für Web und Mobilgeräte. Gleichzeitig ermöglicht es auch nicht-technischen Entwicklern, sich an der Erstellung der Anwendung zu beteiligen, während professionelle Entwickler von mühsamen und Infrastrukturaufgaben entlastet werden, so dass sie sich auf Innovationen konzentrieren können.

„In Zukunft werden Mitarbeiter von jedem beliebigen Standort aus an Projekten zusammenarbeiten und gemeinsam innovativ sein können,“ sagt Johan den Haan, CTO bei Mendix. „Das stellt die IT vor die Herausforderung, eine flexible Belegschaft zu unterstützen und gleichzeitig die Zeitpläne für die Digitale Transformation zu beschleunigen. Dabei handelt es sich nicht länger um eine Wahl, sondern um eine geschäftliche Notwendigkeit und erfordert einen neuen Ansatz für die Anwendungsentwicklung. Low-Code bietet eine einzige, kollaborative Plattform, die es Entwicklern jeder Erfahrungsstufe ermöglicht, sich unabhängig von ihrem technischen Stand an der Anwendungsentwicklung zu beteiligen. Dies ermöglicht die schnellere Entwicklung von geschäftskritischen und innovativen Anwendungen für die Welt nach Covid-19, wobei die Geschäfts- und Fachkompetenz der Citizen Developer und das Knowhow des IT-Teams zusammengeführt werden, um gemeinsam die Zukunft der Arbeit zu gestalten.“

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