Zum Arbeitsplatz der Zukunft gehört mehr als nur die nahtlose Integration von Applikationen, automatische Back-ups und die ständige Verfügbarkeit von Informationen. Flexible Arbeitszeiten, Home Office, BYOD und User-Experience sind die Themen der Stunde.
Angestellte sind wesentlich kritischer bei der Auswahl ihres Arbeitsplatzes. Um bestehende Arbeitnehmer langfristig zu binden und neue zu gewinnen, muss sich das tradierte Arbeitsplatzkonzept wandeln.
Durch was zeichnet sich für Sie der Arbeitsplatz der Zukunft bzw. der Digital Workspace aus?
Armin Recha, Director Territory Sales bei Igel
(Bild: Igel)
Recha: Der Arbeitsplatz der Zukunft ist flexibel und passt sich dem Nutzer an. Er ist nicht beschränkt auf eine Location auf dem Campus, sondern ist mit dem Anwender mobil und unterstützt ihn in jeder Situation. Egal, ob im Home Office, unterwegs oder im Firmenbüro: Die Umgebung muss zu jeder Zeit sicher, aber eben auch interaktionsfähig sein. Dazu gehört eine nahtlose Integration von Features und Applikationen, automatische Back-ups und ständige Verfügbarkeit von Informationen.
Welche Trends beim Thema Enterprise Mobility bzw. Digital Workspace sehen Sie?
Recha: Der Wertewandel ist spürbar: Angestellte sind wesentlich kritischer bei der Auswahl ihres Arbeitsplatzes. Das persönliche Empfinden im Alltag wird immer wichtiger. Gleichzeitig gibt es weiterhin einen Fachkräftemangel und Organisationen machen sich Gedanken, wie sie Mitarbeiter für sich begeistern können. Dabei zieht ein schicker Geschäftswagen immer weniger, stattdessen geht es um die Frage grundlegender Zufriedenheit mit dem eigenen Handeln. Die Debatte um Frithjof Bergmanns „New Work-Theorie“ ist sicherlich eher akademisch, allerdings findet man durchaus Belege bei den Trends im Bereich Digital Workspace: Flexible Arbeitszeiten, Home Office, BYOD und User-Experience sind die Themen der Stunde.
Was sind für Sie die derzeit wichtigsten (technologischen / marktbezogenen) Entwicklungen in diesem Umfeld?
Recha: Hier wird es spannend: In wenigen Jahren wird der Großteil der Belegschaft in Großunternehmen zu den Millenials, beziehungsweise zur Generation Z gehören. Im Jahr 2025 sind das laut IDC 75 Prozent. Digitale Innovation am Arbeitsplatz ist dann nicht länger „nice-to-have“, sondern ist bei dieser Gruppe ein fester Teil der Erwartungshaltung. Entsprechend haben viele Anbieter reagiert und bieten bereits jetzt passende Angebote für die hypermobilen Nutzer an.
Was sind die derzeit größten Herausforderungen für Unternehmen in Bezug auf Enterprise Mobility bzw. Digital Workspace?
Recha: Cloud Computing ist in Deutschland angekommen und fast jede Organisation ist auf dem Weg in die Rechenwolke oder dort bereits angekommen. Dadurch rückt der Nutzer und seine Interaktion mit dem Endpunkt in den Mittelpunkt. Einerseits geht es um die Bereitstellung: Genau wie Ressourcen aus der Cloud per Knopfdruck abrufbar sind, muss auch die Aktionsfähigkeit des Nutzers mit seinem Gerät unkompliziert gewährleistet werden. Arbeitsplätze und Apps sollten daher einfach auszurollen und zu nutzen sein. Ziel ist die Selbstverwaltung der Anwender, ansonsten werden IT-Abteilungen überlastet und die Nutzer frustriert. Anderseits geht es aber auch um die Absicherung der Devices: Patch Management, Schwachstellen-Scans und Compliance-Prüfungen. All dies muss eine Architektur leisten, ohne die Nutzererfahrung einzuschränken. Übertriebene Schutzmechanismen machen die Innovation aus der Cloud zunichte, wenn sie nicht richtig auf das Endgerät übertragen werden können. Wettbewerb und die Gesellschaft stehen dabei nicht still. Prozesse sind komplex und die Möglichkeiten sind nicht nur durch technologische Limits begrenzt: Mitarbeiter wünschen sich mehr Freiheit, Heimarbeit und freie Device-Wahl. Businessprozesse und Konnektivität werden ständig optimiert. Das führt zu strengeren Rechtsvorgaben und strikteren Compliance-Regeln. Außerdem hat sich die Gefahrenlandschaft gewandelt und es gibt immer mehr Cyberattacken. All dies verändert die Anforderungen an die IT drastisch und muss trotzdem unter einen Hut gebracht werden.
Welche Lösungen bietet Ihr Unternehmen in diesem Umfeld an?
