Zusammenarbeit mit Juniper beendet Exclusive Networks wird dritter Fortinet-Distributor in Deutschland

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Fortinet hat einen weiteren Distributor für den deutschen Markt gezeichnet: Exclusive Networks wird ab sofort neben Arrow und Wick Hill die Produkte des kalifornischen Firewall-Spezialisten vertreiben.

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Martin Twickler, DACH-Chef von Exclusive, schließt die Lücke, die Juniper im Portfolio hinterlässt, mit Fortinet.
Martin Twickler, DACH-Chef von Exclusive, schließt die Lücke, die Juniper im Portfolio hinterlässt, mit Fortinet.
(Bild: IT-BUSINESS)

Der Security-Anbieter Fortinet hat den Value Added Distributor (VAD) Exclusive Networks als Vertriebspartner für den deutschen Markt verpflichtet. Bislang hat der Spezialist für Firewalls und Unified Threat Management (UTM) seine Produkte hierzulande über die beiden Distributoren Arrow und Wick Hill an den Fachhandel vertrieben.

„Die hiesige Nachfrage nach unseren Produkten wächst schon länger stark“, erläutert Christian Vogt, Regional Director Deutschland und Niederlande bei Fortinet. „Um ihr auch in Zukunft gerecht werden zu können, müssen wir unsere Vertriebsleistung erhöhen.“ Daher soll Exclusive ab sofort als dritter Distributor dazu beitragen, die Sales Force des Herstellers in Deutschland zu verstärken.

Auf dem internationalen Markt arbeiten der kalifornische Hersteller Fortinet und die französische Exclusive Networks Group schon seit einigen Jahren zusammen, unter anderem in Belgien, Finnland, Frankreich, Norwegen, Schweden, Österreich und UK. „Gemessen am Umsatz ist Fortinet für unsere Gruppe sogar der wichtigste Anbieter“, erläutert Martin Twickler, Geschäftsführer für die DACH-Region bei Exclusive Networks.

Juniper stand im Weg

In Deutschland stand einer Zusammenarbeit bislang entgegen, dass der VAD hierzulande eine Partnerschaft mit dem direkten Fortinet-Wettbewerber Juniper unterhielt. Allerdings kündigte der US-Hersteller den Vertrag vor einigen Monaten zum 31. Mai, wie Twickler im Gespräch mit IT-BUSINESS berichtet. „Damit wurde der Weg frei, mit Fortinet über eine Vereinbarung für den deutschen Markt zu verhandeln.“

Im Nachhinein ist der Manager über die Entwicklung gar nicht mal traurig, auch wenn Juniper einen beträchtlichen Teil zu den hiesigen Umsätzen von Exclusive beitrug. Innerhalb der Gruppe beschränkte sich die Zusammenarbeit aber auf Deutschland. Der Verlust des Anbieters lasse sich in technologischer Hinsicht voll und ganz durch Fortinet ausgleichen, ist Twickler überzeugt. Der Hersteller „ergänzt unser Portfolio durch multifunktionale Sicherheitssysteme, die Dank hoher Skalierbarkeit für Unternehmen jeder Größenordnung ausgelegt sind“.

Fortinet und Juniper sind im Übrigen nicht nur Wettbewerber, sondern haben teilweise gemeinsame Wurzeln: Der langjährige Fortinet-Chef Ken Xie hatte zuvor bereits den Security-Anbieter Netscreen gegründet, den er 2000 verließ, um sein heutiges Unternehmen aufzubauen. Der Netzwerkspezialist Juniper übernahm 2004 wiederum Netscreen und stieg mit der Akquisition ins Security-Geschäft ein.

Mehr Performance durch ASICs

Zum Portfolio von Fortinet gehören vor allem Appliances, die Unternehmen vor dynamischen Bedrohungen schützen und zugleich deren IT-Sicherheits-Infrastruktur vereinfachen sollen. Flaggschiff-Produkte sind die Fortigate-Systeme, deren Performance auf Basis speziell entwickelter ASICs beschleunigt wird.

Exclusive Networks Deutschland ging aus dem Security-Distributor TLK hevor, der Anfang 2012 von der französischen Gruppe mehrheitlich übernommen wurde. Das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 70 Mitarbeiter an den Standorten Münster, München und Berlin. □

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