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#AWSChannelNews Die Cloud wird Teil der Geschäftsprozesse

Autor: Michael Hase

Digitalisierung zielt auf mehr Agilität und Flexibilität im Business ab. Ein Weg dahin ist die Implementierung von Cloud-Technologien. AWS sieht die Aufgabe der Partner darin, Unternehmen bei dieser Transformation zu unterstützen.

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Unternehmen bilden mit Cloud-Technologien mittlerweile Kernprozesse ab, und das - wie etwa Volkswagen mit AWS - in weltweitem Maßstab.
Unternehmen bilden mit Cloud-Technologien mittlerweile Kernprozesse ab, und das - wie etwa Volkswagen mit AWS - in weltweitem Maßstab.
(Bild: © WrightStudio - stock.adobe.com)

Volkswagen hat im vergangenen Jahr eine weitreichende Kooperation mit Amazon Web Services (AWS ) vereinbart: Der Automobilhersteller baut gemeinsam mit dem Hyperscaler seine Industrial Cloud auf, in der Daten sämtlicher Maschinen, Anlagen und Systeme aus all seinen Fabriken weltweit zusammengeführt werden. Mit dieser Plattform will der Konzern künftig in der Lage sein, Kennzahlen aus Produktion und Logistik, egal welcher Art, auf einheitliche Weise global auszuwerten. Dadurch sollen sich Lieferketten und ­Materialflüsse besser managen lassen. Die Industrial Cloud ermögliche „eine smarte Steuerung in Echtzeit – und zwar zeitgleich in Wolfsburg und Shanghai, Chattanooga und Uitenhage“, betonte Gerd Walker, Leiter Konzern Produktion bei Volkswagen. Perspektivisch soll die gesamte Supply-Chain mit 1.500 Partnerunternehmen und mehr als 30.000 Standorten in das Projekt ein­gebunden werden.

Das ambitionierte Vorhaben der Wolfsburger macht vor allem eines deutlich: Anwender sehen die Cloud nicht mehr nur als Plattform für zeitlich begrenzte Projekte an, oder als Ressourcen-Pool, aus dem sie sich bedienen, um Lastspitzen abzufangen. Für solche Szenarien eignet sich das Modell tatsächlich ideal, keine Frage. Mittlerweile nutzen Unternehmen die Services von Hyperscalern aber für wesentlich mehr: Sie bilden Kernprozesse, im konkreten Fall in Logistik und Fertigung, damit ab. Volkswagen geht es dabei um ein standardisiertes Datenmanagement, auf dessen Basis sich die Produktion agil steuern lässt, und zwar in weltweitem Maßstab. AWS bietet dem Autobauer dafür die nötige Skalierbarkeit.

Längst sind es nicht nur Weltkonzerne, die zentrale Prozesse mit Hilfe von Cloud-Technologien abwickeln. Beispiele für Unternehmen, die geschäftskritische Systeme auf der AWS-Plattform betreiben, gibt es im gehobenen ebenso wie im klassischen Mittelstand: So hat etwa Grohe, Hersteller von Bad- und Küchenarmaturen, eine IoT-Plattform aufgebaut, die Kunden vor drohenden Wasserschäden warnt. Beim Aufzug- und Rolltreppenspezialisten Kone handelt es sich um ein automatisiertes Stammdaten-Management, bei der Schokoladenmarke Ritter Sport um ein skalierbares E-Commerce-System oder beim Maschinenbauer Dienes um eine Predictive-Maintenance-Lösung. Der Medizintechnikhersteller Carl Zeiss Meditec verwaltet Patientendaten in der Cloud und hat dafür ein Compliance-as-a-Service-Konzept entwickelt. Nicht zuletzt betreibt der ­Außen- und Dialogwerber Ströer inzwischen sein ERP-System auf AWS.

