Alles mit Flash: Auf der Pure//Accelerate verkündet Pure Storage, nun alle Anforderungen im Datacenter mit All-Flash-Systemen erfüllen zu können. Der letzte Baustein ist das Flasharray//E. Zudem gibt es stärkere Controller für Flasharray//X und //C.
Das jüngste Mitglied der Flasharray-Serie von Pure Storage ist das Flasharray//E, das zusammen mit dem Flashblade//E die Pure//E-Familie bildet. Beide zusammen sollen HDD-Systeme endgültig aus den Rechenzentren verdrängen.
(Bild: Pure Storage)
Viele Storage-Hersteller nutzen Standard-Server-Hardware als Basis für ihre Systeme, wenn sie denn überhaupt noch eigene Storage-Appliances anbieten und nicht nur Software-Lösungen. Pure Storage setzt dagegen schon seit 2011, der Vorstellung der ersten Flasharray-Systeme der Serie 300, auf eigene Hardware und auf NAND-Flash als einziges Speichermedium. Das Ziel des Herstellers war dabei von Anfang an, im Datacenter alle Speichersysteme mit mechanischen Festplatten durch All-Flash-Geräte zu ersetzen.
Mit Flashblade//E hat Pure Storage Anfang dieses Jahres bereits ein System für das Speichern unstrukturierter Daten mit der Unterstützung einheitlicher Datei- und Objekt-Workloads auf den Markt gebracht, bislang eine Domäne von Festplatten-Arrays oder Hybrid-Systemen. Allerdings beträgt die Mindestkapazität hier 4 PB Raw, zu viel für einige Storage-Anforderungen der Kunden. Diese Lücke schließt nun das auf der Pure//Accelerate 2023 in Las Vegas vorgestellte FlashArray//E mit Unterstützung von Unified Block and File und einer Kapazität ab einem bis zu 4 PB. Die Kosten pro GB liegen dabei laut Hersteller bei 0,20 US-Dollar pro GB und damit auf demselben Niveau wie bei Flashblade//E. Der Support beträgt ebenfalls drei Jahre. Das neue Modell bildet zusammen mit Flashblade//E die Pure//E-Modellfamilie.
„Herkömmliche Festplattenlösungen, die durch hohe Kosten, massiven Platzbedarf im Rechenzentrum und ineffiziente Energienutzung gekennzeichnet sind, erweisen sich für die sich entwickelnden Anforderungen moderner Unternehmen als nicht geeignet. Pure Storage wurde mit der Vision gegründet, mechanische Speicher zugunsten eines All-Flash-Rechenzentrums zu ersetzen. Mit der Einführung des neuen FlashArray//E beseitigt Pure Storage die letzten Überreste von Festplatten in Unternehmen.“ fasst Ajay Singh, Chief Product Officer bei Pure Storage, die Pläne für das neue System zusammen.
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Die Technik bei FlashArray//E
Pure Storage nutzt für Flasharray//E im Prinzip die selbe Plattform wie für die neue R4-Generation von Flasharray//X und Flasharray//C, die ebenfalls in Las Vegas präsentiert werden. Allerdings kommen hier andere DirectFlash-Module mit QLC-NAND-Chips zum Einsatz. Sie sollen eine Kapazität von bis zu 75 TB pro Modul erreichen. Im Gegensatz zu herkömmlichen SSDs werden bei DirectFlash-Modulen Aufgaben wie die Datenplatzierung und das Medienmanagement nicht vom Speichermedium selbst, sondern vom System beziehungsweise dessen Betriebssystem Purity übernommen. Das soll zu einer höheren I/O-Leistung und einer längeren Lebensdauer der NAND-Flash-Chips führen. Zudem kommen die DirectFlash-Module ohne komplexe Controller und große DRAM-Speicher aus. Neben der 3U-Basiseinheit mit Platz für bis zu 20 DirectFlash-Module bietet der Hersteller passende Erweiterungs-Shelves an, von denen bis zu zwei unterstützt werden. Externe Fabric-Module wie bei Flashblade//E sind nicht notwendig.
