Alternativen zum Bankkredit helfen bei Liquiditäts-Sicherung

Finanzierungshilfen der Hersteller, Distributoren und externen Dienstleister

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Auf direktem Weg – Ein Beispiel aus der Praxis

Auch unabhängig von Herstellern und Distributoren existieren Angebote für die Projektfinanzierung. Welchen Mehrwert Dienstleister ihren Kunden bieten können, zeigt eine aktuell bestehende Kooperation der Deutschen Telekom Geschäftskunden mit dem IT-Finanzierer Grenke.

Die Geschäftskunden-Sparte der Telekom wurde von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hessen-Süd mit einem 800.000-Euro-Projekt beauftragt: Server, Netzwerktechnik, Workstations, Notebooks und Software verschiedener Hersteller werden nach und nach ausgetauscht. Um die AWO-IT an den über 40 Standorten künftig aktuell halten zu können, ohne ständig viel Kapital zu binden, priorisierte der Verband eine Leasing-Lösung. Zudem soll stets der Überblick über sämtliche IT-Geräte gewährleistet sein.

Die Telekom wählte für die Finanzierung Grenkeleasing als Partner. Die AWO nutzt einen Dispo-Leasing-Rahmenvertrag mit Sonderkonditionen auf ihre gesamten jährlichen IT-Investitionen. Damit können sie auch kleine Anschaffungen zu den Bedingungen eines Großeinkaufs abwickeln. Sammelverträge ermöglichen, Bestellungen eines Quartals zu einem Einzel-Leasingvertrag mit einheitlichem Start- und End-Datum zu bündeln. Die Deutsche Telekom erhält von Grenke ihr Geld trotzdem sofort nach jeder Einzelbestellung.

Für das Bestandsmanagement verwendet die AWO die Grenke-IT-Asset-Management-Software. Diese bietet einen Überblick über den Standort der Geräte und die Restlaufzeit der einzelnen Verträge.

Liquidität managen

Neben der Finanzierungsunterstützung beim Verkauf am Point of Sale greifen zahlreiche Dienstleister auch bei der Zwischenfinanzierung der Wareneinkäufe unter die Arme. Der Factoring-Dienstleister Vantargis Factoring beispielsweise kombiniert in dem Angebot „ITK-Liquiditätsmanagement“ erstmals Factoring und Wareneinkaufs-Finanzierung. Durch Factoring erhält der Reseller Liquidität innerhalb von zwei Werktagen durch den Forderungs-Verkauf. So kann er Kunden längere Zahlungsziele einräumen und eigene Verbindlichkeiten bestenfalls mit Skonti begleichen. Der Factoringkunde erhält darüber hinaus Ausfallschutz und Vantargis übernimmt das Debitorenmanagement. Dies soll das Risiko einer Existenzgefährdung durch den Ausfall von Rechnungen verringern.

Einkaufsfinanzierung kann das Factoring perfekt ergänzen. Bieten Distributoren zu kurze Zahlungsziele oder verlangen Vorkasse, kann der Vorleistungszeitraum lang werden. Im Rahmen der nun erhältlichen Einkaufsfinanzierung von Vantargis Factoring bekommt der ITK-Händler seine benötigte Ware mit entsprechendem Zahlungsziel vorfinanziert.

Schadenersatz abfedern

Liquidität sichernd wirken darüber hinaus Versicherungen. Hiscox – Anbieter von Haftpflichtlösungen für ITK-Dienstleister – stellt derzeit „eine deutliche Zunahme des Bedarfs an Versicherungsbestätigungen“ fest. Hiscox zufolge gehen Auftraggeber immer sensibler mit Management von Risiken wie beispielsweise der Fehlfunktionen der eigenen IT um, und wollen zunehmend den verantwortlichen Dienstleister in die Pflicht nehmen.

Hiscox bietet mit der Net IT Police Versicherungsschutz für zum Beispiel entgangenen Gewinn, zeitlichen Verzug oder Erfüllungsfolgeschäden. Ferner kann unter anderem der Ersatz vergeblicher Aufwendungen des Systemhauses bei berechtigtem Rücktritt des Kunden versichert werden, was ebenfalls Liquiditätsengpässen vorbeugt: Damit ist Hiscox nach eigener Aussage einzigartig am Markt. Mit der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung Net-IT, die auch eine Rechtschutzkomponente, im Falle unberechtigter Schadenersatzforderungen bietet, soll der ITK-Unternehmner mehr Zeit haben, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Hiscox besitzt nach eigener Aussage „eine umfassende Expertise in der sensiblen Schadenbearbeitung“.

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