Kosten für Energie, Krankenkassen und Lebensmittel sind gestiegen und auch IT-Dienstleistungen sind teurer geworden. Dabei zeigt der aktuelle IT-Servicepreisspiegel der Synaxon Akademie, dass die Stundensätze sogar deutlich stärker gestiegen sind als die Inflation.
Der IT-Servicepreisspiegel der Synaxon Akademie gibt IT-Unternehmen eine Orientierung für Preis- und Serviceleistungen.
(Bild: Halfpoint - stock.adobe.com)
Alles wird teurer, Unternehmen stöhnen über erdrückende Auflagen, Bürokratie und hohe Lohn- und Energiekosten. In diesem wirtschaftlich schwierigen Umfeld müssen aber auch IT-Dienstleister überlegen, ob eher höhere Preise oder weniger Marge für die eigene Entwicklung der richtige Weg sind. Eine Orientierung über die aktuelle Preissituation von IT-Dienstleistungen bietet in diesem Jahr wieder der Servicepreisspiegel der Synaxon Akademie.
Die wichtigsten detaillierten Zahlen finden Sie in der Bildergalerie:
Aus der Umfrage, bei der sich 2024 über 700 Systemhäuser der Synaxon-Verbundgruppen beteiligt haben, lassen sich durchschnittliche Stundensätze für Techniker und für Standard-IT-Serviceleistungen ermitteln. Dabei wird deutlich, dass die durchschnittlichen Servicepreise von 2010 bis 2024 um über 56 Prozent gestiegen sind. Im Vergleich zum Vorjahr gab es immerhin eine Erhöhung um 2,02 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 2 Prozent, nachdem die Preise 2024 bereits die Hunderteuromarke geknackt haben. Die Preise für komplexe IT-Serviceleistungen sind laut Synaxon seit 2010 sogar um mehr als 65 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Preis pro Techniker- oder Admin-Stunde für komplexe IT-Serviceleistungen liegt derzeit bei 113,43 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der durchschnittliche Preis um 2,29 Euro erhöht. Der prozentuale Anstieg liegt damit bei 2,06 Prozent.
Mehr Umsatz durch Windows-11-Umstieg
Doch trotz Inflation und Preissteigerungen rechnet fast die Hälfte (47,8 %) der Studienteilnehmer mit gleichbleibenden Umsätzen. Über 40 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihr Unternehmen 2025 mehr umsetzen wird. Mehr Umsatz verspricht Synaxon zufolge vor allem der Umstieg auf Windows 11, der bei vielen Unternehmen ansteht. Analysten gehen davon aus, dass in Deutschland derzeit 12 Millionen Geräte nicht updatefähig sind. Das bedeutet, dass bei knapp 60 Prozent der Unternehmen Computer geprüft und möglicherweise ausgetauscht werden müssen. Dennoch schätzen immerhin 10 Prozent der befragten Systemhäuser, dass ihr Umsatz im laufenden Jahr sinken wird. Schließlich sehen sich IT-Dienstleister auch 2025 mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehören neben dem Fachkräftemangel (51,2 %) die zunehmende Komplexität in der IT-Lösungswelt (44 %). Ein Abschwächen der Konjunktur sehen rund 40 Prozent der Befragten als Herausforderung und jeder Zehnte sorgt sich um die Nachfolge.
Preissteigerungen für die IT-Dienstleistungen werden aber nicht alle befragten Unternehmen 2025 durchsetzen. Immerhin planen knapp 39 Prozent ihre Servicepreise im laufenden Jahr nicht anzuheben. Knapp die Hälfte (47,8 %) will die Servicepreise um bis zu 10 Prozent anheben. Peter Debus, CEO der Compipower, und Peter Debus, Digital Networking, hält wenig von Bescheidenheit. Er ist vielmehr der Ansicht, wer Gutes leiste, müsse dafür auch angemessene Preise verlangen. Zudem dürfe man nicht vergessen, „dass niedrige Preise oftmals schlechte Qualität suggerieren, während hohe Preise klar zeigen, dass Qualität ihren Preis hat“.
Managed Services gefragt
Positiv für Dienstleister wirkt sich die konstant hohe Nachfrage nach Managed Services aus. So waren Managed Services laut Synaxon-Umfrage im vergangenen Jahr für insgesamt 67 Prozent der Umsätze verantwortlich. Zu den Umsatztreibern gehörten ferner die IT-Security (46 %) und Cloud-Lösungen (37,8%). 2024 spielte Künstliche Intelligenz bei den Systemhäusern noch keine große Rolle: Weniger als ein Viertel der Befragten hat im letzten Jahr KI-Tools täglich eingesetzt. Und mehr als die Hälfte der Synaxon-Befragten haben angegeben, gelegentlich KI-Anwendungen zu nutzen. Das Blatt dürfte sich in diesem Jahr wenden.
Denn KI-Tools bieten auch für Dienstleister ein erhebliches Potenzial. Zumindest erwarten 70 Prozent der Befragten, dass sich KI positiv auf ihr Geschäftsmodell auswirken wird. Und nur 5,8 Prozent zeigen sich skeptisch und rechnen mit negativen Auswirkungen von KI.
Bei der Einschätzung, welche Rolle KI-Tools für die Kunden künftig spielen werden, ergibt sich ein gemischtes Bild. Während etwas mehr als ein Drittel der befragten Dienstleister die Kunden aktiv bei der Nutzung von KI-Tools unterstützen will, gibt ein weiteres Drittel an, KI werde bereits bei den Kunden eingesetzt. Und ebenfalls gut ein Drittel (34%) ist der Ansicht, KI werde bei den Kunden keine bedeutende Rolle spielen. Zurückhaltend zeigen sich dabei vor allem kleinere Systemhäuser. Sie befürchten hohe Investitionen in KI, die sich wegen fehlender Skaleneffekte nicht rechneten. Und KI-Lösungen von Drittanbietern bieten keine großen Wettbewerbsvorteile.
Stand: 08.12.2025
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Systemhäuser sind also gut beraten, eigene Balance zwischen gestiegenen Preisen und der Kostenstruktur zu finden. Die IT-Servicepreisliste kann dabei als Orientierung dienen.
Informationen zur Studie
Die Synaxon Akademie führt seit 2010 regelmäßig bundesweite anonymisierte Umfragen zu Serviceleistungen, Stundensätzen und Entwicklungen in IT-Unternehmen und Systemhäusern durch. 2024 haben sich über 700 Systemhäuser der Synaxon-Verbundgruppen beteiligt. Der daraus resultierende Servicepreisspiegel gibt einen repräsentativen Überblick über die Entwicklungen und beinhaltet Geschäfts- und privates Endkunden-Segment sowie unterschiedliche Regionen.