Für Kunden und Partner soll sich im Umgang mit Fsas, bisher bekannt als Fujitsu Technology Solutions, wenig ändern: Die Strukturen und die Ansprechpartner bleiben. Allerdings soll Fsas schneller und agiler werden, verspricht Deutschland-Chef Santosh Wadwa.
Japanische Werte wie Aufrichtigkeit, Mut, Ehre, Treue und Höflichkeit sollen Fsas auszeichnen, wie Santosh Wadwa, Head of Platform Business Germany, betont. Sie sollen den Hersteller zum idealen Partner machen, wenn es um die digitale Souveränität geht.
(Bild: Keattipoom - stock.adobe.com)
Die Umbenennung ist vollzogen: Seit dem ersten April müssen sich die Partner und Kunden von Fujitsu Technology Solutions an den neuen Namen Fsas Technologies gewöhnen, wobei der Zusatz „a Fujitsu Company“ klarmachen soll, dass man es immer noch mit derselben Firma zu tun hat. Fujitsu Germany gibt es weiterhin. In dieser Firma sind die Uvance-Lösungen für eine digitale Transformation, Managed Services, Cloud Services, Consulting und das Mainframe-Geschäft angesiedelt, während Fsas weiterhin für das Datacenter-Hardware-Geschäft, IT-Consulting sowie produktnahe Services zuständig ist. Wie Santosh Wadwa, Head of Platform Business Germany bei Fsas, betont, werden beide Firmen weiterhin eng kooperieren, um den Kunden umfassende Lösungen anbieten zu können. Die beiden Deutschlandzentralen sitzen auch weiterhin im selben Gebäude in München.
Santosh Wadwa verantwortet als Vice President - Head of Platform Business Germany das gesamte Infrastruktur- und Datacenter-Lösungsgeschäft bei Fsas Technologies Deutschland.
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Bei Fsas selbst soll sich mit der Umbenennung im Umgang mit den Kunden und Partnern nichts ändern, verspricht Wadwa. Die Ansprechpartner bleiben und ebenso die im Vergleich zum Mitbewerb „drei mal so große Mannschaft“, die auch eine Consulting-Truppe mit etwa 100 Mitarbeitern umfasst. Die steht inzwischen über die Distribution auch den Partnern zur Verfügung.
Mit dem Ende des Client-Geschäfts vor einem Jahr hat sich auch die Vertriebsstruktur bei Fujitsu Technology Solutions, jetzt Fsas Technologies, verändert. Der Channel-Anteil ist auf 50 Prozent gesunken, soll aber wieder auf 80 Prozent steigen. „Wir werden jedes Neukundengeschäft über Partner generieren“, sagt Wadwa dazu. Von den über die Distribution bedienten Partnern, die der Hersteller ob der Verunsicherung wegen der neuen Ausrichtung verloren hat, sind etwa 40 Prozent wieder zurückgekehrt, betont der Platform-Business-Chef. Ausschlaggebend sei hier die persönliche Betreuung, die andere Hersteller so nicht bieten können. Die Zahl der Distributoren ist mit Bytec Bodry, Ingram Micro sowie Siewert & Kau auf drei gesunken. Von Api hat sich der Hersteller im November 2024 getrennt.
Das Geschäft habe sich trotz des schwierigen Umfelds im vergangenen Jahr gut entwickelt, nicht zuletzt weil die Digitalbranche immer noch wächst. Sein Unternehmen habe die Ziele zu mehr als 100 Prozent erreicht, merkt Wadwa an. Dazu habe auch der Erfolg des As-a-Service-Angebots Uscale beigetragen, das im vergangenen Jahr ein Wachstum von 400 Prozent verbuchen konnte.
Eine wesentliche Änderung, die sich durch den Übergang zu Fsas Technologies ergeben soll, gibt es doch: „Wir wollen schneller und agiler werden“, verspricht Wadwa. Die deutsche Fsas-Dependance ist nun gleichzeitig das europäische Hauptquartier und habe damit einen direkten Draht zur Konzernzentrale in Japan. Gleichzeitig habe Fsas nun mehr Freiheiten im Marketing und der Kommunikation.
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Beim Produktportfolio setzt Fsas weiterhin auf die Kooperation mit Technologiepartnern und baut diese weiter aus. So gibt es eine globale Kooperation mit Supermicro, in deren Rahmen Fsas nun Supermicro-Server anbieten wird. Der Schwerpunkt liegt laut Wadwa dabei auf leistungsstarken GPU-Servern für KI-Anwendungen. Dabei sollen die Kunden vom Service durch Fsas und die Kombination mit Fsas-Lösungen profitieren. Zudem haben Fujitsu und Supermicro eine Kooperation für die Entwicklung von flüssigkeitsgekühlten Servern mit den Monaka-ARM-Prozessoren von Fujitsu vereinbart, die 2027 auf den Markt kommen sollen.
