Studie von Jabra Flexibles Arbeiten ist wichtiger als das Gehalt

Autor Ann-Marie Struck

Wie bekomme ich neue IT-Fachkräfte und wie halte ich meine Mitarbeiter? Diese Fragen stellen sich viele Führungskräfte. Einer Studie von Jabra zufolge hat flexibles Arbeiten nun das Gehalt als Kriterium bei Arbeitnehmern abgelöst.

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Durch flexible Arbeitsmodelle lässt sich Beruf- und Privatleben besser vereinbaren. Mütter können dadurch bespielsweise schneller in den Beruf wieder einsteigen.
Durch flexible Arbeitsmodelle lässt sich Beruf- und Privatleben besser vereinbaren. Mütter können dadurch bespielsweise schneller in den Beruf wieder einsteigen.
(Bild: daniilvolkov - stock.adobe.com)

Ein Dienstwagen, ein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr oder mehr Urlaubstage, Unternehmen haben eine Palette an Zusatzleistungen an der Hand, um Mitarbeitern die Arbeit attraktiver zu machen. Lange stand bei Arbeitnehmern als wichtigste Job-Kriterium das Gehalt an erster Stelle, nun wird es vom flexiblen Arbeiten abgelöst. So das Ergebnis des „Hybrid Ways of Working Report 2021“ von Jabra. Im Rahmen der Studie wurden in fünf Ländern insgesamt 5.000 Wissensarbeiter befragt.

Das Ergebnis: Über die Hälfte (59 %) der Befragten ist Flexibilität und Autonomie im eigenen Arbeitstag wichtiger als die monetäre Vergütung. Außerdem sind 73 Prozent der Meinung, dass das klassische Büro nicht mehr der Standard sein wird. Vielmehr sehen 71 Prozent das Büro als Raum für sozialen Austausch und Kollaboration. Fokussiertes Arbeiten soll künftig nicht mehr dort stattfinden.

Flexibles Arbeiten für jeden?

Im Homeoffice fehlen jedoch die Kollegen. Deshalb zählt zu den häufigsten Gründe, warum Mitarbeiter wieder in das Büro zurückkehren wollen, der direkte Austausch mit dem Team, gefolgt von der Motivation. Außerdem wird weiterhin die technische Ausrüstung im Homeoffice oft bemängelt.

Jedoch haben viele Arbeitnehmer auch Sorgen um die Entwicklung der eigenen Karriere sowie Unternehmen, wenn alle nur von Zuhause aus arbeiten. Diese Umfragegruppe wünscht sich daher wieder drei oder mehr Tage im Büro zu arbeiten. Vollzeit zurück ins Büro möchten nur 17 Prozent.

Ferner haben der Studie zufolge drei von vier Angestellten Bedenken beim Thema hybrides Arbeiten. Hauptgrund ist die mangelnde Kommunikation. Nur 20 Prozent der Befragten glauben, dass ihr Unternehmen optimal auf diese Art des Arbeitens vorbereitet ist. 52 Prozent gaben außerdem zu, dass sie lieber von Zuhause arbeiten würden, aber befürchten, dass dies ihrer Karriere langfristig schaden würde.

Ob das eigene Unternehmen bereit für hybrides Arbeiten ist oder nicht, dazu gibt es zwischen Führungsebene und anderen Angestellten sehr geteilte Meinungen. Während 53 Prozent der Angestellten glauben, dass das Unternehmen für flexibles Arbeiten bereits optimal aufgestellt ist, sind es im C-Level 74 Prozent.

Tipps für Unternehmen

Folgt man den Ratschlägen von Jabra, sollten Unternehmen für ein dauerhaft erfolgreiches Modell für hybride Arbeit von ihren bisher möglicherweise starren Rahmenbedingungen und Vorgaben abweichen. Dazu braucht es zwar klare Richtlinien und Prinzipien für das neue Arbeitsmodell, gleichzeitig sollten die Mitarbeiter auch in ihrer Autonomie gefördert werden und Vertrauen der Führungskräfte bekommen.

Denn es wünschen sich 65 Prozent der Befragten sich ihren Arbeitstag selbst einzuteilen zu dürfen. Nur 35 Prozent halten sich gerne an strikte Standard-Arbeitszeiten. Des Weiteren möchten 61 Prozent die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, wann sie von Zuhause und wann im Büro arbeiten. Nur 39 Prozent bevorzugen vom Management festgelegte Tage, wann sie wo arbeiten müssen.

Relevanz von Technologien

Flexibles Arbeiten beinhaltet nicht nur zwischen Büro und Homeoffice als Arbeitsort zu wählen, sondern auch von überall arbeiten zu können. Das befürworten 75 Prozent der Befragten. Um dies zu ermöglichen, müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter auch mit den richtigen Technologie ausstatten. Knapp 75 Prozent der Befragten bevorzugen es, wenn das Unternehmen entsprechende Technologie aussucht und bereitstellt.

84 Prozent der Mitarbeiter sind sich einig, dass Technologie Angestellten auch Chancen für Jobentwicklung ermöglicht. Ganze 80 Prozent würden eher für ein Unternehmen arbeiten, wenn es in Technologie für eine bessere hybride Zusammenarbeit investiert.

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