Der mobile Arbeitsplatz birgt neben zahlreichen Vorteilen auch potenzielle Nachteile. So ist die Sicherheit die vermutlich größte Herausforderung, die der Digital Workplace mit sich bringt. Mobile Apps, Daten und Geräte zuverlässig zu schützen, wird für Unternehmen immer mehr zur Kernaufgabe.
Der Digital Workplace wird den stationären Arbeitsplatz langsam aber sicher ablösen.
(Bild: fotofabrika - stock.adobe.com)
Wodurch zeichnet sich für Sie der Arbeitsplatz der Zukunft beziehungsweise der Digital Workspace aus?
Ulf Baltin, Director Enterprise & Public Sales, Central Europe bei Blackberry
(Bild: Blackberry)
Baltin: Telearbeit, also Arbeit, die nicht mehr klassisch an den Schreibtisch im Büro gebunden ist, erlebt aktuell einen echten Aufschwung. Experten von PwC vermuten, dass dieser Trend in den nächsten fünf bis zehn Jahren sogar noch deutlich an Bedeutung gewinnt. Der Grund dafür ist, dass das Homeoffice im Vergleich mit dem konventionellen Büroarbeitsplatz viele Vorteile mit sich bringt, von denen sowohl Unternehmen als auch die Arbeitnehmer selbst profitieren. Ein entscheidender Erfolgsfaktor für den flexiblen Arbeitsplatz von morgen ist allerdings eine entsprechende technische Ausstattung, die die Arbeit sowie die sichere Kommunikation mit Mitarbeitern und Kunden zu jeder Zeit und an jedem Ort erlaubt. Dieser Mix aus vollvernetzter Hard- und Software wird jedoch zwangsläufig zu einer größeren Angriffsfläche für Cyberangriffe führen, so dass sichere Kommunikationslösungen zu einer Top-Priorität für jedes Unternehmen werden.
Welche Trends beim Thema Enterprise Mobility beziehungsweise Digital Workspace sehen Sie?
Baltin: Wir sehen einen globalen Trend, dass der stationäre Arbeitsplatz in absehbarer Zeit für einen Großteil von Büroarbeitern zum Auslaufmodell wird. Unternehmen müssen in der Folge dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter auch unter diesen Voraussetzungen ihre bestmögliche Leistung bringen können. Das bedeutet natürlich, dass insbesondere die Arbeitsausstattung auf mobile Bedürfnisse angepasst werden muss. Doch das wiederum bietet auch Grund zur Sorge. Was passiert, wenn mein Mitarbeiter sein Handy verliert, auf denen viele geschäftskritische Informationen gespeichert sind? Genau mit solchen Themen beschäftigen wir uns bereits und bieten die richtigen Tools, um in der Arbeitswelt von morgen sicher und ohne Abstriche arbeiten zu können.
Was sind für Sie die derzeit wichtigsten technologischen Entwicklungen in diesem Umfeld?
Baltin: Da gibt es zwei wichtige Entwicklungen: Zum einen Künstliche Intelligenz und – eng damit verbunden – natürlich Machine Learning. Die Technik erlaubt es heute statischer Software, aus der Vergangenheit zu lernen und eigene Entscheidung, basierend auf Erfahrungswerten zu treffen. Das ist natürlich eine Komponente, die insbesondere beim Schutz der IT enorm sinnvoll ist, da Angriffe oft ähnlichen Mustern folgen. Außerdem sehen wir den großen Trend, dass immer mehr Software in die Cloud wandert und als SaaS-Modell angeboten wird – die rasant wachsenden Rechenkapazitäten machen es möglich. Der Vorteil für den Anwender ist dann, dass er selbst keine leistungsfähige IT-Infrastruktur benötigt, um auf moderne Anwendungen zugreifen zu können.
Was sind die derzeit größten Herausforderungen für Unternehmen in Bezug auf Enterprise Mobility beziehungsweise Digital Workspace?
Baltin: Wie bereits erwähnt, ist die große Herausforderung in diesem Bereich – und in gewissem Sinne für Unternehmen auch die Hemmschwelle – die Sicherheit. Mobile Apps, Daten und Geräte zuverlässig zu schützen, wird immer komplexer. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese vom Unternehmen zur Verfügung gestellt werden oder aus dem Privatbesitz entstammen – Stichwort: Bring Your Own Device. Die Tatsache, dass in Zukunft immer mehr Menschen mobil arbeiten werden, wird dazu führen, dass Daten nicht mehr nur digital gestohlen werden, sondern auch Mitarbeiter selbst ihre Arbeitsgeräte wie Handy, Tablet oder Laptop mitunter verlieren oder dass sie geklaut werden. Dann muss sichergestellt sein, dass die Daten für keine Dritten zugänglich sind, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Für die IT-Abteilung wird es daher immer schwieriger, alle Endpunkte abzusichern und gleichzeitig die Flexibilität für eine breite Palette von Produktivitäts- und anderen Anwendungsfällen zu ermöglichen.
