Durch die Akquisition des Systemhauses GID gewinnt die Medialine Group nicht nur zwei Standorte hinzu. Sie baut auch ihre Infrastruktur-Kompetenz aus. Unter dem Dach der Gruppe wird der Kölner Dell-Partner weiterhin eigenständig agieren.
Die Medialine-Vorstände Stefan (l.) und Martin Hörhammer (r.) begrüßen David Heissler (2. v. l.), Friedrich Förster (m.) und Rainer Kempf, die das Führungsteam von GID bilden, in der Gruppe.
(Bild: Medialine)
Der Name könnte in die Irre führen. Global Information Distribution (GID) ist kein IT-Großhändler, sondern ein etabliertes Systemhaus. Als solches verstärkt das Kölner Unternehmen jetzt die Medialine Group. Im Zuge einer Nachfolgeregelung hat die Systemhausgruppe aus dem rheinland-pfälzischen Bad Sobernheim die Anteile der bisherigen GID-Gesellschafter vollständig übernommen. Die beiden Vorstände von Medialine, die Brüder Martin (CEO) und Stefan Hörhammer (COO), sehen in der Akquisition nicht nur eine Stärkung ihres bundesweiten Standortnetzes, sondern auch eine Vertiefung der Kompetenz.
GID agiert seit 1994 am Markt und beschäftigt aktuell gut 30 Mitarbeiter. Neben dem Kölner Hauptsitz unterhält das Unternehmen einen weiteren Standort in Augsburg. Der Schwerpunkt des Systemhauses liegt auf dem Projektgeschäft mit Infrastrukturlösungen. Dabei berät es bundesweit Kunden aus Industrie und öffentlicher Hand auf Gebieten wie Storage, Hyperconverged Infrastructure, Datenmanagement, Backup & Recovery, Archivierung, Cybersecurity und erstellt ganzheitliche Lösungen für sie. Wichtige Technologiepartner von GID sind VMware und Veeam, vor allem aber der Hersteller Dell, mit dem die Rheinländer etwa 70 Prozent ihres Umsatzes erzielen und bei dem sie im Channel-Programm den Titanium-Status erreicht haben.
Technologien dieser Anbieter gehören auch zum Portfolio von Medialine. So ist die Gruppe ebenfalls Titanium-Partner von Dell und erzielte mit Produkten des Herstellers im vergangenen Jahr einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Durch die Schnittmengen mit dem Portfolio von GID ergeben sich Stefan Hörhammer zufolge Synergien, zumal sich die jeweiligen Kompetenzen im Detail unterscheiden. Als Verstärkung bezeichnet er das tiefe Knowhow, das die Kölner rund um den Themenkomplex Data Protection und Cyber Recovery aufgebaut haben. „Darin sehen wir ein strategisches Thema, bei dem wir durch GID jetzt Rückenwind im Markt bekommen.“
Starkes Mitarbeiterwachstum
Durch die Akquisition erhöht Medialine die Zahl der Mitarbeiter auf deutlich mehr als 400 und wird in diesem Jahr wohl „die 500er-Marke knacken“, wie Martin Hörhammer ankündigt. Allein im vergangenen Jahr hat die Gruppe mehr als 70 Leute neu eingestellt. Mit den beiden GID-Niederlassungen unterhält sie jetzt 17 Standorte in Deutschland, davon je drei in Nordrhein-Westfalen und in Bayern. Bei den Erlösen ist Medialine im Jahr 2022 nach eigenen Angaben um mehr als zehn Prozent gewachsen. Dabei haben die Engpässe auf Anbieterseite das Wachstum gebremst. „Wir haben alles verkauft, was wir unseren Kunden liefern konnten. Allerdings war nicht alles lieferbar.“ Im Jahr zuvor kam die Gruppe auf einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro.
GID wird unter dem Dach der Medialine Group weiterhin als eigenständiges Unternehmen agieren. Ebenso wird der Name des Systemhauses bestehen bleiben, wie das auch bei den Medialine-Zukäufen Interface Systems in Dresden (2018) und ITK Communications in Berlin (2013) bis heute der Fall ist. An der Spitze von GID stehen nun Friedrich Förster, langjähriger Vertriebsleiter des Systemhauses, der 2020 zum Geschäftsführer Vertrieb aufstieg und nun als CEO agiert, David Heissler als CTO und Rainer Kempf als CFO. Die bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter Ernstfried Driesen und Günter Heissler sind aus dem operativen Geschäft ausgeschieden, werden das Unternehmen aber noch einige Monate beraten.
Innerhalb der Medialine Group werde das Systemhaus sein spezifisches Knowhow und sein Projektgeschäft mit öffentlichen Auftraggebern einbringen, kündigt Förster an. Umgekehrt werde GID „von den Ressourcen, die uns Medialine zur Verfügung stellt, und von dem breiteren Portfolio profitieren“. Bei Themen wie Managed Services, Cloud oder IT-Security sei das Unternehmen noch nicht so stark wie die neue Muttergesellschaft und könne sein Leistungsspektrum somit erweitern. Tatsächlich zählt Medialine bei Managed Services zu den Pionieren im deutschen Channel und stellt IT-Ressourcen bereits seit 2006 auf eigenen Rechenzentrumsinfrastrukturen bereit. Auch ihre Cloud-und Security-Kompetenz hat die Gruppe in den vergangenen Jahren zunehmend ausgebaut.
Akquisitionen mit Plan
Die Übernahme von GID ist die dritte Akquisition von Medialine innerhalb von gut zwei Jahren. So erwarben die Rheinland-Pfälzer zum Jahresbeginn 2022 den kleinen Microsoft-Azure-Spezialisten Bordonaro IT aus Speyer und im Herbst 2021 das Systemhaus IT-On.Net aus Düsseldorf, das sich stark auf Managed Services ausgerichtet hatte. Beide Unternehmen sind inzwischen vollständig integriert. Hinter den Zukäufen stehe ein Plan, führt Martin Hörhammer aus. „Medialine befindet sich auf einer Reise.“ Die Gruppe nehme heute schon eine signifikante Rolle im deutschen IT-Dienstleistungsmarkt ein und sei mit ihren spezialisierten Fachteams in der Lage, „Kunden eine 360-Grad-IT aus einer Hand anzubieten“. Akquisitionen dienten dem Zweck, diese Position auszubauen und die Kernkompetenzen des Dienstleisters bei Managed Services und Cloud, bei IT-Infrastruktur sowie bei Modern Work und der Digitalisierung von Geschäftsprozessen zu erweitern und zu vertiefen.
Stand: 08.12.2025
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Medialine wurde 1999 von Martin Hörhammer, der damals noch Schüler war, als PC-Assemblierer und PC-Händler aus der Taufe gehoben. Seit 2003 entwickelte er das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Stefan zu einem auf IT-Infrastruktur fokussierten, bundesweit aufgestellten Systemhaus weiter.