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Hektischer Aktionismus in IT-Abteilungen

| Autor: Sarah Böttcher

Anton Braun, Geschäftsführer Bizteam
Anton Braun, Geschäftsführer Bizteam (Bild: Bizteam)

Laut Anton Braun, Geschäftsführer bei Bizteam, waren in der Vergangenheit viele IT-Entscheider der Meinung, klassische Kommunikationswerkzeuge würden ausreichen. Der Leidensdruck, bedingt durch die Coronakrise, führt nun zu nachhaltigen Veränderungen. Der hektische Aktionismus vieler IT-Abteilungen ist jedoch nicht zielführend.

Viele Systemhäuser werden in der aktuellen Situation von ihren Kunden damit beauftragt, Remote-Arbeitsplätze in der Cloud einzurichten. Welche Beobachtungen machen Sie gerade in Ihrer Klientel?

Braun: Viele Unternehmen haben nicht die IT-Infrastruktur, um flexibel und schnell die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter standortunabhängig einzurichten. Wir bemerken, wie IT-Verantwortliche in einen hektischen Aktionismus fallen und Lösungen für Remote-Arbeitsplätze schnell implementiert haben möchten. Zum fehlenden Faktor Zeit gesellen sich aber noch Lieferknappheit und Liquiditätssorgen hinzu. Projektentscheidungen, denen man in der Vergangenheit aus dem Weg gegangen ist, holen so manchen Kunden ein.

Collaboration-Plattformen, die es Teams erlauben, unabhängig vom Ort zusammenzuarbeiten, gibt es seit mindestens zehn Jahren. Warum haben viele Unternehmen diese Möglichkeiten noch nicht oder nur wenig genutzt, sodass sie jetzt Nachholbedarf haben?

Braun: In der Vergangenheit war der Leidensdruck nicht besonders hoch, der Return on Invest wurde nicht gesehen, oder viele IT-Entscheider waren der Meinung, dass es auch mit den klassischen Kommunikationswerkzeugen ganz gut funktioniert. Nur innovationsfreudige Unternehmen haben schon vor vielen Jahren die Vorteile von Collaboration- und UCC-Lösungen für sich entdeckt und sind heute dadurch wettbewerbsfähiger denn je.

Rechnen Sie damit, dass Ihre Kunden nach Beendigung der Coronakrise wieder zum alten Arbeitsstil zurückkehren werden oder werden sie die neuen Möglichkeiten nicht mehr missen wollen? Was sollte Ihrer Meinung nach unbedingt beibehalten werden?

Braun: Mit der Coronakrise wurden viele Unternehmen in ein „Zwangs-Pilotprojekt“ für Remote- beziehungsweise Homeoffice-Arbeitsplatzstrukturen getrieben. In hoffentlich ein paar Wochen werden viele den Nutzen dieser Strukturen erkannt haben und die wertvollsten Erkenntnisse aus diesen „Krisenprozessen“ in ihren zukünftigen Style of Work einfließen lassen. Ich bin der festen Überzeugung, dass in Zukunft mehr Onlinemeetings statt Face-to-Face-Besprechungen stattfinden werden. Auch werden unsere Mitarbeiter ein größeres Angebot an Onlinetrainings wahrnehmen können. Präsenzmeetings und -trainings werden nur noch angeboten, wenn es keine Online-Alternative gibt.

Wird die aktuelle Situation nach Ihrer Erwartung dazu führen, dass die Akzeptanz von Cloud-Angeboten in Deutschland generell einen zusätzlichen Schub bekommt? Welche Vorteile, die für eine Nutzung von IT as a Service sprechen, werden gerade jetzt besonders deutlich?

Braun: Aktuell wird der Weg in die Cloud durch zwei Faktoren begünstigt. Zum einen sind die Lieferketten unterbrochen, und wenn eine Organisation IT-Ressourcen in Form von Speicher- oder Compute-Leistung benötigt, ist eine Bereitstellung aus der Cloud der schnellste Weg. Des Weiteren werden viele Unternehmen mit Liquiditätsengpässen konfrontiert. Damit wird eine OPEX-Finanzierung und die Nutzung von Cloudservices mehr in den Vordergrund rücken als je zuvor.

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