Welche Lösungen bietet Ihr Unternehmen in diesem Umfeld an?
Baltin: „Sichere Kommunikation“ spielte in der Historie von Blackberry seit jeher eine übergeordnete Rolle und war ein Alleinstellungsmerkmal, als unser Fokus noch auf dem Smartphone-Geschäft lag. In den vergangenen Jahren haben wir diese Kernkompetenz konsequent weiterentwickelt und bieten heute für alle erdenklichen Umgebungen maßgeschneiderte, sichere Infrastruktur und Tools für sowohl Unternehmen als auch Endanwender. Aber auch für die Trendthemen „Internet der Dinge“ und „autonomes Fahren“, die mit dem Start der 5G-Netze weiter an Fahrt aufnehmen, haben wir branchenführende Lösungen im Portfolio. Mit Blackberry UEM bieten wir beispielsweise eine vollständige, einheitliche Endgeräteverwaltung und Richtlinienkontrolle für die wachsenden Flotten an Geräten und Anwendungen. Mit einer einzigen Verwaltungskonsole und dem End-to-End-Sicherheitsmodell wurde die Blackberry Unified Endpoint Management Suite entwickelt, um Unternehmen zu helfen, die Produktivität ihrer mobilen Mitarbeiter zu steigern und gleichzeitig den Schutz ihrer Geschäftsdaten zu gewährleisten.
Stand: 08.12.2025
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Wie positionieren Sie sich im Wettbewerbsumfeld?
Baltin: Blackberry differenziert sich durch zwei entscheidende Merkmale vom Wettbewerb: Zum einen eignet sich unsere Software-Umgebung insbesondere für Branchen, in denen Datenschutz eine übergeordnete Rolle spielt – von Behörden, über Banken bis zum Gesundheitswesen. Unternehmen haben dabei einen entscheidenden Vorteil: Sie müssen ihre IT-Infrastruktur nicht ändern, Blackberry passt sich einfach den Gegebenheiten an, ohne viel Rechenleistung vor Ort zu benötigen. Darüber hinaus adressieren wir zukunftsgerichtete Themen und Business-Trends frühzeitig: Unsere Lösungen sichern zum Beispiel zuverlässig das Internet der Dinge. Auch bei der Sicherheit im Bereich „Autonomes Fahren“ nehmen Lösungen von Blackberry eine führende Rolle ein und sind bereits in mehr als 150 Millionen Autos weltweit installiert.
Wie unterstützen Sie Anwender oder Partner bei der Umsetzung von Enterprise-Mobility- und/oder Digital-Workspace-Projekten?
Baltin: Blackberry ist ein Anbieter von Software und Dienstleistungen. Das Thema Security ist in den vergangenen Jahren durchaus komplex und erklärungsbedürftig geworden, weshalb wir unsere Kunden bei der Wahl der richtigen Security-Lösung nicht alleine lassen. Wir beschäftigen kompetente Berater, die unsere Kunden und deren IT umfassend analysieren, um ihnen in der Folge die Lösung anbieten zu können, die ihren Bedürfnissen am besten entspricht.
Welche USPs oder Mehrwerte bietet Ihre Lösung den Anwenderunternehmen?
Baltin: Im August haben wir Blackberry Intelligent Security gelauncht, eine Security-Lösung, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning, Unternehmen und Anwender auf modernste Weise schützt. Blackberry Intelligent Security kann Nutzer zum Beispiel anhand ihrer Verhaltensmuster erkennen und bewertet unterschiedliche Bedrohungsszenarien individuell. Diese Lösung lernt stetig hinzu und wird im Laufe der Zeit immer besser, da es seine Anwender nach und nach besser „kennen und verstehen lernt“ und diese von Eindringlingen unterscheiden kann.
Der siebte ENTERPRISE WORKSPACE SUMMIT 2019 (formerly known as ENTERPRISE MOBILITY SUMMIT) am 10. und 11. Oktober in der Villa Kennedy in Frankfurt am Main ist die ideale Plattform, um sich über Best Practices des Digital Workspace auszutauschen. Dabei stehen die Integration der Mitarbeiter, die Mobilisierung der Geschäftsprozesse sowie die Nutzung neuer Technologien wie 5G, IoT, KI, Edge, VR/AR im Fokus.
Keynotes, Peer References und Thinktanks versprechen intensiven Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe, wertvolle Use Cases zu den Themen Virtual Desktop Infrastructure, Workplace-as-a-Service, Collaboration und Unified Endpoint Management runden die prall gefüllte Agenda ab. Als besonderes Highlight gibt die ISS-Astronautin Suzanna Randall Insights zu ihrem „Work-Space“.