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Digitalisierung und IT-Sicherheit, Teil 3

Digital Business: Wie sichert man das digitale Geschäft ab?

| Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Sarah Böttcher

Das Digital Business wird in den kommenden Jahren von den neuen digitalen Technologien profitieren, doch die daraus resultierenden Risiken dürfen nicht vergessen werden.
Das Digital Business wird in den kommenden Jahren von den neuen digitalen Technologien profitieren, doch die daraus resultierenden Risiken dürfen nicht vergessen werden. (Bild: Pixabay)

Die Digitalisierung der Prozesse und Geschäftsmodelle erfordert eine Transformation der IT-Sicherheit und des Datenschutzes im Unternehmen. IT-Sicherheit wird nicht nur zur Basis des Digital Business, sie muss Teil des Angebotes für die Kunden sein.

Die meisten Studien zur Digitalisierung berichten von den wirtschaftlichen Vorteilen, die das Digital Business mit sich bringt. Ein Studienergebnis wie „Digitalisierung macht Angst“ erscheint da eher wie eine Ausnahme. Doch man sollte sich dieses Ergebnis genau ansehen: Die Studie „Psychologie der Digitalisierung“ der Innovation Alliance ergab, dass fast die Hälfte der befragten Entscheider in mittelständischen Unternehmen meint, Digitalisierung stelle für sie ein Wagnis dar, fast jeder dritte Entscheider verbindet mit der Digitalisierung negative Gefühle, wie „Angst“ und „Einsamkeit“.

Nun ist Angst bekanntlich ein schlechter Berater. Wer Erfolg im Geschäft haben will, braucht Vertrauen und Zuversicht, das gilt auch im Digital Business. Doch woher kommt es, dass Unternehmenslenker bei dem Thema Digitalisierung Gefühle wie Angst bekommen können? Ist es nur die Angst vor dem Neuen? Oder ist mit Digitalisierung mehr verbunden, das Angst auslösen könnte?

Digitalisierung: Unternehmen müssen Neues wagen

Wie die genannte Studie besagt, ist für viele Entscheider „Digitalisierung ein Kampf gegen „Das haben wir schon immer so gemacht“ “, also tatsächlich etwas völlig Neues, das dazu führt, dass man die bisherigen Bahnen verlassen muss. Dieses Neue ist sehr tiefgreifend, kaum ein Bereich bleibt unverändert. So rechnen mittelständische Unternehmen damit, dass durch die Digitalisierung Prozesse automatisiert werden, sich die Verfügbarkeit von Informationen und die Kommunikation insgesamt verändert, sich die Menge an Daten drastisch erhöht und die IT in Bereiche einzieht, die bisher weniger IT-lastig waren, wie im Beispiel von Industrie 4.0.

Mit diesen Veränderungen sind neuartige Risiken verbunden, seien es IT-Störungen, die sich bei automatisierten Prozessen weitaus stärker auswirken können, als wenn Teile der Abläufe manuell durchgeführt werden. Oder eine digitale Kommunikation, deren Vertraulichkeit dadurch stärker in Gefahr ist, dass der Lauschangriff von überall aus über das Internet gestartet werden kann. Oder die Verfügbarkeit von einer enormen Menge an geschäftskritischen Daten, die gegen Manipulation und Diebstahl über das Internet geschützt werden müssen.

Erst wenn die IT-Risiken minimiert werden können, kann und darf auch ein Gefühl von Vertrauen in das Digital Business eintreten. Das wird dadurch erschwert, dass es nicht einfach nur darum geht, bekannte IT-Technologien in neue Bereiche einzuführen.

Neue Technologien machen das Digital Business auch riskanter

Viele Vorteile der Digitalisierung werden erst durch neue digitale Technologien möglich oder zumindest optimiert. Marktforscher wie Gartner und IDC unterstreichen die Bedeutung neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz und Blockchain für die weitere Digitalisierung. Neben den neuen Chancen für das Digital Business müssen aber auch neue Risiken auf die Agenda der Entscheider kommen, ein weiterer Grund für die negativen Gefühle im Management der Unternehmen.