Recha: Unsere Kernprodukte sind das Igel OS und die Managementlösung Universal Management Suite (UMS). Damit ermöglichen wir die Kombination von Endpunktsicherheit und -verwaltung. Gemeinsam mit über 80 Technologiepartnern, deren Lösungen nahtlos in unsere Software-Architektur integriert sind, bieten wir ein Workspace-Ökosystem, das sich individuell an Kundenanforderungen anpassen lässt und gleichzeitig ein Höchstmaß an Sicherheit liefert.
Wie positionieren Sie sich im Wettbewerbsumfeld?
Recha: Wir bieten eine Kombination aus Endpoint-Management, Security und Verwaltung der Lösungen unserer Integrationspartner. Wir werden weiterhin hochwertige Thin Clients herstellen, können aber mit dem UD Pocket auch bestehende Hardware anderer Hersteller verwalten – ohne dabei in das Betriebssystem oder installierte Komponenten einzugreifen. Damit haben wir keine direkte Konkurrenz auf dem Markt, da wir zum einen offen für zukünftige Partnerschaften sind und durch eine Produktentwicklung „Made in Germany“ ebenfalls auf neue Integrationen und aktuelle Kundenbedürfnisse schnell reagieren können.
Wie unterstützen Sie Anwender oder Partner bei der Umsetzung von Enterprise-Mobility- und/oder Digital-Workspace-Projekten?
Recha: Wir haben vor kurzem ein neues Trainingsportal aufgebaut, um unsere Partner optimal zu unterstützen. Ein wichtiger Punkt ist das Enablement rund um das Thema Cloud. Außerdem konnten wir gleich mit mehreren großen Cloud-Anbietern Allianzen eingehen. Zudem setzen wir weiterhin auf den indirekten Vertrieb – unseren Partner bieten sich durch die neuen Möglichkeiten im Bereich Cloud deshalb gute Chancen von neuen Geschäftsmodellen zu profitieren. Bei den Anwendern haben wir unsere Schulungs- und Trainingsmechanismen angepasst. Sämtliche Igel-Produkte sind für den professionellen Einsatz entwickelt worden, daher ist der Lernaufwand für IT-Administratoren und Nutzer minimal. Alle Kundensupport-Ebenen befinden sich in Deutschland und die Wege vom 1st-Level-Support bis hin zur Produktentwicklung sind kürzer als bei jedem anderen Anbieter.
Stand: 08.12.2025
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Welche USPs oder Mehrwerte bietet Ihre Lösung den Anwenderunternehmen?
Recha: Als deutscher Hersteller werden unsere Produkte komplett in Deutschland und seit jeher nach Prinzipien von Security-by-Design und Security-by-Default entwickelt. Die komplette Architektur arbeitet im Read-only-Modus. Neben Integrationen mit IT-Sicherheits-Anbietern bietet Igel zusätzlich vorinstallierte Schutzmechanismen wie Verschlüsselung, Auto-Log-off oder Save-Firmware-Updates. Zudem ist unser Angebot modular aufgebaut – es werden nur Elemente installiert, die ein Unternehmen auch wirklich braucht. Dies reduziert die Angriffsoberfläche.Darüber hinaus werden mit der UMS Verwaltungsprozesse wesentlich einfacher. Das Igel OS lässt sich in kürzester Zeit updaten und ist speziell für den Bereich End-User-Computing optimiert worden. Das Entwickler-Team pflegt nicht nur die Software, sondern hält über die Firmware-Integrationen Lösungen der Technologiepartner auf dem neuesten Stand. Außerdem können über den UD Pocket auch Privatgeräte in Fully-Managed-Devices umgewandelt werden – und zwar ohne dauerhafte Veränderungen des Gerätes oder Bedenken über den Schutz von persönlichen Informationen. Von der Virtualisierungstechnologie über den Speicherort bis hin zur Hardware sind wir flexibel. Unser Lizenzierungssystem erlaubt die problemlose Übertragung von Software-Lizenzen. Egal, ob Citrix, VMware, Microsoft oder andere Plattformen. DaaS, Public- und Privat-Cloud, hybrider Betrieb oder On-Premises. Wir stellen eigene Hardware zur Verfügung, supporten aber auch jedes gängige x86-Device anderer Hersteller. Zudem wächst unser Integrationspartnernetz ständig.
Der siebte ENTERPRISE WORKSPACE SUMMIT 2019 (formerly known as ENTERPRISE MOBILITY SUMMIT) am 10. und 11. Oktober in der Villa Kennedy in Frankfurt am Main ist die ideale Plattform, um sich über Best Practices des Digital Workspace auszutauschen. Dabei stehen die Integration der Mitarbeiter, die Mobilisierung der Geschäftsprozesse sowie die Nutzung neuer Technologien wie 5G, IoT, KI, Edge, VR/AR im Fokus.
Keynotes, Peer References und Thinktanks versprechen intensiven Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe, wertvolle Use Cases zu den Themen Virtual Desktop Infrastructure, Workplace-as-a-Service, Collaboration und Unified Endpoint Management runden die prall gefüllte Agenda ab. Als besonderes Highlight gibt die ISS-Astronautin Suzanna Randall Insights zu ihrem „Work-Space“.