Case Study Einheitliche TK-Anlage sichert Schlagkraft der Feuerwehr

Redakteur: Christian Träger

Die Männer und Frauen der Feuerwehr müssen im Notfall schnell erreichbar sein und haben daher extreme Anforderungen an die technischen Systeme auf den Wachen. Eine neue Telekommunikationsanlage stellt seit kurzem sicher, dass die Retter der Berufsfeuerwehr Düsseldorf problemlos zu kontaktieren sind.

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Um im Notfall erreichbar zu sein, muss die TK-Anlage der Feuerwehr hohe Anforderungen erfüllen.
Um im Notfall erreichbar zu sein, muss die TK-Anlage der Feuerwehr hohe Anforderungen erfüllen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Löschen – Retten – Helfen – Bergen – so lautet das Motto vieler Feuerwehren in Deutschland. Dies gilt nicht nur bei Brandbekämpfung. Denn zum Verantwortungsbereich der uniformierten Helfer gehören auch Brandvorsorge, die Rettung von Personen und der Einsatz des Notarztwagens, der Zivil- und Bevölkerungsschutz bei Katastrophen und höherer Gewalt, aber auch technische Hilfeleistung sowie Ausbildung und Beratung.

Doch selten erkennt der Bürger, dass hinter den perfekt organisierten Einsätzen eine funktionierende Verwaltung steht, die sich ihrem Wesen nach kaum von anderen Ämtern der Stadt unterscheidet. Denn auch bei den Brandbekämpfern müssen Dienstpläne erstellt, Fuhrpark und Technik betreut und kostenpflichtige Einsätze berechnet werden. Zudem gehören Personalplanung und Einkauf zum Einsatz hinter den Kulissen, ebenso wie eine funktionierende Pressestelle und die Feuerwehr-Schule.

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Aus diesem Grund ist – wie bei einem normalen Unternehmen – bei der Feuerwehr Effizienz gefragt. Und so sorgen beispielsweise in Düsseldorf die beinahe 50 Mitarbeiter des Servicebereiches Technik für die wirtschaftliche Beschaffungen fast aller beweglichen Güter, die das »Amt« Feuerwehr benötigt.

Hoher Anspruch

Und das gilt ebenfalls für die »große« Technik – wie beispielsweise eine neue Telekommunikationsanlage. Nachdem die Leitstelle in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ihren mit aktueller Technik ausgestatteten Neubau bezogen hatte, dauerte es zunächst noch knapp zwei Jahre, bis die historisch gewachsene Telekommunikationstechnik für die rund 800 »verwaltungsnahen« Arbeitsplätze der Berufsfeuerwehr erneuert werden konnte. »Die Anforderungen an das neue System gingen deutlich über den in der freien Wirtschaft üblichen Leistungskatalog hinaus«, berichtet Zlatko Schmidt, Teamleiter des Sachgebiets Daten- und Kommunikationstechnik.

Zum einen musste das System nahtlos mit dem komplexen Telekommunikationsnetz der Stadtverwaltung Düsseldorf sowie mit der bereits installierten Leitstellentechnik zusammenarbeiten. Dabei galt es, eine Lösung zu verwirklichen, die besonders hohen Ansprüchen an die Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit gerecht würde. Zum anderen kam es darauf an, die Erreichbarkeit mobiler Teilnehmer auf dem Betriebsgelände sowie im Stadtgebiet wesentlich zu verbessern. Und nicht zuletzt waren flexibel konfigurierbare Call-Center-Funktionen gefragt, um bei Großereignissen eine Vielzahl von Anrufen gleichzeitig beantworten zu können.

Die Wahl fiel schließlich auf die Siemens-Lösung HiPath 4000, vor allem auf Grund der hohen Flexibilität und leichten Bedienbarkeit. So ersetzt das komplexe System beispielsweise nicht nur die ältere Hicom-Zentrale, sondern auch mehrere Unteranlagen und Vorzimmer-Konfigurationen. Auch sind die acht Nebenwachen der Feuerwehr über das Netz der Stadt Düsseldorf eingebunden, die Rufnummernblöcke gehören aber zu denen des Feuerwehr-Systems. Das Zusammenspiel von Kommunikationsanlage und Leitstellentechnik gehörte ebenfalls zu den Kriterien. Im »Normalbetrieb« übernehmen die Mitarbeiter der Leitstelle auch das Vermitteln der Gespräche für die Verwaltungsbereiche. Dann laufen die Anrufe an einem Leitstellenplatz auf, damit das diensthabende Personal gleichmäßig ausgelastet ist. »Dafür arbeitet die Siemens-Technik über ihre offene Q-SIG-Schnittstelle mit der von Alcatel gelieferten Leitstelle zusammen«, erläutert Schmidt. Ist die Leitstelle durch besondere Lagen oder Großereignisse belastet, kann die Vermittlung an beliebige Arbeitsplätze geschaltet werden.

Ein gemeinsam mit Siemens entwickeltes Ausfallkonzept sieht zudem vor, dass notfalls Endgeräte auf den Leitstellentischen über ein Patch-Feld bestimmten Anschlüssen im HiPath-System zugeordnet werden können. Damit wäre die Leitstelle zwar nicht mehr ganz so flexibel, aber voll betriebsfähig. »Wir sind also«, konstatiert Schmidt, »auch in extremen Situationen zuverlässig erreichbar.«

DECT flächendeckend

Auf dem Gelände der Hauptfeuerwache Düsseldorf müssen im Normalbetrieb viele Menschen unter ihrer üblichen Rufnummer selbst dann erreicht werden, wenn sie nicht an ihrem Schreibtisch sitzen. Deshalb verfügt die Hauptwache über eine flächendeckende DECT-Funk-Versorgung: Mehr als 50 Basisstationen sorgen dafür, dass die rund 70 schnurlosen Telefone auf dem gesamten Gelände funktionieren. »Weil Siemens die Standorte für die Cordless-Sender zuvor genau ausgemessen hat, gibt es nirgendwo die Handy-typischen Funklöcher«, freut sich Schmidt. »Und Schnurlostelefone verursachen weniger Kosten als Mobilfunkhandys.«

Siemens Enterprise Communications integrierte als ausführendes Systemhaus den Teleserver Mobile Pro von Speech Design. Damit ist ein Mitarbeiter immer unter seiner festen Bürorufnummer erreichbar – auch per Mobilfunk. Neben der Anrufannahme kann der Mitarbeiter auch Gespräche weitervermitteln, Rückfragen halten, eine Rufumleitung einrichten oder andere Funktionen ohne Zusatzkosten nutzen.

Bei abgehenden Gesprächen vom Mobiltelefon wird immer die Büro-Rufnummer übermittelt, so dass es für den Angerufenen keine Rolle spielt, ob sein Gesprächspartner unterwegs oder am Arbeitsplatz telefoniert. Schmidt: »Mit dem Teleserver machen wir Handys zu mobilen Nebenstellen der HiPath-Lösung und profitieren zusätzlich von der einheitlichen Telefonkostenerfassung pro Arbeitsplatz.

Das Projekt im Überblick

  • Aufgabe: Ablösung der historisch gewachsenen Telekommunikationstechnik der Düsseldorfer Feuerwehr
  • Ziel: Verbesserung der Erreichbarkeit mobiler Teilnehmer auf dem Betriebsgelände sowie im Stadtgebiet
  • Realisierung: Integration der neuen Lösung in das zentrale TK-Management und Anschluss an den User Help Desk für alle Kommunikationsanlagen der Stadt Düsseldorf
  • System: Siemens HiPath-4000-Anlage

(ID:2004509)