GfK-Konsumklimastudie für Dezember 2021 Frostige Konsumstimmung

Von Heidi Schuster

Die Verbraucherstimmung in Deutschland kühlt im Dezember spürbar ab. Laut der GfK-Konsumklimastudie büßen sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung deutlich ein. Sind die Aussichten für Januar weiter frostig?

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Nicht nur die Außentemparaturen sind kühl. Auch die Verbraucherstimmung in Deutschland kühlt im Dezember spürbar ab.
Nicht nur die Außentemparaturen sind kühl. Auch die Verbraucherstimmung in Deutschland kühlt im Dezember spürbar ab.
(Bild: Pixabay)

Die Pandemie und die Inflation schwächen das Konsumklima im Dezember, was deutlich an der Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie der Anschaffungsneigung zu sehen ist in der GfK-Konsumklimastudie für Dezember 2021. Da auch die Sparneigung erneut ansteigt, prognostizieren die Marktforscher für das Konsumklima für Januar 2022 -6,8 Punkte und damit fünf Punkte weniger als im Dezember 2021 (revidiert -1,8 Punkte).

Konsumklima

Das Konsumklima sinkt zum zweiten Mal in Folge deutlich. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt mit -6,9 Punkten im Juni 2021 gemessen.

„Die Konsumstimmung wird auch zum Jahresende von zwei Seiten stark unter Druck gesetzt. Hohe Inzidenzen durch die vierte Welle der Corona-Pandemie mit weiteren Beschränkungen sowie deutlich gestiegene Preise setzen dem Konsumklima mehr und mehr zu. Vor allem die 2G-Regel für weite Teile des Einzelhandels versetzen dem Weihnachtsgeschäft einen schweren Schlag“, erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Auch die Aussichten für den Beginn des kommenden Jahres sind vor dem Hintergrund der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante gedämpft.“

Die Aussichten für die Konsumkonjunktur für das kommende Jahr sind in erster Linie vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängig. Erfolgt die Pandemiebekämpfung rasch und erfolgreich, werden Beschränkungen in größerem Umfang gelockert und der Konsum wird sich zügig erholen. Sollte sich jedoch im weiteren Verlauf das Infektionsgeschehen wieder verstärken, wird sich der Aufschwung weiter verzögern.

Konjunkturstimmung

Die Konjunkturaussichten der Verbraucher trüben sich zum Jahresende spürbar ein. Der Indikator verliert 13,9 Punkte und fällt auf 17,1 Zähler. Dies ist bereits der dritte Rückgang in Folge. Ein niedrigerer Wert der Konjunkturstimmung wurde zuletzt vor acht Monaten gemessen. Im April verzeichnete sie 7,3 Punkte.

Vor allem unterbrochene Lieferketten machen einer Reihe von Unternehmen derzeit schwer zu schaffen. Fehlende Vorprodukte, wie zum Beispiel Halbleiter, führen zu einer Drosselung oder sogar einem kompletten Stillstand der Produktion. Die Folgen bekommen auch die Arbeitnehmer in Form von Kurzarbeit zu spüren.

Einkommensaussichten

Zum dritten Mal in Folge muss die Einkommenserwartung spürbare Einbußen hinnehmen. Der Indikator sinkt im Dezember um sechs Punkte und fällt auf 6,9 Punkte. Die Einkommensstimmung hat damit in den letzten drei Monaten mehr als 30 Punkte verloren. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht aber immer noch ein Plus von gut drei Punkten zu Buche.

Steigende Preise bei Energie und Lebensmitteln schwächen die Kaufkraft der Einkommen der Konsumenten. Zudem besteht die Gefahr, dass mittel- und langfristig eine sogenannte Lohn-Preis-Spirale in Gang gesetzt wird. Aufgrund deutlich steigender Preise fordern die Gewerkschaften als Inflationsausgleich spürbare Lohnerhöhungen, die die Unternehmen in Form höherer Preise für ihre Produkte und Dienstleistungen dann an die Verbraucher weitergeben.

Anschaffungsneigung

Auch die Anschaffungsneigung bleibt von der generellen Eintrübung nicht verschont. Die Konsumstimmung erleidet Einbußen von 8,9 Punkten und sinkt auf 0,8 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert seit Januar 2021, als null Punkte gemessen wurden. Im Vorjahresvergleich ist das Minus auf knapp 36 Punkte angewachsen.

Die Konsumstimmung ist neben der Inflation vor allem durch die pandemiebedingten Einschränkungen beeinträchtigt. Die 2G-Regel für weite Teile des stationären Handels verringert zum einen die Shopping-Lust, zum anderen brechen Konsumenten, die weder geimpft noch genesen sind, komplett weg.

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 2. bis 13. Dezember 2021. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und kommentiert. Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich. Auch hierbei geht es nicht um die Einzelhandelsumsätze, sondern um die gesamten Konsumausgaben der Verbraucher. Die Anschaffungsneigung ist – wie alle anderen Indikatoren auch – ein Stimmungsindikator. Sie fragt, ob die Verbraucher es derzeit für ratsam halten, größere Anschaffungen zu tätigen. Selbst wenn sie dies mit „Ja“ beantworten, müssen noch zwei weitere Voraussetzungen für einen Kauf vorhanden sein: Der Verbraucher muss das nötige Geld für eine solche größere Anschaffung besitzen und auch eine Notwendigkeit für diese Anschaffung sehen. Zudem handelt es sich hier tatsächlich ausschließlich um langlebige Gebrauchsgüter, die auch ein größeres Budget erfordern.

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