Mit dem A64FX hat Fujitsu bereits einen eigenen ARM-Prozessor für den 2020 in Dienst gestellten Supercomputer Fugaku entwickelt, der seinerzeit den ersten Platz auf der Top-500-Liste der schnellsten Supercomputer belegen konnte. Nun arbeitet der Hersteller an einem weiteren ARM-Prozessor, der den Namen Monaka trägt und eine neue Ära schneller und gleichzeitig stromsparender ARM-CPUs für Rechenzentren einläuten soll. Dabei soll die CPU mit ihren 144 Cores mit ARMv9-A-Architektur und SRAM-Last-Level-Cache auch bei HPC- und KI-Anwendungen eine hohe Performance liefern. Der Hersteller nutzt bei Monaka einen 3D-Many-Core-Aufbau mit vier Core-Dies, die bei TSMC in einem 2-nm-Prozess mit Gate-All-Around-Transistoren gefertigt werden. Zudem soll Monaka zwölf Kanäle für DDR5-SDRAM bieten und PCI Express 6.0 sowie CXL 3.0 unterstützen. Der für Dual-Sockel-Systeme ausgelegte Prozessor soll prinzipiell mit Luftkühlung auskommen, eine Flüssigkeitskühlung ermöglicht aber einen höhere Packungsdichte der Systeme im Rack.
Stand: 08.12.2025
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Mit Managed Maintenance bietet Fsas den Kunden zudem die Möglichkeit, das Unternehmen mit konsolidierten Serviceverträgen als einzigen Ansprechpartner für die gesamte Wartung der IT einzusetzen und damit die Komplexität zu reduzieren. Davon sollen auch die Partner profitieren.
Digitale Souveränität als Argument für Fsas
Ein ganz wichtiges Thema ist für Wadwa die digitale Souveränität, nicht zuletzt da sein Unternehmen einer der wichtigsten Lieferanten öffentlicher Auftraggeber sei. Er betont dabei, dass Fsas als Teil eines japanischen Konzerns weder dem politischen Einfluss Chinas, noch dem der USA unterliege und das japanische Wertesystem des Unternehmens zu Deutschland passe. „Wir sind die Schweiz der IT“, sagt der Chef des Platform Business Germany über Fsas. Passend zu dieser Position will die Firma die Nutzung von Open-Source-Lösungen wie etwa Proxmox ausbauen und mehr mit deutschen und europäischen Cloud-Anbietern kooperieren. Mit Ionos und Plusserver besteht diese Zusammenarbeit bereits. Die überwiegend in Deutschland entwickelte Private-GPT-Lösung für GenAI im eigenen Rechenzentrum der Kunden gehöre ebenfalls zu dieser Strategie. Derzeit seien schon 60 Lösungen bei Kunden im Einsatz und eine Vielzahl von Projekten in Planung.
Die Kooperation mit US-amerikanischen Partnern und mit den Hyperscalern will Fsas deswegen nicht aufgeben, sie läuft auch auf globaler Ebene.
Veränderte Organisationsstruktur
Während die Ansprechpartner für Kunden und den Channel gleich bleiben, ändert Fujitsu die Organisationsstruktur, um sie effizienter zu gestalten. Julius Berger, bisher für die Distribution zuständig, wird nun Head of Corporate & Midmarket bei Fsas. Das strategische Partnermanagement, also die Verantwortung für Top-Partner wie Bechtle, SVA oder Cancom, bleibt weiter bei Berger. Die Leitung des Teams, das sich um die Channel Focus Accounts kümmert, übernimmt Maik Homscheid, bisher Director Corporate und Midmarket Region West. In seine Verantwortung fallen damit die kleineren und regionalen Partner, die Distribution sowie mittelständische Kunden.
Zur Unterstützung der Partner wird Fsas das schon begonnene Bonusmodell weiterführen. Das BTO-Modell über die Distribution und die Value4you-Aktionsangebote werden weiter ausgebaut, ebenso das Produktportfolio. Hier stellt Wadwa weitere Server auf AMD-Basis und flüssigkeitsgekühlte Geräte in Aussicht.
Mit den Fujitsu Champions hat das Unternehmen zudem ein Programm aufgelegt, das ausgewählte Partner bei den Fokusthemen KI und Gesundheitswesen unterstützen soll.
Als zentrales Event für Kunden und Partner wird der Fsas Technologies Summit am 1. und 2. Juli im Showpalast München stattfinden. Die Veranstaltung, die den Fujitsu Experience Day und die Partnertage kombiniert, soll rund 1.000 Besucher anziehen, erwartet Wadwa.