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Medimax-Krise ist noch nicht vorbei ElectronicPartner verzeichnet Umsatzrückgang

Redakteur: Wilfried Platten

Es war ein schwieriges Geschäftsjahr 2019 für die Verbundgruppe ElectronicPartner. Während EP: und Comteam gut laufen, schlägt die dringend notwendige Restrukturierung von Medimax voll auf das Gesamtergebnis durch.

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Die Medimax-Schwäche verdirbt das Gesamtergebnis von ElectronicPartner.
Die Medimax-Schwäche verdirbt das Gesamtergebnis von ElectronicPartner.
(Bild: McCarony - stock.adobe.com)

Schon Anfang letzten Jahres analysierte EP-Vorstand Karl Trautmann schonungslos die Notwendigkeit, die Marke Medimax einer Radikalkur zu unterziehen. Nach dem missglückten Deal mit Notebooksbilliger.de wurden Einkauf, Vertrieb, Sortiment und Marketing zentralisiert, regionale Eigenmächtigkeiten gekappt und das Sortiment in Richtung höherwertigerer und damit -preisiger Produkte umgebaut. Und als sei das noch nicht genug, sollten aus angestellten Marktleitern eigenständige Franchise-Nehmer werden. „Diese angestrebte Umwandlung in eine reine Franchiseorganisation läuft planmäßig, erste Standorte konnten an neue und bestehende Franchisenehmer übergeben werden“, so Trautmann. „Wir haben wichtige Entscheidungen getroffen, um unsere Fachmarktlinie Medimax wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Dabei sind wir einen großen Schritt vorangekommen, auch wenn das mit einer Verringerung der Verkaufsfläche einherging.“

Karl Trautmann, Vorstand ElectronicPartner
Karl Trautmann, Vorstand ElectronicPartner
(Bild: ElectronicPartner)

Wie sehr das nicht separat ausgewiesene negative Medimax-Ergebnis die Verbundgruppe ElectronicPartner insgesamt belastet hat, zeigen die Zahlen in der Gesamtschau. Denn sowohl für EP: als auch die Fachhandelskooperation Comteam werden positive Zahlen gemeldet. Danach wuchs EP: im abgeschlossenen Geschäftsjahr 8,3 Prozent besser als der Fachhandelskanal insgesamt. Und auch für die rund 800 Partner von Comteam gab es 2019 erneut eine positive Umsatzentwicklung sowie weiteres Wachstum für das Growr-Netzwerk.

Interne und externe Faktoren

Insgesamt jedoch schloss die Verbundgruppe das Geschäftsjahr mit einem gesunkenen Zentralumsatz von 1,516 Milliarden Euro ab. Das entspricht einem bereinigten Minus von 5,1 Prozent zum Vorjahr. Die europäischen Landesgesellschaften verbuchten ein bereinigtes Wachstum von 1,1 Prozent. Das Umsatzergebnis für Deutschland wurde wesentlich beeinflusst durch die negative Gesamtmarktentwicklung sowie die Insolvenz des Herstellers Loewe, die nicht kompensiert werden konnte. Zudem fehlte ein ähnlicher externer Umsatzschub, wie er 2018 durch die Umstellung auf DVBT-2 ausgelöst wurde. Das TV-Geschäft und der Bereich Multimedia haben sich 2019 innerhalb der Verbundgruppe unbefriedigend entwickelt. Physische Bild- und Tonträger verloren weiter stark an Bedeutung. Auch der Bereich Elektrogroßgeräte wies ein leicht rückläufiges Ergebnis auf. Eindeutiger Gewinner unter den Warengruppen waren die Elektrokleingeräte, deren Umsatz deutlich gestiegen ist, dicht gefolgt vom Mobilfunkgeschäft, das ebenfalls positiv verlief.

Trotzdem hält ElectronicPartner an einer aufwändigen eigenen Veranstaltung fest. Die beiden Konkurrenten Euronics und Expert haben dagegen bereits angekündigt, aus Kosten- und Effizienzgründen eine gemeinsame Frühjahrsmesse durchzuführen. Ein Schritt, der für Karl Trautmann nicht in Frage kommt.

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