Lenovo hat neue Thinksystem-Server und Thinkagile-HCI-Systeme mit Intels Xeon-Scalable-Prozessoren der 5. Generation vorgestellt. Dabei stellt der Hersteller KI-Anwendungen in den Vordergrund, die via Truscale auch als Service angeboten werden.
Die neuen Thinkagile- und Thinksystem-Server von Lenovo, der Hersteller bezeichnet sie als Hybrid-Cloud-Plattformen, sind mit den gerade von Intel vorgestellten Emerald-Rapids-Prozessoren bestückt.
(Bild: Lenovo)
Die neuen Xeon-Prozessoren der 5. Generation von Intel, sie laufen intern unter der Bezeichnung Emerald Rapids, sollen laut Prozessorhersteller bei vielen KI-Workloads eine deutlich höhere Leistung liefern als der Vorgänger Sappire Rapids und erst recht als Prozessoren anderer Hersteller, die nicht über entsprechende Beschleunigereinheiten wie die Advanced Matrix Extensions (AMX) verfügen. Die Prozessoren ermöglichen das Training von Modellen mit bis zu 20 Milliarden Parametern.
Lenovo sieht die neuen Systeme dabei als Teil einer hybriden Cloud mit der eine „KI-für-alle-Strategie“ verwirklicht werden soll. Verkündet hatte Lenovo sie auf der Tech World 2023 im November 2023. Bei diesem hybriden KI-Ansatz sollen Public, Private und Personal Models nebeneinander bestehen, um so Firmendaten und private Daten für KI zu nutzen. Diese Daten bleiben laut Lenovo aber auf den eigenen Rechnern. Dr. Yong Rui, Senior Vice President und CTO von Lenovo, stellt vor, wie das Konzept in Unternehmen umgesetzt werden kann: In einem ersten Schritt wird ein Public Foundation Model (FM) mit öffentlich verfügbaren Daten gefüttert und kann damit allgemeine Wissensfragen beantworten. In einem weiteren Schritt wird das Modell mit Firmendaten angereichert und kann damit zusätzlich unternehmensspezifische Aufgaben erfüllen. Darüber hinaus fließen Informationen aus Vektordatenbanken und bestehenden Subsystemen wie ERP oder CRM in die Antwort mit ein. Für Personal FMs werden große Modelle analysiert und überflüssige Strukturen entfernt. So sollen sie als komprimierte Modelle auch auf privaten Geräten wie PCs, Notebooks oder Smartphones lauffähig sein.
Kamran Amini, Vice President und General Manager von Server, Storage und Software der Lenovo Infrastructure Solutions Group.
(Bild: Lenovo)
„Die hybriden Cloud-Lösungen von Lenovo für KI-Workloads fördern Innovation und schaffen einen schnelleren, flexibleren Weg zur Künstlichen Intelligenz, indem sie Rechenleistung auf Data-Center-Niveau direkt an die Quelle der Unternehmensdaten bringen“, sagt dazu Kamran Amini, Vice President und General Manager von Server, Storage und Software der Lenovo Infrastructure Solutions Group. „Mit bis zu 21 Prozent besserer Leistung können Kunden die neuen hybriden Cloud-Lösungen von Lenovo nutzen, um ihren IT-Fußabdruck zu reduzieren, eine höhere Rendite zu erzielen und Geschäftsergebnisse zu liefern. Das neue Portfolio ist darauf ausgelegt, die heutigen Anforderungen an KI, Virtualisierung und Multi-Cloud-Workloads zu unterstützen und gleichzeitig die Energieeffizienz und Agilität mit einer nahtlosen Plattform zu erhöhen.“
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Thinkagile HX, MX und VX
Zu den neuen Systemen mit Emerald Rapids zählen schlüsselfertige HCI-Rechner der Serien Thinkagile HX, MX und VX. Bei Thinkagile HX kommt der hyperkonvergente Stack von Nutanix zum Einsatz, der die Systeme zu einer Komponente einer Multi-Hybrid-Cloud macht. Unterstützte Workloads sind dabei neben KI-Inferencing etwa Business-Applikationen, Blockchain, DevOps, Virtualisierung, VDI und Datenbanken. Neben einer um 30 Prozent höhere Leistung HPC- oder KI-Workloads sollen sich auch 60 Prozent mehr VDI-Anwender pro System realisieren lassen.
Mit den Emerald-Rapids-HCI-Systemen der Thinkagile-MX-Serien adressiert Lenovo Kunden, die Microsofts Azure Cloud in das eigene Rechenzentrum oder auf Edge-Standorte erweitern wollen. Beispiele sind etwa das 1U-System Thinkagile MX630 V3 oder das 2U-System MX650 V3, die beide mit zwei Emerald-Rapids-CPUs konfigurierbar sind. Das kompakte Azure-Arc-System Thinkagile MX450 soll Azure-Cloud-Services und KI-Inferenz am Edge bereitstellen. Das Thinkagile-VX-Portfolio mit VMware Cloud Foundation wird ebenfalls um Emerald-Rapids-Lösungen erweitert.
Thinksystem mit mehr KI-Leistung und Flüssigkeitskühlung
Neben den Rack-Servern Lenovo Thinksystem SR650 V3- und SR630 mit Intels Xeon-Scalable-Prozessoren der 5. Generation kündigt Lenovo zudem Multi-Node-Systeme mit den neuen CPUs an. Mit den SD530 V3 Serverknoten passen bis zu acht Emerald-Rapids-Prozessoren verteilt auf vier Nodes. Beim 2-HE-Multi-Node-Dense-Server sind es vier CPUs. Dafür bietet er noch Raum für zwei Single-Slot-GPUs. Ein SD530-V3-Node mit zwei CPUs ist durch die Luftkühlung auf Prozessoren mit maximal 205 Watt TDP und damit auf maximal 28 Cores pro CPU limitiert. Die 1U-Nodes halber Breite vom Typ Thinksystem SD650-N V3 mit Neptune-Direct-Water-Cooling hingegen erlauben die Verwendung von vier Emerald-Rapids-Platinum-CPUs mit jeweils 64 Cores auf einer Höheneinheit.
Neue Single-Socket Systeme mit Intel Xeon E-2400
Für Kleinunternehmen oder Zweigstellen sind der Rackserver Thinksystem SR250 V3 oder das Tower-Modell ST250 V3 bestimmt. Diese Single-CPU-Server basieren nicht auf Emerald-Rapids-Xeons sondern auf den ebenfalls neuen Xeon-E-2400-Prozessoren. Diese CPUs mit Sockel 1700 sind Ableger der Raptor-Lake-Prozessoren für Desktop-PCs mit bis zu acht P-Cores. Sie sitzen auf Mainboards mit C262- oder C266-Chipsatz.
Truscale for Hybrid Cloud
Mit Truscale for Hybrid Cloud will Lenovo KI-Anwendungen von der Edge bis in die Cloud unterstützen, einschließlich vollständig verwalteter Lösungen für das Rechenzentrum der Kunden und einer Self-Service-Cloud-Management-Plattform. Ergänzend dazu sollen die Professional Services for AI die Kunden und die Partner bei der Entwicklung und Implementierung von KI-Anwendungen unterstützen.
Stand: 08.12.2025
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