Im Vergleich zu HDD-Systemen soll Flasharray//E einen um 80 Prozent geringeren Strom- und Platzbedarf sowie 60 Prozent niedrigere Betriebskosten bieten. Zudem soll bis zu 85 Prozent weniger Elektroschrott anfallen. In Relation zu herkömmlichen All-Flash-Arrays andere Hersteller soll die Energieeffizienz um den Faktor vier höher liegen.
Das System kann ab sofort bestellt werden, die Auslieferung ist für das dritte Quartal des Jahres geplant. Neben einem herkömmlichen Kauf steht als Alternative ein neues Service-Tier von Pures Evergreen//One Storage-as-a-Service-Abonnement zur Verfügung.
Flasharray //X- und //C R4
Die neue R4-Generation von Flasharray //X und //C feiert auf der Pure//Accelerate ebenfalls Premiere. Hier kommen ebenso wie beim neuen //E-Modell Controller mit Intel-Xeon-Scalable-Prozessoren der vierten Generation (Sapphire Rapids) zum Einsatz. Damit arbeiten die Systeme nun mit DDR5-SDRAM und nutzen PCIe Gen4 als Schnittstelle für die DirectFlash-Module. Dazu kommen verbesserte Netzwerkschnittstellen. Die Leistung der Systeme soll sich durch die neuen Controller um 40 Prozent verbessern.
Mit dem DirectCompress Accelerator (DCA) verfügen Flasharray //X-Systeme zudem über eine Erweiterungskarte mit einem FPGA, der die Inline-Kompression von Daten um 30 Prozent steigern soll und dabei zusätzlich die CPU entlastet. Enthalten ist die Karte in Evergreen//One, Evergreen//Forever und Evergreen//Flex.
Bei Flasharray //C bietet der Hersteller mehr Auswahl: Zu den Modellen C50 und C70 kommt mit dem C90 eine weitere Variante mit höherer Kapazität. Flasharray //X und //C R4 sollen ab Juli verfügbar sein.
Stand: 08.12.2025
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In Zukunft wächst die Kapazität der QLC-Direct-Flash-Module bei Flasharray//C ebenfalls auf bis zu 75 TB und die der TLC-Module bei Flasharray//X auf 36 TB. Der Hersteller geht davon aus, bereits in drei Jahren Module mit bis zu 300 TB Flash-Speicher anbieten zu können.
Ransomware-Recovery-SLA-Garantie
Nach einem erfolgreichen Ransomware-Angriff stehen betroffene Speicher-Arrays unter Umständen nicht für eine Wiederherstellung zur Verfügung, da sie für forensische Untersuchungen gesperrt sind, etwa auf Betreiben der Polizei oder von Cyber-Versicherungen. Für Systeme, die schnell wieder zur Verfügung stehen müssen, bietet Pure Storage seinen Evergreen//One-Kunden gegen einen Aufpreis von 20 Prozent eine zusätzliche Service-Garantie an, die das ermöglicht. Die Ransomware Recovery SLA Evergreen//One garantiert die Lieferung sauberer Speicher-Arrays innerhalb des nächsten Arbeitstages sowie 48 Stunden für die Fertigstellung eines Wiederherstellungsplans, der jederzeit gestartet werden kann, und einen Servicetechniker vor Ort beim Kunden. Bei der Wiederherstellung wird zudem eine Datenübertragungsrate von 8 TiB/Stunde zugesichert. Die neue SLA ist ab sofort erhältlich.
Dafür, dass es möglichst dar nicht zu erfolgreichen Angriffen kommt, soll die Speicherverwaltungsplattform Pure1 sorgen, die nun AIOps für die Erkennung von Anomalien integriert. Zusätzlich bietet die Management-Lösung Datenschutzbewertungen, sichere Konfigurationsmöglichkeiten der SafeMode-Snapshots sowie schnelle und unproblematische Self-Service-Upgrades.