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#ITfightsCorona Das Smartphone als Bakterienherd

Autor: Ann-Marie Struck

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat Hygiene einen noch höheren Stellenwert im Alltag eingenommen. Neben regelmäßigem Händewaschen und dem Einhalten eines Mindestabstands sollten zudem Gegenstände öfter gereinigt werden. Dazu zählt auch das Smartphone.

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Wie viele Bakterien und Vieren sich auf einem Smartphone befinden, zeigt die Nahaufnahme.
Wie viele Bakterien und Vieren sich auf einem Smartphone befinden, zeigt die Nahaufnahme.
(Bild: STEVE GSCHMEISSNER/SCIENCE PHOTO LIBRARY)

Der tägliche Begleiter, Entertainmentgerät und Zugangsgerät zum Wissen dieser Welt: das Mobiltelefon, ein Gegenstand den man täglich mehrmals in den Händen hält. Obwohl zur Eindämmung des Coronavirus vermehrt auf Hygiene geachtet wird, wird das Smartphone dabei leider oft vergessen. Laut den Ergebnissen einer Studie von Professor Patricia Schlaugenhauf-Lawlor mit dem Titel: „Travel Medicine and Infectious Disease“ reinigen 72 Prozent der Mobiltelefon-Nutzer ihr Gerät nicht. Demnach tummeln sich auf Smartphones oft Keime, Bakterien, Viren und Schmutz.

Dr. Simon Clarke, Associate Professor für zelluläre Mikrobiologie an der Universität von Reading, erklärt: „Auf Smartphones können sich Keime befinden, und es besteht auch die Gefahr, dass durch Smartphones Krankheitserreger verbreitet werden, wie etwa das Virus, das Covid-19 verursacht. Wir nutzen unser Smartphone sehr häufig, fassen es dabei mit unseren Händen an und halten es an unser Gesicht. Wenn man hustet oder niest, bekommt auch das Smartphone Tröpfchen ab – entweder auf direktem Weg, oder über unsere Hände, wenn wir uns diese beim Niesen vorgehalten haben. Dass Händewaschen aktuell sehr wichtig ist, wissen die meisten – aber man sollte auch bedenken, dass die Hände nicht mehr sauber sind, sobald man das Smartphone aus der Tasche nimmt.“

Abstands- und Hygieneregeln sind derzeit nicht nur im Alltag ein wichtiger Bestandteil, sondern vor allem in Unternehmen essenziell. Clarke empfiehlt daher die Nutzung von Mobiltelefonen an die aktuelle Situation anzupassen, und zwar besonders in der Arbeit oder in öffentlichen Transportmitteln, wo eine Ansteckungsgefahr für Covid-19 bestehen könnte. Demnach ist eine gründliche Smartphone-Hygiene wichtig, um eine mögliche Ansteckungsgefahr zu verringern. Gemeinsam mit dem Smartphone-Hersteller Bullitt Group gibt er vier Tipps zur Smartphone-Hygiene bei der Arbeit:

Tipps zur Smartphone-Nutzung

  • Vorsicht bei der Fahrt in öffentlichen Transportmitteln! Viele Pendler nutzen ihr Handy regelmäßig auf dem täglichen Arbeitsweg – diese Angewohnheit könnte aber das Ansteckungsrisiko erhöhen. Daher das Handy lieber in der Tasche lassen.
  • Zudem sollten Arbeitnehmer ihr privates Handy während der Arbeit möglichst wenig nutzen. Überlegen Sie vorher, ob Sie ihr Smartphone wirklich benutzen müssen, bevor Sie es in die Hand nehmen.
  • Nicht nur die Hände müssen gewaschen werden, sondern auch das Smartphone. Idealerweise sollte das Device gereinigt werden, wenn man am Morgen in der Arbeit ankommen ist und auch, wenn der Arbeitsplatz am Abend wieder verlassen wird. Dabei hilft es, sich das Smartphone quasi als einen Bestandteil von sich selbst vorzustellen: Wenn die eigenen Hände schmutzig sind, dann ist wahrscheinlich auch das Smartphone schmutzig.
  • Die Reinigung der Geräte gilt vor allem für Diensthandys, insbesondere wenn man diese mit mehreren Kollegen teilt. Hier sollte die Nutzung prinzipiell neu überdacht werden – und auch robustere Smartphones, die weniger leicht beschädigt werden können, sind eine Überlegung wert. Diese können oft mit Seife und Wasser abgewaschen und zum Teil auch mit alkoholhaltigen Reinigungstüchern sowie mit Mitteln auf Chlorbasis gereinigt werden.

Viren auf Mobiltelefonen

Dass sich auf Smartphones Schmutz und Krankheitserreger sammeln, bestätigt auch Steve Gschmeissner, ein Experte auf dem Gebiet der Rasterelektronen-Mikroskopie. Laut seinen Untersuchungen, auf welchen Oberflächen im Haushalt sich besonders viele Bakterien befinden, liegen Mobiltelefone weit an der Spitze.

Gschmeissners Fazit: „Telefone sind eine ideale Bruststätte für Keime – wir halten sie ganz nah an unserem Mund, atmen sie an, benutzen sie, während wir essen und manche Leute nehmen sie sogar mit auf die Toilette. Von all den Haushaltsgegenständen, die ich fotografiert habe, waren Mobiltelefone mit Abstand am schmutzigsten.“

Den Ergebnisse von „Travel Medicine and Infectious Disease“ zufolge kann man Smartphones mit einem trojanischen Pferd vergleichen, da sie zur Verbreitung von Infektionen, auch während Epidemien und Pandemien, beitragen könnten. Die Forscher sind der Meinung, dass Covid-19 an Mobiltelefonen von infizierten Nutzern haften könnte und dass diese Geräte wahrscheinlich auch bei der Übertragung eine Rolle spielen – sowohl am Arbeitsplatz als auch in anderen Umgebungen.

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin