US-Präsident Donald Trump führt einen Feldzug gegen Diversität und Inklusion – nun fügt sich der Softwarehersteller aus Walldorf. Auch andere Unternehmen mit großem US-Geschäft wie die Deutsche Telekom machen sich Gedanken.
Nicht alle deutschen Unternehmen kürzen wie SAP die Förderung benachteiligter Personengruppen.
(Bild: elenabsl - stock.adobe.com)
Der Softwareriese SAP beugt sich der neuen US-Politik unter Präsident Donald Trump und fördert künftig nicht mehr den Frauenanteil im Konzern. Trump und seine Regierung führen seit Monaten einen Feldzug gegen die Programme, die unter der Abkürzung DEI (Diversity, Equity and Inclusion) bekannt sind. Damit sollen eigentlich benachteiligte Personengruppen gefördert werden – der Präsident meint aber, dass die Kompetenz darunter leide.
Mit SAP wird nun ein weiterer Fall bekannt, bei dem sich ein deutsches Unternehmen mit großem US-Geschäft dem neuen Kurs in den Vereinigten Staaten fügt. Wie gehen andere Konzerne hierzulande mit den neuen Regularien um?
Deutsche Telekom
Für die Telekom ist das US-Geschäft das mit Abstand wichtigste: Zwei Drittel des Gesamtumsatzes machte der Bonner Konzern zuletzt mit der Tochter T-Mobile US. Diese habe aufgrund der neuen US-Regularien „kleinere Anpassungen“ vornehmen müssen, beispielsweise im Lieferantenauswahlprozess, teilte ein Konzernsprecher mit. Zugleich hieß es: „T-Mobile US zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Mitarbeitenden und Zulieferer eine Vielzahl von Fähigkeiten und Hintergründen einbringen“.
Anfang April war bekannt geworden, dass T-Mobile US ihre DEI-Initiativen weitgehend aufgibt. In einem Schreiben an die US-Regulierungsbehörde FCC hieß es, dass spezifische Ziele verworfen werden sollten. Am Tag nach dem Schreiben genehmigte die Federal Communications Commission (FCC) die von T-Mobile US angestrebte Übernahme des Kabelnetzbetreibers Lumos.
Siemens
Der Münchner Siemens-Konzern will sich nicht dazu äußern, ob die US-Regierung bereits mit Sanktionen gedroht hat, falls die unternehmenseigenen Inklusionsprogramme nicht zurückgefahren oder eingestellt werden. Allerdings gebe es zurzeit „keine Notwendigkeit zur Veränderung unserer Bemühungen hinsichtlich vielfältiger Teams und eines inklusiven Arbeitsumfelds aufgrund der aktuellen Entwicklungen“, heißt es auf Anfrage.
Der Konzern betreibt 22 Produktionsstandorte in den USA und beschäftigt inklusive der Töchter Siemens Mobility und Siemens Healthineers 48.000 Menschen. Die Vereinigten Staaten sind Siemens' größter Markt: Im Finanzjahr 2024 erlöste der Konzern dort 20,0 Milliarden Euro.
Henkel
Der Persil- und Schwarzkopf-Hersteller ist bislang nach eigenen Angaben nicht von der US-Regierung kontaktiert worden. „Die Entwicklung in den USA beobachten wir und stehen dazu in regelmäßigem Austausch mit unseren US-Kolleginnen und Kollegen.“ In Nordamerika hat Henkel etwa 8.000 Mitarbeitende, viele davon in der Produktion. Insgesamt hat der Konzern in den USA und Kanada mehr als 50 Standorte. 2024 erzielte das Chemie-Unternehmen von seinen fast 21,6 Milliarden Euro Umsatz in Nordamerika etwa 6 Milliarden Euro – den wesentlichen Teil in den USA.
BMW
Der Autobauer will bedacht vorgehen und keinen „kurzfristigen Trends“ folgen. „Insbesondere in den USA beobachten wir die Situation derzeit besonders aufmerksam und bringen dort unsere Richtlinien und Maßnahmen in Einklang mit dem neuen US-Recht“, heißt es auf Anfrage. Im vergangenen Jahr erzielte BMW 16,3 Prozent des Gesamtfahrzeugabsatzes in den Vereinigten Staaten. Das Werk in Spartanburg (South Carolina) ist mit rund 11.000 Mitarbeitenden der größte Standort in den USA.
Bayer
Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat bislang kein offizielles Schreiben mit der Aufforderung erhalten, die internen Diversitätsprogramme einzustellen. „Wir beobachten sie sehr aufmerksam, um zu bewerten, inwieweit sie sich auf unser dortiges Geschäft auswirken könnte“, heißt es. Für Bayer sind die Vereinigten Staaten der größte und wichtigste Markt. Mehr als 30 Prozent des Gesamtumsatzes erzielte der Konzern im vergangenen Jahr.
SAP weicht Diversitätsthemen auf
Zuvor war bekannt geworden, dass SAP seine angepeilte Frauenquote von 40 Prozent in der Belegschaft aufgeben wird. Aufgrund der neuesten juristischen Entwicklungen müssten die eigenen Initiativen bei Diversität und Inklusion angepasst werden, um damit im Einklang mit geltendem Recht zu stehen, heißt es in einer internen E-Mail, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ darüber berichtet. Neben der Abschaffung der Gesamt-Frauenquote im Konzern werden Frauen bei SAP auf bestimmten Ebenen künftig nicht mehr gezielt in Führungspositionen gefördert.
Stand: 08.12.2025
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Auf „Handelsblatt“-Anfrage bestätigte SAP, dass es eine Änderung bei den Kriterien für die Vorstandsvergütung gibt. Wie es weiter in der internen Mail heißt, werden zudem die Diversitäts- und Inklusionsanlaufstelle und der Bereich „Corporate Social Responsibility“ – ein Bereich, der für gesellschaftliche Verantwortung steht – zusammengeführt.