Der erhoffte Aufschwung der deutschen Wirtschaft lässt auf sich warten ebenso wie die staatlichen Investitionen und Reformen. Doch werden laut aktuellem IT-Servicepreisspiegel der Synaxon-Akademie die Stundensätze für IT-Dienstleistungen in diesem Jahr steigen, wenn auch geringfügig.
Der Servicepreisspiegel der Synaxon Akademie zeigt unter anderem, wie sich die Preise für Technikerstunden bei iT-Dienstleistern entwickeln.
Die Wirtschaft in Deutschland kriselt trotz angekündigter Investitionen und Reformen. Prognosen gehen aber immerhin von einem leichten Wachstum 2026 aus. In diesem wirtschaftlich immer noch schwierigen Umfeld haben Systemhäuser und IT-Dienstleister die Preise für Technikerstunden nur leicht erhöht. Das zeigt der Servicepreisspiegel 2026 der Synaxon-Akademie.
Die wichtigsten Erkenntnisse und Zahlen finden Sie in der Bildergalerie:
An der Umfrage der Synaxon-Akademie zum IT-Servicepreisspiegel haben in diesem Jahr über 700 IT-Unternehmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Italien teilgenommen. Aus den anonymen Antworten folgt, dass durchschnittliche Stundensätze für Techniker und für Standard-IT-Serviceleistungen moderat steigen. Die durchschnittliche Technikerstunde für 1st-Level-Support-Leistungen (in Euro, netto ohne MwSt.) ist seit 2010 um mehr als 60 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Technikerstunde um 2,71 Euro angestiegen – das entspricht einer Steigerung von 2,64 Prozent.
Die durchschnittlichen Preise für komplexe IT-Serviceleistungen (3rd-Level-Support) sind der Umfrage zufolge im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr gestiegen, nämlich um 2,84 Prozent auf 120,68 Euro.
„Trotz wachsender Herausforderungen ist die Preisentwicklung wider Erwarten sehr moderat ausgefallen – wenn auch nicht in allen Bereichen“, bewertet Friedrich Pollert, Leiter der Synaxon-Akademie, die Ergebnisse.
Wie auch schon im vergangenen Jahr werden aber nicht alle IT-Dienstleister die Preissteigerungen an ihre Kunden weitergeben. Knapp 36 Prozent der Unternehmen werden die Preise nicht erhöhen. Hingegen planen mehr als die Hälfte der befragten Dienstleister ein Anheben der Servicepreise um bis zu 10 Prozent. Eine Preiskorrektur von bis zu 20 Prozent nach oben beabsichtigen immerhin knapp 10 Prozent der Befragten.
Wie auch schon in den vergangenen Jahren bleiben die Preise regional unterschiedlich. Dabei sind nach wie vor die Preise in den neuen Bundesländern am niedrigsten. Die höchsten Preise werden in Baden-Württemberg und in Bayern erzielt. Innerhalb des DACH-Raums liegen die Preise in Österreich am höchsten. So kostet eine Technikerstunde (1st-Level-Support) dort durchschnittlich 131,63 Euro.
Zudem sind die Preise für die Technikerstunde auch abhängig von der Unternehmensgröße. Im Schnitt erzielen größere Unternehmen höhere Preise als kleinere Anbieter.
Doch trotz Inflation und Preissteigerungen rechnet fast die Hälfte (47,8 %) der Studienteilnehmer mit gleichbleibenden Umsätzen. Über 40 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihr Unternehmen 2025 mehr umsetzen wird. Mehr Umsatz verspricht Synaxon zufolge vor allem der Umstieg auf Windows 11, der bei vielen Unternehmen ansteht. Analysten gehen davon aus, dass in Deutschland derzeit 12 Millionen Geräte nicht updatefähig sind. Das bedeutet, dass bei knapp 60 Prozent der Unternehmen Computer geprüft und möglicherweise ausgetauscht werden müssen. Dennoch schätzen immerhin 10 Prozent der befragten Systemhäuser, dass ihr Umsatz im laufenden Jahr sinken wird. Schließlich sehen sich IT-Dienstleister auch 2025 mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehören neben dem Fachkräftemangel (51,2 %) die zunehmende Komplexität in der IT-Lösungswelt (44 %). Ein Abschwächen der Konjunktur sehen rund 40 Prozent der Befragten als Herausforderung und jeder Zehnte sorgt sich um die Nachfolge.
Managed Services als Umsatztreiber
Ungeachtet der Preisentwicklung verzeichneten Dienstleister im aktuellen Geschäftsjahr einen stärkeren Umsatzanstieg als im Vorjahr. Profitiert haben Dienstleister dabei vor allem vom Windows-11-Umstieg. Dadurch sind die Hardware-Umsätze von 17,1 Prozent auf knapp 40 Prozent gestiegen. Dennoch bleibt der stärkste Wachstumsmotor mit Umsatzsteigerungen von bis zu 57,6 Prozent die Nachfrage nach Managed Services. Ferner gehören die IT-Security (41 %) und Cloud-Lösungen (34 %) zu den Dauerbrennern bei Umsatzsteigerungen.
