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OVHcloud als europäische Alternative

Ein Hyperscaler aus Frankreich trotzt dem globalen Wettbewerb

| Autor: Elke Witmer-Goßner

OVHcloud steht für eine offene und reversible Cloud, die Nutzern die Freiheit bietet, Daten entsprechend ihrer Anforderungen zu verwalten.
OVHcloud steht für eine offene und reversible Cloud, die Nutzern die Freiheit bietet, Daten entsprechend ihrer Anforderungen zu verwalten. (Bild: © sehenswerk - stock.adobe.com)

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Was die Telekom mit T-Systems für Deutschland ist, ist OVHcloud für Frankreich: führender Telekommunikationsanbieter und Internetdienstleister. Mit mehr als 260.000 Servern in zwanzig Rechenzentren sehen die Franzosen sich aber auch als europäischer Marktführer und nach eigenen Angaben weltweit auf Platz drei der globalen Internet Service Provider.

Bereits seit 2006 ist OVHcloud auch mit Büros in Deutschland präsent. Doch erst seit wenigen Monaten leistet sich der französische Internet Service Provider einen eigenen Deutschland-Chef. Falk Weinreich leitet als General Manager Central Europe seit 1. Dezember 2019 das Geschäft für Deutschland, Österreich und die Schweiz für OVHcloud vom neuen Büro in Köln aus. Mit der neu geschaffenen Position liegt die gesamte operative Einheit des DACH-Marktes in seiner Verantwortung.

Sein oberstes Ziel ist es, das regionale Geschäft wieder voranzutreiben. Zu sehr habe man sich in den letzten Jahren auf die Prozesse konzentriert, betont Weinreich. Doch nun wolle man zusätzliche Geschäftsfelder adressieren – ein „Muss“, so Weinreich, wenn das Unternehmen weiter erfolgreich agieren möchte. Gerade im Enterprise-Kunden-Geschäft müsse ein Anbieter Präsenz zeigen: Dies steigere die Wahrnehmung beim Kunden, ebenso wie die enge Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort. Seine Aufgabe fühle sich gerade an, so Weinreich, als wolle man mit einem jungen Start-up-Unternehmen den Markt frisch erobern.

„Bestseller“ im Enterprise-Markt

Dabei gehört OVHcloud eigentlich schon zu den alten Hasen. 1999 als eines der ersten Internet-Hosting-Unternehmen in Europa gegründet, bedient man inzwischen mehr als 1,5 Millionen Kunden weltweit. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Roubaix stützt sich auf drei Produktsäulen: Basisgeschäft ist noch immer der Domain-Handel. Bare Metal bestimmt das Enterprise-Geschäft mit der Vermietung von Computerleistung für Firmen, die ihre Ressourcen optimal einsetzen und skalieren möchten. „Einen Server kann man bei uns in 120 Sekunden bestellen und nutzen“, erklärt Weinreich.

Das dritte Standbein ist das Geschäft mit Cloud-Lösungen – private wie public. 2010 begann die Cloud-Ära bei OVHcloud mit der bis dato einmaligen neuen Dienstleistung, einem privaten Cloud-Angebot, das direkt online gesteuert werden kann. Heute steckt hinter den Cloud-Produkten die „fundamentale Idee“ der absoluten Wahlfreiheit, was die Produkte von denen anderer großer Anbieter unterscheide: Die auf OpenStack basierende Cloud lasse den Kunden freie Hand – insbesondere, da immer mehr Unternehmen hybride Cloud-Modelle ebenso wie Multi-Cloud-Architekturen bei sich einführen. Mit OpenStack-Technik erhalten die Nutzer große Gestaltungsfreiheit, ohne dass die Verwaltung der Umgebungen deshalb komplizierter werde. Auf der anderen Seite müsse OVHcloud auch keine zusätzlichen Expertenteams für die verschiedenen Anbieter vorhalten und könne sich auf das Basisgeschäft mit Infrastruktur konzentrieren.

