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Warten auf die digitale Schule

Digitale Transformation im Klassenzimmer

| Autor / Redakteur: Petra Adamik / Dr. Andreas Bergler

Digitaisierung ist in den Schulen noch dünn gesät. Aber sie kommt.
Digitaisierung ist in den Schulen noch dünn gesät. Aber sie kommt. (Bild: zhu difeng - stock.adobe.com)

Die Digitale Transformation ist im Berufsleben nicht aufzuhalten. In Schule, Ausbildung und Studium aber scheint sie (immer) noch nicht flächendeckend angekommen.

Die neue Bundesregierung hält die Fahne der Digitalisierung hoch. Ein eigenes Ministerium war dieser zukunftsträchtige Bereich den Koalitionspartnern dennoch nicht wert. Dabei wäre es von entscheidender Bedeutung, schon bei den Schülern die digitalen Kompetenzen zu fördern, obwohl gerade die junge Generation – bis auf wenige Ausnahmen – bereits zu den vielzitierten „Digital Natives“ gehören.

Aber das wahllose Surfen im Internet allein ist keine adäquate Vorbereitung auf die digitale Arbeitswelt. Vor den Schultoren wird die Digitalisierung allerdings häufig ausgebremst. Dabei ist sie das A und O einer modernen Bildungspolitik. Sowohl für die Schüler, als auch für die Gesellschaft sowie die Wirtschaft wird es aber immer wichtiger, mit praxisorientierten IT-Angeboten digitale Kompetenzprofile zu schärfen.

Digitalisierung in der Ausbildung

Eines ist sicher: nahezu alle Berufe werden sich durch die Digitalisierung verändern, neue Arbeitsbereiche entstehen. Das hat Auswirkungen auf Lebensläufe und Karrierewege.

Deshalb müssen Schulen der erste Meilenstein der digitalen Ausbildung werden. Sie müssen zu Smart Schools werden, in denen junge Menschen ausreichend auf ein Leben in der digitalen Welt vorbereitet werden, fordert auch der Digitalverband Bitkom im Vorfeld der zweiten Bildungskonferenz, die im März 2018 in Berlin stattfand. Thema der Veranstaltung war, ob und wie Bildungsinstitutionen die Digitale Transformation meistern können. Politiker, Pädagogen, IT-Hersteller und Wirtschaftsgrößen, aber auch Gründer von Startups sprachen über ihre Erfahrungen und diskutierten die Thematik. Das Ergebnis war: Digitale Bildung für alle ist gefordert.

Die Realität sieht im deutschen Bildungswesen leider meist anders aus. An vielen Schulen ist die Digitalisierung noch nicht angekommen. Wenige „Smart Schools“ sind Inseln im Einheitsbrei des Schulwesens. Aber erste Fortschritte zeichnen sich inzwischen ab, denn laut einer Umfrage des Bitkom will die Mehrzahl der Bürger die digitalen Schulen. Auch der deutsche Michel hat die Zeichen der Zeit erkannt und verlangt, dass digitale Medien und Inhalte in Schulen deutlich stärker zum Einsatz kommen. Mehr als acht von zehn Befragten (84 %) sagen, dass digitale Kompetenzen im Schulunterricht zukünftig einen höheren Stellenwert genießen sollten. Genauso viele (84 %) fordern, dass den Schülern die Fähigkeit vermittelt werden sollte, sich sicher in sozialen Netzwerken und im Internet zu bewegen. Und 69 Prozent der Studienteilnehmer befürworten, dass Informatik ab der 5. Klasse Pflichtfach werden sollte. Dafür, dass Schulen Programmieren ebenso selbstverständlich vermitteln sollen, wie Rechnen oder Schreiben, plädieren 61 Prozent der Befragten.

Ergänzendes zum Thema
 
Bitkom zeichnet weitere 16 Schulen als Smart Schools aus

Digitale Kompetenz

„Für Schüler sind digitale Medien längst Alltag, viele Schulen sind aber noch immer analoge Inseln. Kinder und Jugendliche müssen in der Schule Digitalkompetenz erwerben. Nicht jeder kann und muss später Programmierer werden, aber alle sollten wissen, wie digitale Technologien funktionieren, wie man sie einsetzt und gestaltet“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Bei der IT-technischen Ausstattung von Schulen besteht allerdings nach wie vor ein hoher Handlungsbedarf. Schulen müssen technisch aufrüsten und die Politik muss bereit sein, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Das wird sich mittel- bis langfristig auch für die deutsche Volkswirtschaft lohnen. So bestätigen die Lehrkräfte an den bereits vorhandenen „Smart Schools“, dass der digitale Unterricht anschaulicher ist, den Schülern mehr Spaß macht und nachweislich zu mehr Lernerfolg führt. Der Einsatz digitaler Technologien und praxisorientierter Anwendungen bereitet diese auf das Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vor. Inhalte und Zusammenhänge lassen sich durch den Einsatz digitaler Technologien anschaulicher darstellen und vermitteln. Laut der Bitkom-Studie meinen zwei von drei (64 %) Befragten, dass Schüler beim Lernen mit digitalen Technologien mehr Spaß haben. Und vier von zehn (42 %) sind davon überzeugt, dass die digitalen Technologien den Lehrern mehr Möglichkeiten bieten, individueller auf einzelne Schüler einzugehen.

Die Politik ist gefordert

Laut Koalitionsvertrag hat Bildung für die aktuelle Regierungsmannschaft einen hohen Stellenwert. Für viele Bundesbürger sind in diesem Bereich aber nur dann Fortschritte zu erwarten, wenn das deutsche Bildungswesen tiefgreifend reformiert wird. Nur so sei dem Bildungstief beizukommen, meinen viele. Drei von vier Bürgern (73 Prozent), die der Bitkom befragte, sind der Ansicht, dass nicht länger die Bundesländer, sondern ausschließlich der Bund zuständig für Bildungspolitik sein sollte. In einer vernetzten Welt sei es nicht mehr zeitgemäß, dass jedes Bundesland ein eigenes Bildungssystem hat, meinen 79 Prozent der Befragten. „Es ist niemandem zu erklären, weshalb ein Schüler in Bremen andere Fähigkeiten haben sollte als in Bayern. Aufgabe der Politik ist es, die Menschen mit jenem Rüstzeug auszustatten, das sie für die digitale Welt brauchen. Das Geld, die Zeit und die Energie, die wir in die Entwicklung 16 unterschiedlicher Schulpolitiken stecken, all das stecken wir besser in die Ausbildung der Lehrer und die Betreuung der Schüler. In unserem rohstoffarmen Land ist Knowhow die wichtigste Ressource und Bildung das wichtigste Instrument“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Situation.

Fazit: Digitale Bildung ist nicht länger Kür, vielmehr ist sie Pflicht – für Teilhabe am Leben in einer vernetzten Welt, für einen sicheren Job und nicht zuletzt für ein selbstbestimmtes Leben in der modernen Gesellschaft.

Windows geht in die Schule

Microsoft Windows 10 S

Windows geht in die Schule

04.05.17 - Speziell für den Einsatz in Bildungseinrichtungen ist Windows 10 S bestimmt. Diese Windows-Variante soll durch die Beschränkung auf Store-Apps- und Programme sicherer und schneller als die bisherigen Windows-Varianten sein. Notebooks mit Windows 10 S kommen von Microsoft und etlichen anderen Herstellern. lesen

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