Support durch Partner

Außer dass sie Kunden des Hyperscalers sind, ­haben die sechs Unternehmen noch eines gemeinsam. Sie wurden bei der Entwicklung ihrer Cloud-Szenarien durch Dienstleister unterstützt, und zwar durch Cloudreach (Ströer), Direkt Gruppe (Carl Zeiss Meditec), Opitz Consulting (Dienes), Reply (Grohe), TecRacer (Kone) und Zoi (Ritter Sport). Auch wenn AWS eigene Professional-Services-Leute beschäftigt, entspricht es der typischen Rollenverteilung, dass Partner die Betreuung der Kunden übernehmen. Sie sind „ein wichtiger Baustein unserer Strategie“, wie es Peter Fuchs, Channel-Verantwortlicher für DACH, ausdrückt. Der Cloud Provider konzentriert sich darauf, Services bereitzustellen und sein Portfolio funktional auszubauen. Zu den Aufgaben der Partner gehört es, Unternehmen zu beraten, Cloud-Architekturen, auf denen anschließend ihre Workloads betrieben werden, zu designen, die Cloud-Umgebung für sie zu managen und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Neben der technischen Expertise, die Partner besitzen müssen und die ihnen AWS in Schulungen vermittelt, brauchen sie häufig auch ein Verständnis für die spezifischen Anforderungen der Branchen ihrer Kunden. Je enger die Cloud Services mit den Kernprozessen eines Unternehmens verzahnt sind, umso wichtiger ist das vertikale Knowhow. Auch in dieser Hinsicht fördert der Hyperscaler seine Partner. So können sie im Rahmen des Competency-Programms spezielle Kenntnisse ­erwerben, die sie nicht nur zu Experten für bestimmte Technologien, sondern auch für Branchenlösungen machen.

Helfer bei der Digitalisierung

Vertikale Kompetenz wird für Partner nicht zuletzt deswegen wichtiger, weil Unternehmen zunehmend Cloud-Technologien einsetzen, um ihr Geschäft zu modernisieren, um intern Abläufe zu verbessern, aber auch um extern neue digitale Services für ihre Kunden zu kreieren. „Die größte Chance für Partner liegt heute darin, Unternehmen bei der Digitalen Transformation zu helfen“, betonte Doug Yeum, Head of Worldwide Channels & Alliances bei AWS, auf der Entwicklerkonferenz re:Invent 2019. Weltweit sei Verantwortlichen auf C-Level bewusst, dass sie in Technologie investieren müssen, um neue Möglichkeiten der Interaktion mit Kunden zu erschließen. Und die erfolgreichsten Partner seien diejenigen, so der Channel-Chef weiter, die sich über die ­Programme von AWS genau die Spezialisierungen aneignen, die sie für ihre Aufgaben in den Digitalisierungsprojekten ihrer Kunden benötigen.

Der Einsatz von Cloud-Technologien betrifft somit weit mehr als den IT-Betrieb, auch wenn dieser Aspekt wichtig bleibt. So hat IDC bereits vor gut zwei Jahren ermittelt, dass AWS-Kunden ­innerhalb von fünf Jahren im Durchschnitt 51 Prozent ihrer Betriebskosten einsparen. Zudem erweist sich ihre IT in kritischen Situationen als weniger anfällig – ein Pluspunkt in Zeiten der Pandemie. Dank der Modernisierung von Applikationslandschaften ist die IT von AWS-Kunden laut IDC auch produktiver geworden, wovon wiederum die Fachabteilungen profitieren. So gehen bei ihnen 25 Prozent mehr neue Anwendungen mit fast dreimal so vielen Funktionen live als in früheren Zeiten.

Der wichtigste Nutzen der Cloud besteht indes für viele Unternehmen darin, dass sich durch die Services die Agilität in ihrem Kerngeschäft erhöht. So sind Kostenersparnisse auch bei Volkswagen zwar ein willkommener Nebeneffekt, wie Produktionschef Walker ausführt. ­„Unser Hauptziel liegt aber darin, schneller, transparenter und sicherer zu werden.“ Der Autokonzern hat mit der Industrial Cloud den Aufbruch ins digitale Zeitalter eingeläutet.

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 Michael Hase

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