KI steht auf dem 7. FIT-Kongress ganz oben auf der Agenda. Diskutiert haben die IT-Frauen auf dem Petersberg auch über Chancen und Möglichkeiten der Digitalen Transformation sowie über Führung und weibliche Vorbilder in der IT.
Auf dem Bonner Petersberg haben die „IT-Women of the Year 2025“ aus IT, E-Health und E-Government ihre Auszeichnungen erhalten.
(Bild: Manuel Emme)
„Wir leben in einer VUCA-Welt und die KI ist (mit) Schuld“ erklärt Prof. Dr. Julia de Groote in ihrer Keynote auf dem FIT-Kongress „Females in IT | Future in IT“ des Women´s IT-Network (WIN). Was zunächst kryptisch klingen mag, wird im Laufe des Vortrags von Frau Prof. de Groote greifbar. Schließlich stellt sie die Veränderungen durch KI in ein neues Licht. Dabei steht VUCA für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (Mehrdeutigkeit) und beschreibt die Herausforderungen, mit denen sich Menschen und Unternehmen auseinandersetzen müssen. Gelingen kann das laut de Groote nur durch Resilienz und die richtige Strategie, Resilienz rechtzeitig aufzubauen. Und wichtige Bausteine dafür sind unter anderem weibliche Kompetenzen wie Kommunikationsstärke oder Empathie.
Produktiver dank Digital Detox
Rund 200 Frauen aus den unterschiedlichsten Bereichen der IT folgten auf dem FIT-Kongress den inspirierenden und informativen Vorträgen. So präsentierte Anitra Eggler auf ihrer Eröffnungs-Keynote ebenso wortreich wie amüsant Strategien für weniger digitalen Alltagsstress. Sie plädiert dafür, „statt dauernd die Smartphone-Akkus, öfters den Lebensakku aufzuladen“. Schließlich kämen Wissensarbeiter gerade mal auf 24 Minuten ungestörte Arbeitszeit pro Tag – das sind nicht mehr als 146 Stunden im Jahr! Durch diese Arbeitsunterbrechungen gehen der Wirtschaft 114 Milliarden Euro pro Jahr verloren, erklärt Eggler. Verbessern ließe sich diese Bilanz durch Digital Detox, etwa mit festen E-Mail-Öffnungszeiten oder Handy-freie Zonen im Haus. Damit sinke nicht nur der Stress, vielmehr wachse die Produktivität.
Und wie wichtig die Produktivität am Arbeitsplatz ist, zeigt die demografische Entwicklung. Allein in Deutschland sind in der IT laut Branchenverband Bitkom im vergangenen Jahr rund 149.000 Stellen unbesetzt geblieben. Nicht mitgerechnet sind dabei offene Stellen mit IT-Schwerpunkt in Verwaltungen, Schulen oder Wissenschaftseinrichtungen. Wie die Digitalisierung dennoch gelingen kann, war zum Beispiel Thema des Vortrags von Susann Homann, Chief Digital Officer am Universitätsklinikum Halle. Ein wesentlicher Schritt dazu ist das E-Rezept. Dadurch reduziere sich der Verwaltungsaufwand. Zudem erhöhe sich die Patientensicherheit, da Fehler bei Verschreibung und Einlösung minimiert werden. Wichtig sei es ferner, Angestellte aktiv in den Digitalisierungsprozess einzubeziehen, da sie schließlich diejenigen seien, die neue Technologien nutzen.
Fachkräftemangel und Vorbilder
Und angesichts des Fachkräftemangels in der IT, aber auch in Gesundheitswesen und Verwaltung, wird die Förderung von Mädchen und Frauen wichtiger. Schließlich sind aktuell nur 21 Prozent der Studierenden und 10 Prozent der Auszubildenden im Bereich Informatik weiblich. Vielfach fehlen Vorbilder und Netzwerke. Dem entgegenwirken und jungen Frauen Mut machen, in die IT einzusteigen, hat sich Carolin de Lorenzi, Director Workplace Solution Sales & Development bei Computacenter auf die Fahnen geschrieben.
Aber auch beispielsweise im Thinktank von Silke Kanes und Sonja Scott ging es um Möglichkeiten, Mädchen zu fördern und ihnen die Vielfalt der Berufswelt zu zeigen. Das funktioniere am besten mit Vorbildern eben auch aus gender-untypischen Berufen wie der IT. Das bestätigten die Teilnehmerinnen des Thinktanks, die fast alle zunächst eher „frauentypische“ Berufe gewählt haben und über Umwege schließlich zur IT gekommen sind. Dabei gibt auch Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst zum Ausdruck: „Es gibt keinen wirklichen Grund, warum nicht genauso viele Frauen einen IT-Beruf anstreben und ergreifen sollten wie Männer.“ Dennoch bleibt es ein weiter Weg, mehr Frauen in die IT zu bringen.