Die IT-Sicherheitskonzepte der Unternehmen müssen deshalb nicht nur in neue Bereiche ausgerollt werden, die in Zukunft verstärkt mit der IT in Berührung kommen. Die Unternehmen brauchen auch neue Antworten auf die neuen Risiken, die Technologien wie Künstliche Intelligenz und Blockchain mit sich bringen.

Aber auch digitale Basistechnologien, zu denen man Cloud Computing rechnen kann, stellen hohe Anforderungen an die IT-Sicherheit und führen mit ihren Risiken und Unwägbarkeiten zu fehlendem Vertrauen in das Digital Business auf Unternehmensseite. Um es deutlich zu sagen: Wer Bedenken bei Cloud Computing hat, wird es mit der Digitalisierung und dem Digital Business extrem schwer haben. Die Cloud-Sicherheit spielt also für das digitale Geschäftsmodell eine entscheidende Rolle.

Die Digitalisierung muss dem Kunden schmecken

Es wäre aber zu kurz gegriffen, wenn man nur im eigenen Unternehmen etwas gegen die Risiken und das daraus resultierende fehlende Vertrauen unternimmt. Das digitalen Geschäft muss den Kunden in den Mittelpunkt stellen, nur deshalb sind zum Beispiel Big-Data-Analysen über Kundenaktivitäten so wichtig für den Erfolg des digitalen Geschäfts. Kaum eine Studie zur Digitalisierung kommt aber zu dem Schluss, dass es keine Bedenken bei den Kunden gäbe, sei es die Studie der Postbank „Postbank Digitalstudie 2017: Digitalisierung stößt bei Deutschen an Grenzen“ oder Studien des Bitkom wie beispielsweise „Bürger sehen wachsende Bedrohung durch Cyberkriminelle“ und „Nur jeder Fünfte hält seine Daten im Netz für sicher“.

Das mangelnde Vertrauen der Kunden in die Digitalisierung und das Digital Business hat deutliche Konsequenzen: Zwei Drittel der Internetnutzer verzichten auf bestimmte Online-Aktivitäten, so der Digitalverband Bitkom. Aus Sicherheitsgründen versendet jeder Zweite keine vertraulichen Informationen per Mail, jeder Vierte nutzt keine Sozialen Netzwerke, Cloud-Angebote oder Online-Banking. Hier geht Unternehmen offensichtlich einiges an Kundenpotenzial und möglichem Umsatz verloren.

Der von vielen als störend empfundene Datenschutz und die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) müssen deshalb nicht nur ernst genommen werden, sie sind auch mehr als ein Wettbewerbsvorteil; sie sind das Fundament der Kundenbeziehung im Digital Business. Ohne zuverlässigen Datenschutz leidet das Vertrauen, ohne Vertrauen leidet das Geschäft.

IT-Sicherheit gehört zum Geschäft, für jedes Digital Business

Wenn es um die Absicherung des digitalen Geschäfts geht, sollten Unternehmen verstehen, dass die Absicherung der Daten und der IT-Systeme, die Absicherung ihres Geschäfts und des Kundenumsatzes ist. Wer Kundenbeziehungen in seinem Digital Business pflegen und erhalten will, muss deshalb nicht nur seine Produkte und Services aus Kundensicht sehen, sondern auch seine Security.

Der Kunde ist nicht nur Zentrum des Digital Business, sondern auch Zentrum der notwendigen Security. Stimmt die Security im Digital Business, dann hat der Kunde Vertrauen. Wenn aber der Kunde Vertrauen hat, kann und sollte das Unternehmen selbst Vertrauen in seine Digitalisierung haben. Security ist deshalb nicht Beiwerk, sondern Teil jedes Angebotes an Kunden in Zeiten der Digitalisierung. Studienergebnisse, die besagen, die Digitale Transformation habe Top-Priorität für CEOs, aber Security sei für viele nur notwendiges Übel, müssen umgehend zur Geschichte gehören. Andernfalls wird die Digitalisierung weder für das Unternehmen erfolgreich sein noch zu einem neuen Geschäft mit den Kunden führen.

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