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Distance Leading als Chance

| Autor: Sarah Böttcher

Christian Schwickart, Director Business Development bei ACP
Christian Schwickart, Director Business Development bei ACP (Bild: ACP)

Selbstbestimmtes Arbeiten im Homeoffice bestimmt momentan den Alltag zahlreicher Arbeitnehmer. Führungskräfte müssen in diesen Zeiten umdenken, um den Unternehmenserfolg weiterhin sicherzustellen. Dieses „Führen aus der Distanz“, auch „Distance Leading“ genannt, krempelt aktuell die Management-Ebenen um.

Viele Systemhäuser werden in der aktuellen Situation von ihren Kunden damit beauftragt, Remote-Arbeitsplätze in der Cloud einzurichten. Welche Beobachtungen machen Sie gerade in Ihrer Klientel?

Schwickart: Wir freuen uns über die Kunden, die bisher eher abwartend bis ablehnend agierten und nun – wie andere bereits seit Jahren – handeln. Schlagartig ist die Bereitschaft, hybride Multi-Cloud-Strukturen einzusetzen, gestiegen. Der hohe Beratungsbedarf bei den IT-Verantwortlichen und der Schulungsbedarf bei den Usern bestätigen unsere hohen Investitionen in gut ausgebildete Kolleginnen und Kollegen.

Collaboration-Plattformen, die es Teams erlauben, unabhängig vom Ort zusammenzuarbeiten, gibt es seit mindestens zehn Jahren. Warum haben viele Unternehmen diese Möglichkeiten noch nicht oder nur wenig genutzt, sodass sie jetzt Nachholbedarf haben?

Schwickart: Veränderte Rahmenbedingungen katapultierten Unternehmen sprunghaft in eine ihnen unbekannte Situation. Diese Not gab es vorher nicht in dieser Dramatik. Aktuell stehen Entscheiderinnen und Entscheider nicht vor der Wahl. Solche Lösungen erscheinen aktuell alternativlos zum drohenden Stillstand. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist meines Erachtens jedoch der veränderte Anspruch an das Management: Stichwort Distance Leading.

Rechnen Sie damit, dass Ihre Kunden nach Beendigung der Coronakrise wieder zum alten Arbeitsstil zurückkehren werden oder werden sie die neuen Möglichkeiten nicht mehr missen wollen? Was sollte Ihrer Meinung nach unbedingt beibehalten werden?

Schwickart: Eine Rückkehr zu bisherigen Arbeitsweisen wird es so nicht geben, da die Reaktion auf die Krise ein deutlicher technologischer Impuls ist. Erst einmal nur „workaround“ wird sich die Arbeit „any time/anywhere/any device“ sowie mit neuen Zusammenarbeitsmodellen nachhaltig verändern (soweit nicht vorher schon gelebt). Automatisierung rückt stärker in den Realisierungsfokus mit beispielsweise RPA, Künstliche Intelligenz (KI), etc. BYOD ist übrigens derzeit eine sehr erfolgreiche Antwort auf die plötzliche (und verständliche) Nachfrage bei gleichzeitiger Knappheit von Notebooks. Wir binden User-eigene (private) Hardware bei unseren Kunden mit höchsten Security-Anforderungen in die Zusammenarbeit mit ihren Kolleg(inn)en ein. Dabei ist interessanterweise auch zu beobachten, dass private IT-Produkte heute einem sehr hohen Qualitätsanspruch entsprechen.

Wird die aktuelle Situation nach Ihrer Erwartung dazu führen, dass die Akzeptanz von Cloud-Angeboten in Deutschland generell einen zusätzlichen Schub bekommt? Welche Vorteile, die für eine Nutzung von IT as a Service sprechen, werden gerade jetzt besonders deutlich?

Schwickart: Flexibilität, die Dynamik in der Nutzung, problemloser Zugriff und die geringe Abhängigkeit von Zeit, Ort und Device wird – das ist mir ganz klar – Anything as a Service fördern. Insbesondere die Umsetzung hybrider Multi-Cloud-Lösungen gehört bereits heute zu unserem Alltag. IoT- beziehungsweise Industrie-4.0-Lösungen fordern eine moderne und sichere Architektur, was den Mix einer optimalen Lösung erfordert.

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