Fujitsu-Siemens-Nachfolger FTS stärkt deutsche Standorte FSC wird zur Server- und Storage-Sparte von Fujitsu

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Hauptsächlich im Server- und im Storage-Bereich wird die FSC der Zukunft, die Fujitsu Technology Solutions, aktiv sein. Augsburg wird ein wichtiger Standort des 167.000-Mitarbeiter-starken Konzerns, und Hans-Dieter Wysuwa soll nun ein weltweites Partnernetzwerk nach deutschem Schema aufbauen.

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Zum 1. April verschwindet Fujitsu Siemens Computers, in der Branche auch bekannt als »FuSie« oder »FSC« von der Bildfläche. Nach der Komplettübernahme durch den japanischen Fujitsu-Konzern nennt sich das Unternehmen dann Fujitsu Technology Solutions (FTS). Nach außen werde die Konzerntochter aber stets den Namen der Mutter Fujitsu tragen. Alle Konzerngesellschaften treten als »one Fujitsu« auf, kündigte Kai Flore, Präsident und CEO der FTS, an. Zwar könnte FTS den Siemens-Brand noch für eine zwölfmonatige Übergangsfrist nutzen, aber davon werde man Abstand nehmen und einen sauberen Schnitt zur Siemens-Vergangenheit anpeilen, sagte Flore.

Wysuwa baut Channel nach deutschem Vorbild auf

Der FTS-Chef Flore betonte, dass das Unternehmen ein Partner-zentriertes Unternehmen bleibe, auch wenn sich im Produktportfolio einiges ändern werde. Zunächst wird der Konzern ein globales Partnernetzwerk aufbauen, nach dem Vorbild des Reseller-Netzwerkes in Deutschland. »Die Tatsache, dass wir Hans-Dieter Wysuwa zum Corporate Channel Manager gemacht haben, zeigt den Partnern, dass wir es damit ernst meinen«, unterstreicht Flore. »Ihn kennt man im Markt.«

Insgesamt werde man weltweit auf das bestehende Partnernetzwerk aufsetzen um zu wachsen. In Deutschland sei man diesbezüglich bereits gut aufgestellt. Jetzt komme es darauf an, das auf andere Märkte zu übertragen. »Das Modell kommt aber von uns«, betont FTS-Chef Flore. Dieser Channel-Ansatz werde letztlich von ganz oben verfolgt, so der Manager. Ein Statement von Fujitsu-President Kuniaki Nozoe bestätigt dies: »Wir können bei der Einführung neuer Produkte global denken und dann lokal handeln. Die Integration von Fujitsu Technology Solutions ermöglicht es der Fujitsu-Gruppe, vollintegrierte Produkte und Lösungen weltweit anzubieten.«

Augsburg kann aufatmen

FTS wird dabei innerhalb der Fujitsu-Gruppe das Server- und Storagegeschäft übernehmen. Bei weltweit 7,74 Millionen verkauften Einheiten im Jahr 2008 liegt Fujitsu derzeit mit 270.000 verkauften Servern bei einem Marktanteil von vier Prozent auf dem vierten Platz hinter den drei Server-Größen HP (35 Prozent), Dell (27 Prozent) und IBM (14 Prozent). Für 2010 peilt FTS einen Marktanteil von sieben Prozent an, also etwa eine halbe Million verkaufter Server. Bis 2012 will der Fujitsu-Konzern weltweit auf einen Marktanteil von zehn Prozent kommen.

Eine gute Nachricht beinhaltet diese Strategie für die deutschen Standorte. Die Haupt-Produktionsstätte für Server mit Intel-Architektur liegt neben dem japanischen Fukushima im deutschen Augsburg. Gegenwärtig werden dort vor allem Desktop-PCs fabriziert sowie Notebooks assembliert, deren Einzelteile in China gefertigt wurden. Künftig wird sich hier ein Großteil der Server-Produktion ansiedeln, inklusive Forschung und Entwicklung. Der Mitarbeiterstamm soll daher künftig eher wachsen. Investiert werden soll vor allem in den Research-and-Developing-Bereich in Europa.

Netapp und EMC und der Eigenbrand Eternus

Für den Storage-Bereich kündigte Flore an, dass die bestehenden Kooperationen mit Netapp und EMC ausgebaut werden. Gemeinsam mit eigenen Storage-Produkten unter dem Brand »Eternus« werden diese gemeinsam mit den Servern über den Channel vertrieben. Im Gespräch mit IT-BUSINESS bestätigte Bernd Wagner, Managing Direktor Germany der FTS, dass im SMB-Bereich und im unteren Mittelstand, also bei Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern, vollends das Partnernetzwerk zum Zug komme. »Hier kommen wir dem Channel nicht in die Quere«, so der Manager. Bei größeren Unternehmen gelte zwar weiterhin Projektschutz, aber Wettbewerbskonstellationen, bei denen gegen eine Bechtle, Computacenter oder eine andere große Systemhausgruppe um einen Kunde gebuhlt wird, werden durchaus vorkommen.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, wie das PC- und das Server-Geschäft künftig positioniert werden.

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