KI-Siegeszug eingeläutet
Nachdem in den vergangenen Jahren Künstliche Intelligenz noch keine große Rolle gespielt hat, gehört sie inzwischen zum Alltag bei vielen Systemhäusern. So glaubten 2023 noch 41,7 Prozent der Teilnehmer, dass KI keine Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell haben werde. 2025 haben nur noch 17,3 Prozent KI nicht auf ihrer Roadmap.
Jonathan Seifert, Customer Relationship Manager bei der Synaxon-Akademie, ist nicht zuletzt durch den engen Austausch mit Systemhäusern der Ansicht: „KI ist längst Teil des Spiels. Entscheidend ist nicht mehr, ob du mitmachst – sondern, welche Rolle du darin gestaltest.“ Er führt aus, dass KI gesetzt sei und „das Potenzial ist nicht mehr am Horizont zu suchen, wenn es täglich erlebbar ist. Das Spiel hat sich längst verändert – jetzt sind Systemhäuser gefordert, mitzuhalten.“
Ähnlich sieht das auch Stefan Schwarz, Geschäftsführer PC-Mentor und AI-Consultant (TÜV). Er plädiert für den kombinierten Einsatz von KI und Automatisierung. „In 12 bis 24 Monaten reden wir nicht mehr über KI-Projekte, sondern über normalen Betrieb. Wer diese Schicht jetzt einzieht, baut sein Geschäft belastbar aus. Wer wartet, skaliert nur seine Probleme. Am Ende geht es nicht darum, ob wir KI einsetzen, sondern ob wir noch relevant sind, wenn sie Standard geworden ist.“
Stand: 08.12.2025
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Neue Herausforderungen im Fokus
Ein klarer Wandel zeigt sich auch bei den unternehmerischen Herausforderungen. Der zunehmende Aufwand für komplexe administrative Tätigkeiten (44,5 %) hat den Fachkräftemangel (42 %) als größte Herausforderung abgelöst. Neu hinzugekommen ist der Innovationsdruck, der über ein Drittel der Unternehmen (35 %) überraschend stark beschäftigt. Die Gewichtung der Herausforderungen unterscheidet sich allerdings deutlich bei den unterschiedlich großen Dienstleistern. So steht bei Unternehmen mit 5 bis 49 Mitarbeitern der Fachkräftemangel weiterhin klar im Vordergrund. Bei größeren Systemhäusern (über 50 Mitarbeiter) ist mit 58,8 Prozent der Umbau des Geschäftsmodells die größte Herausforderung.
IT-Security und Open Source
Die Umsetzung von NIS2 und der ISO-27001-Zertifizierung eröffnen IT-Dienstleistern ein erhebliches Geschäftspotenzial. Schließlich müssen Kunden bei Planung, Umsetzung und Betrieb unterstützt werden. Dabei bieten beispielsweise Förderprogramme zusätzliche Ansatzpunkte, um notwendige Security-Investitionen wirtschaftlich attraktiver zu machen.
Erstmals erhoben hat die Synaxon-Akademie in der Umfrage den Einsatz von Open-Source-Lösungen. Das Ergebnis: Fast die Hälfte der Befragten setzt Open Source bei Kunden ein, allerdings meist ohne eigene Entwicklerkapazitäten. Dabei erhoffen sich die Kunden vor allem Kostenvorteile. Der Wunsch nach Digitaler Souveränität und größerer Herstellerunabhängigkeit sind ebenfalls wichtig.
IaaS und eigene Rechenzentren
Vielversprechend entwickelt sich auch das Infrastrukturangebot. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen baut das Angebot mit Infrastructure as a Service aus. Dabei zeigt sich ein klarer Trend hin zu eigenen Produkten und Services aus dem eigenen Rechenzentrum, deren Bedeutung weiter zugenommen hat.
Deutlich wird dadurch, dass Systemhäuser mit steigender Komplexität und technologischer Transformation bei vergleichsweise moderater Preisentwicklung konfrontiert werden. Zudem verschiebt sich die Nachfrage zunehmend in Richtung Managed Services und KI. Für ihre strategische Weiterentwicklung ihres Leistungsportfolios müssen IT-Dienstleister die richtigen Weichen stellen. Die nur moderat gestiegenen Preise sollten dabei nicht der einzige Entscheidungsgrund sein.
Informationen zur Studie
Die Synaxon-Akademie führt seit 2010 regelmäßig bundesweite anonymisierte Umfragen zu Serviceleistungen, Stundensätzen und Entwicklungen in IT-Unternehmen und Systemhäusern durch. 2025 haben sich über 700 Systemhäuser der Synaxon-Verbundgruppen beteiligt. Der daraus resultierende Servicepreisspiegel gibt einen repräsentativen Überblick über die Entwicklungen und umfasst Geschäfts- und privates Endkunden-Segment sowie unterschiedliche Regionen.