Über Satelliten und Green IT
Dass weibliche IT-Fachkräfte durchaus beachtliche Karrieren machen können, stellten vor allem die Keynote-Speakerinnen und Workshop-Leiterinnen unter Beweis. So blickt zum Beispiel Anela Boese auf über 20 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche und in der Softwareentwicklung zurück. Dabei war sie unter anderem Director Connected Car bei Porsche und Vizepräsidentin bei der Telekom. Als Mitbegründerin von Stellar richtet sie ihren Blick heute auf Satelliten. Die erfahrene IT-Managerin führte in ihrer Keynote aus, wie wichtig autarke Satellitentechnologien in Europa sind.
Stand: 08.12.2025
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Weniger um Satelliten als vielmehr um „Planet & Pixels“ ging es im Vortrag von Isabel Netzband. Die Fujitsu-Managerin will eine nachhaltige Datenkultur fördern, um Umweltbelastungen im digitalen Raum zu reduzieren. „Green by IT“ bedeutet bei ihrem Projekt durch KI zum Beispiel Ressourcen effizienter nutzen, die Lebensdauer von Geräten verlängern oder Abfall reduzieren.
KI im Arbeitsleben
Doch nicht bei der KI zeigten die Teilnehmerinnen des FIT-Kongress, wie engagiert, neugierig und offen sie Herausforderungen in ihrem Job angehen und meistern. So diskutierten sie in den Workshops angeregt über nötige Mindset-Änderungen im KI-Zeitalter, Leadership und Zusammenarbeit sowie über Cyberangriffe und die Digitalisierung in Krankenhäusern.
Gespannt folgten die Teilnehmerinnen schließlich den Ausführungen von Prof. Dr. Isabell Welpe und der abschließenden Panel Discussion. Prof. Welpe betonte in ihrem Vortrag die durchgreifenden Änderungen durch Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt. So könne KI viele repetitiven und administrative Aufgaben übernehmen. Die Wissenschaftlerin führte aus, dass beispielsweise bei Google derzeit bereits über 25 Prozent der Codes von Generativer KI erzeugt werde. Das entlaste die Mitarbeiter, ersetze sie aber an einigen Stellen. So hätten etwa bei dem Bezahldienst Klarna KI-Assistenten im Kundendienst die Arbeit von 700 Mitarbeitern übernommen. KI kann den Fachkräftemangel lindern und führe zu Produktivitätssteigerungen.
Dass Künstliche Intelligenz die menschliche nicht ganz ersetzen kann, war auch Thema der Panel Discussion. Außer Prof. Welpe diskutierten Margarita Dvorina, Ministerium für Arbeit, Soziales, Maren Busch, Bürgermeisterin Diez, Lisa Marsfeld, OMMAX, Stefanie Meister, Microsoft und Vanessa Viellieber, AMAG, über die Möglichkeiten und Chancen von Künstlicher und Kollektiver Intelligenz. Bei all den Vorteilen, die KI bietet, müsse sie sinnvoll eingesetzt werden und den Menschen helfen sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld. Und gerade in der Verwaltung, die beim Thema Digitalisierung hinterherhinkt, gäbe es viele sinnvolle Einsatzmöglichkeiten. Dabei könnten Kommunen aber durchaus von bereits bestehenden Lösungen profitieren – vorausgesetzt sie reden miteinander.
Galaabend der IT-Females
Abgerundet wurde der inspirierende Tag von einer schwungvollen Dinner Speech von Bernd Preuschoff. Der CIO und Profi-Tänzer betont darin, dass die Digitale Transformation nicht nur eine technische, sondern vor allem eine menschliche Herausforderung sei. Zudem sei richtige Kommunikation beim Tanzen ebenso wichtig wie in der IT. Mit Unterstützung aus dem begeisterten Publikum brachte er schließlich den ganzen Saal dazu eher Ungewöhnliches als Gemeinschaft zu tun: Tanzen.
Nach dem Gala-Dinner sind die begehrten Preise des Women‘s IT Network (WIN) und Vogel IT-Medien überreicht worden. Für die 137 Nominierungen in fünf Kategorien sind im Vorfeld über 33.000 Stimmen abgegeben worden. Wer einen WIN-Award in diesem Jahr auf dem Petersberg in Bonn entgegennehmen durfte, zeigt die Bildergalerie.
FIT-Kongress 2024: Die Gewinnerinnen der WIN-Awards 2024