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GfK Konsumklima

Gemischte Stimmung bei den Konsumenten

| Autor: Heidemarie Schuster

Die Konsumenten-Stimmung ist im Juli 2019 nicht nur positiv.
Die Konsumenten-Stimmung ist im Juli 2019 nicht nur positiv. (Bild: © Annibell82 - stock.adobe.com)

Die Stimmung der Verbraucher zeigt im Juli laut GfK Konsumklima kein sonderlich optimistisches Bild. Die Einkommenserwartung steigt, aber Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung müssen Einbußen hinnehmen.

Die GfK Konsumklimastudie zeigt im Juli 2019, dass die globale Konjunkturabkühlung, der Handelskonflikt und Brexit-Diskussionen mehr und mehr die Verbraucher verunsichern. So setzt die Konjunkturerwartung ihre Talfahrt fort und auch die Anschaffungsneigung rutscht etwas ab. Dagegen kann die Einkommenserwartung nach dem starken Einbruch im Vormonat wieder etwas zulegen.

Konjunkturerwartung

Die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Konjunkturerwartungen, die im vergangenen Monat durch den kleinen Anstieg aufgekommen waren, haben sich im Juli wieder zerschlagen. Der Indikator verliert 6,1 Punkte und rutscht mit -3,7 Zählern erstmals seit März 2016 unter seinen langjährigen Durchschnittswert von null Punkten. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt mit -6,5 Zählern im November 2015 gemessen.

Der Handelskonflikt mit den USA, anhaltende Brexit-Diskussionen sowie die globale Abkühlung der Konjunktur lassen die Rezessionsängste weiter ansteigen. Vor allem Beschäftigte in den stark exportorientierten Branchen, wie zum Beispiel der Automobilindustrie und deren Zulieferbetrieben sind in erster Linie betroffen. Hinzu kommt, dass Meldungen über Personalabbau die Angst vor Jobverlust steigen lassen.

Auf diese Entwicklungen haben eine Reihe von Experten reagiert und ihre aktuelle Wachstumsprognose für dieses Jahr zum Teil spürbar nach unten revidiert. Momentan wird noch ein Wirtschaftswachstum von etwa einem halben Prozent oder leicht darüber erwartet, so die GfK.

Einkommenserwartung

Nach dem Rückschlag im Vormonat erholt sich die Einkommenserwartung im Juli wieder etwas. Der Indikator gewinnt 5,3 Punkte hinzu und weist nun 50,8 Zähler auf. Damit kann er aber nur einen Teil der großen Vormonatsverluste gutmachen. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres wird ein kleines Minus von gut vier Punkten gemessen.

Das derzeitige Niveau signalisiert, dass die Verbraucher auch in den kommenden Monaten von einem spürbaren Einkommenszuwachs ausgehen, auch wenn der Job-Boom der letzten Jahre langsam zu Ende geht, die Erwerbstätigkeit nur noch leicht steigt, und die Arbeitslosigkeit kaum noch sinkt, erklärt die GfK. Dies gelte auch für die Bezüge der Rentner, denn diese seien zum 1. Juli um gut drei Prozent angehoben worden.

Anschaffungsneigung

Im Gegensatz zu den Einkommenserwartungen muss die Anschaffungsneigung im Juli Einbußen hinnehmen. Nach einem Verlust von 7,4 Zählern rutscht der Indikator auf 46,3 Punkte. Ein geringerer Wert wurde zuletzt im Oktober 2015 mit 44,7 Punkten gemessen. Nach wie vor weist die Anschaffungsneigung ein überaus gutes Niveau auf. Die Konsumlaune bleibt trotz des Dämpfers noch intakt.

Damit trotzt die Konsumneigung dem zuletzt deutlich gestiegenen Konjunkturpessimismus. Bedroht wird laut GfK die Konsumlaune in erster Linie von einer anhaltend steigenden Angst vor Jobverlust. Denn sollte sich dieser Trend fortsetzen, wäre auch die derzeit gute Konsumkonjunktur in Gefahr. Dann müsste auch die Konsumprognose von 1,5 Prozent nach unten revidiert werden.

Konsumklima

Für August zeigt das Konsumklima einen Wert von 9,7 Punkten und damit 0,1 Punkte weniger als im Juli. Das ist bereits der dritte Rückgang in Folge und der niedrigste Wert seit April 2017, als 9,6 Punkte gemessen wurden. Dennoch bleibt die Binnennachfrage in diesem Jahr eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur. Damit das weiterhin so bleibt, müsste der Abwärtstrend in den kommenden Monaten gestoppt werden, so die GfK.

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 1. bis 15. März 2019. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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