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Deutschland gerät ins Automatisierungs-Hintertreffen

| Autor: Sarah Böttcher

Bei Intelligent Automation geht es um die „Wahrung des natürlichen Gleichgewichts zwischen Maschinen und Menschen zur Maximierung der Produktivität“ in Unternehmen.
Bei Intelligent Automation geht es um die „Wahrung des natürlichen Gleichgewichts zwischen Maschinen und Menschen zur Maximierung der Produktivität“ in Unternehmen. (Bild: © sdecoret - stock.adobe.com)

Einer Forbes-Studie zufolge hinkt Deutschland im internationalen Vergleich bei der Automatisierung hinterher. Doch befeuert durch die Digitalisierung rückt die Prozessautomatisierung für Geschäftsanwender in unmittelbare Nähe. Trotzdem kommt es auf den richtigen Mix zwischen manueller Arbeit und Automatisierung an.

Nicht nur beim Ausbau der technischen Infrastruktur für das 5G-Netz hinkt Deutschland hinterher, auch bei der Automatisierung droht Deutschland in das internationale Hintertreffen zu geraten. So stehen laut der Studie „The Intelligent Automation Benchmark“ von Forbes Insights und Kofax viele Unternehmen bei der Automatisierung von wichtigen Prozessen im internationalen Vergleich deutlich im Rückstand. Denn obwohl viele Unternehmen bereits optimierte Prozesse haben, gibt es bei den noch zahlreichen manuellen Arbeitsschritten viel Raum für Automatisierung.

Zwar bietet es sich nicht an, jeden Prozess innerhalb eines Unternehmens zu automatisieren. Doch befeuert durch die Digitalisierung rückt die Automatisierung von Prozessen für Geschäftsanwender in unmittelbare Nähe. Neun von zehn der befragten Führungskräfte stimmen der Aussage zu, dass die Unternehmensführung die Bedeutung von Automatisierung für den zukünftigen Firmenerfolg erkannt hat.

Welche Prozesse werden automatisiert?

Laut der Umfrage ist der am häufigsten genannte Prozess zur Implementierung von Enterprise-Automatisierung die Qualitätskontrolle (43 %), das heißt das Sicherstellen beziehungsweise Verbessern der Qualität der Unternehmensprodukte. Technologieerweiterung (42 %), finanzielle Transaktionen beziehungsweise Reporting (35 %), Kundenservicequalität (32 %) und die Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen (32 %) runden die Liste der fünf am häufigsten automatisierten Prozesse ab.

Die folgenden drei Schritte waren für die Umfrageteilnehmer die wichtigsten zur Automatisierung ihrer Prozesse:

  • Bestandsaufnahme und Dokumentation der Prozesse,
  • Einstufung nach Wichtigkeit,
  • Investitionen in Automatisierungssoftware.

Hindernisse der Prozessautomatisierung

Die Studie identifizierte auch die größten Hindernisse der Prozessautomatisierung in Unternehmen: Während 27 Prozent keine Unterstützung von der Führungsebene erhalten, fehlen 29 Prozent der Befragten die Fertigkeiten zur Implementierung. 18 Prozent der Teilnehmern gaben an, dass die Prozesse zu fragmentiert seien und 27 Prozent sind sich unsicher über den ROI (Return On Investment). Um einen ROI zu realisieren, müssen Geschäftsanwender strategisch bestimmen, wie und wo Automatisierungslösungen genutzt werden sollen. Und ob es sinnvoll ist, diese bereits bei der Datenbeschaffung, der -verarbeitung, der -analyse oder erst bei der Datenbereitstellung einzusetzen.

Intelligent Automation

Laut Kofax repräsentiert Intelligent Automation die nächste Generation von Enterprise-Automatisierungslösungen. Dem Software-Anbieter für Prozessautomatisierung zufolge liegt der Unterschied in der „gleichzeitigen Wahrung des natürlichen Gleichgewichts zwischen Maschinen und Menschen zur Maximierung der Produktivität.“ Durch die Kombination von Mensch und Maschine sollen Workflows nicht nur produktiver, sondern es auch nachvollziehbarer für Unternehmen werden, wie es seine Automatisierungstechnologien nutzt und am besten einsetzen kann.

Den Studienergebnissen zufolge sorgt Intelligent Automation vor allem für einen verbesserten Kundenservice. Darüber hinaus kann durch den Einsatz von Automatisierungslösungen den Mitarbeitern mehr Zeit für geschäftskritische Aufgaben verschafft werden.

Der richtige Mix macht's

Die Umfrage ergab zudem eine Lücke zwischen dem aktuellen und dem gewünschten Mix aus manueller Arbeit und Automatisierungsgrad. Während 60 Prozent der Befragten den Wunsch nach automatisierten oder weitgehend automatisierten Prozessen äußerten, geben nur 38 Prozent der Befragten an, dass sie diesen auch erreicht haben. Nichtsdestotrotz sind sich mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer (59 %) einig, dass intelligente Automatisierung zu 60 bis 80 Prozent mehr Potenzial für weitere Prozessautomatisierungen in ihrem Unternehmen birgt.

Kofax zufolge haben Unternehmen noch einen langen Weg vor sich, um sowohl ihre Kernprozesse als auch ihre weiteren Prozesse zu optimieren und dann zu automatisieren. Obwohl viele Unternehmen bereits einige Prozesse optimiert haben, bleibt noch viel Raum, die zahlreichen manuellen Tätigkeiten, die bisher ein Mitarbeiter erledigen muss, zu automatisieren.

Über die Studie

Die Studie führte Forbes Insights im Auftrag des Software-Anbieters für Prozessautomatisierung Kofax im Juli 2018 durch. Befragt wurden weltweit in über 16 Ländern 302 Führungskräfte. Im Fokus stand wie und an welchen Stellen sie ihre Unternehmen mit entsprechenden Automatisierungslösungen transformieren, ob es sich lohnen würde, die Initiative voranzutreiben, und welche Hinderungsgründe es gäbe.

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