Die Private- und Public-Cloud-Angebote auf Basis von VMware bauen auf der OVHcloud-eigenen Wertschöpfungskette auf, bestehend aus eigener Serverproduktion, eigenen Rechenzentren und eigenen Infrastrukturnetzen. Mit der Möglichkeit, dass Kunden „ihre“ Cloud dank OpenStack-Technik frei wählen könnten, sei OVHcloud laut Weinreich zweifellos der „Bestseller“ im Enterprise-Markt.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

Und auch vertraglich lasse man den Kunden ihre Freiheit, erklärt Weinreich. Man wolle Kunden, die OVHcloud „freiwillig“ nutzen und nicht an teure Knebelverträge fesseln. Das Preismodell bilde deshalb auch transparent einen möglichen „Exit“ ab, was Kunden die nachhaltige und wirtschaftliche Planung erlaube. Viele Kunden in Europa schätzen diese technische wie vertragliche Flexibilität und haben sich für OVHcloud als verlässliche und vertrauenswürdige Alternative zu den Hyperscalern aus Amerika oder Asien entschieden.

Nicht zuletzt, weil der französische Anbieter sich auch bei der wichtigen Frage der Datensouveränität deutlich positioniert. Denn nicht erst seitdem es Deutschland gelungen ist, Frankreich für das Projekt GAIA-X ins Boot zu holen, gehört OVHcloud zu den Baumeistern der geplanten europäischen Dateninfrastruktur. Von Anfang an hat sich OVHcloud für dieses Projekt begeistert und stark gemacht und auch bei der Ausarbeitung eines Positionspapiers beider Länder, das die Anforderungen an die geplante europäische Dateninfrastruktur formuliert, mitgewirkt.

Abholen statt Ablösen

Weinreich sieht seine Hauptaufgabe darin, der OVHcloud-eigenen Wertschöpfungskette noch mehr Tiefe zu verleihen. Das soll in der engeren Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort gelingen. Mit einer Go-to-Market-Strategie, die vor allem Reseller, VARs und Systemintegratoren aus dem DACH-Raum adressiere, arbeite man am gegenseitigen Kennenlernen. Dabei gehe es nicht darum, Kunden „abzulösen“, sondern diese da „abzuholen“, wo sie beispielsweise noch zusätzlichen Traffic abfangen müssen oder ihre Umgebungen ihren individuellen Anforderungen anpassen und erweitern wollen.

OVHcloud bietet aber auch ein sogenanntes „Hoster“- bzw. „Whole-Sale“-Modell an – eine Plattform für andere Anbieter, die darauf eigene Cloud-Dienste entwickeln und vertreiben können. Hierfür liefert OVHcloud lediglich die „Basics“, also die Infrastruktur. Mit Ausnahme des Großkundengeschäfts will Weinreich deshalb ausschließlich auf den Channel bauen: Als reiner Infrastructure-as-a-Service-Anbieter müsse OVHcloud auf ein umfassendes Partnernetzwerk setzen, das sämtliche Kompetenzen für die Bereitstellung und Wartung von Services für seine Kunden abdecke.

Falk Weinreich leitet das Geschäft für OVHcloud im DACH-Raum.
Falk Weinreich leitet das Geschäft für OVHcloud im DACH-Raum. (Bild: OVHcloud)

Falk Weinreich ist seit 1. Dezember 2019 General Manager Central Europe für OVHcloud in Deutschland. In dieser neu geschaffenen Position leitet er die Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz (inklusive Lichtenstein), und berichtet in dieser Position direkt an CEO Michel Paulin.

Zuletzt war der 47-Jährige als Senior Vice President Sales and Marketing bei Colt Data Centre Services tätig und führte als Teil des Senior Leadership Teams ein weltweites Team im Rechenzentrumsgeschäft des Unternehmens. Insgesamt blickt Weinreich auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in der ITK-Branche zurück.

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